Frage von benben232, 105

Habe ich eine Garantie wenn ich bei einem Gebrauchtwagenhändler ("beim Türken an der Ecke") mein PKW kaufe. Die Händler sagen "NEIN"?

Antwort
von priesterlein, 105

Händler müssen in Deutschland keine Gebrauchtwagengarantie geben, aber sie haften mindestens ein Jahr lang für Mängel, die an der Sache auftreten (Sachmängelhaftung). Es gelten zudem weiterhin die normalen gesetzlichen Rechte, die das Verhältnis zwischen Händler und Kunde regeln.

https://www.adac.de/infotestrat/fahrzeugkauf-und-verkauf/gebrauchtfahrzeuge/gebr...

Kommentar von AalFred2 ,

Er haftet für Mängel, die bereits beim Kauf vorlagen, nicht für jeden der im ersten Jahr auftritt.

Kommentar von priesterlein ,

Ja, daher "Mängel" und nicht "Schäden". Das kann auch Mängel betreffen, die nicht beim Kauf vorlagen, aber sich in kurzer Zeit bemerkbar machen oder bereits absehbar waren.

Kommentar von AalFred2 ,

Der Unterschied zwischen Sachmangel und Schaden hat mit dem Sachverhalt hier wenig zu tun. Wenn der Sachmangel nicht beim Kauf vorlag, ist der Händler nicht in der Haftung.

Kommentar von priesterlein ,

Ein Mangel muss nicht beim Kauf vorliegen, wenn er kurz nach dem Kauf auftritt. Trotzdem haftet der Händler dann auch für diesen, falls das Auto zum Gebrauch und nicht als Schrott verkauft wurde.

Kommentar von AalFred2 ,

Ein Blick ins Gesetz, erspart's Geschwätz

"Die Sache ist frei von Sachmängeln, wenn sie bei Gefahrübergang die vereinbarte Beschaffenheit hat."

Hervorhebung von mir. Gefahrenübergang ist im Allgemeinen der zeitpunkt des Kaufs. Also muss er wohl doch beim Kauf vorliegen.

Kommentar von priesterlein ,

Junge, bitte, wenn ein Mangel kurz nach dem Kauf auftritt, wird angenommen, dass er schon beim Kauf vorlag oder sein Auftreten absehbar war. Die Annahme ist eine Annahme und der Mangel muss beim Kauf nicht vorhanden gewesen sein, wird jedoch von der Sachmängelhaftung mit eingeschlossen, falls der Händler nicht einen Beweis führt, dass der Kunde den Mangel absichtlich oder durch unsachgemäßen Gebrauch herbeiführte.

Wenn du dem Frager etwas sagen willst, dann schreibe bitte eine Antwort und nicht unter fast jede Antwort den selben Kommentar: Einer alleine täte es auch.

Kommentar von AalFred2 ,

Nein, es wird nach §476 vermutet, dass der Mangel bereits bei Gefahrenübergang vorlag. Kann der Händler das Gegenteil beweisen, ist er nicht in der Sachmängelhaftung. Wie du siehst. muss der Mangel immer noch beim Kauf vorgelegen haben. Wann er zu Tage tritt, ist dann eine ander Frage, Opa.

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 67

Solche Händler verkaufen ihre Autos meistens mit dem Trick "im Kundenauftrag". So kommt die Willenserklärung zwischen Privat und Privat zustande, wodurch der Händler außen vor bleibt & allenfalls als Vermittler oder Stellplatzvermieter auftritt wenn überhaupt --------> beidseitiger Privatkauf ohne Garantie und Gewährleistung. Begegnete mir sehr oft in der Zeit, als ich 'nen alten Benz suchte & immer wieder bei solchen Händlern vorstellig würde.

Bei einem 20 Jahre alten Auto für 1000 Euro macht das jedoch wenig aus, denn in dieser Preis-/Altersklasse schließt auch der "seriöse Markenhändler" die Garantie/Gewährleistung über die "Bastlerfahrzeug"-Klausel vertraglich aus. Da könnte ja jede Woche was passieren.. und für den Händler ist es bald der Ruin wenn solche Kunden jede Woche mit kleinen Macken antanzen & Terz machen --------> musste auch verstehen ;)

Ich persönlich kaufe solche Autos immer nur von privat.

Antwort
von Ifm001, 71

Die gesetzliche Sachmängelhaftung ist bei jedem(!) Kauf zwingender Bestandteil und lässt sich insbesondere bei B2C (Gewerbetreibender an Verbraucher) fast nicht einschränken. Wenn es ein B2C-Verkauf war, bleibt insbesondere auch bei gebrauchter Ware die Beweislastumkehr bestehen. Im ersten halben Jahr muss also der Verkäufer nachweisen, dass der (Keim des) Mangels noch nicht bei Übergabe an den Verbraucher vorhanden war.

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 81

Garantie ist ein freiwilliges Händlerversprechen oder kostenpflichtige Zusatzvereinbarung.

Ein gewerblicher Händler muss mindestens ein Jahr für die vereinbarte Beschaffenheit geradestehen und und für Sachmängel bei seinem Gebrauchten haften.

Es sei denn, er hat den Wagen im Kommission für seinen Kunden verkauft.

G imager761

Kommentar von AalFred2 ,

Aber eben nur für die die beim Kauf schon vorlagen.

Antwort
von Blablablu92, 80

meistens nicht. Die Gebrauchtwagenhändler sichern sich eben so ab. Eventuell geben sie bei ausgewählten Autos welche, jedoch sagen die das dabei. Kannst ja fragen gehn in wie weit du Garantie hast, dann bist du auf der sicheren Seite und weist bescheid.

Antwort
von Antworter15, 2

Wie schon richtig geschrieben wurde, hast du Garantie nur, wenn sie dir versprochen wird. Gewährleistung steht dir hingegen für mindestens ein Jahr zu, wenn du Privatkäufer bist. Was der Unterschied ist, kannst du hier nachlesen: http://www.recht.help/informationen/kfz-recht/gebrauchtwagen-kauf-verkauf-garant...

Antwort
von Griesuh, 66

Der Händeler, auch der Türke um die Ecke, ist gesetzlich zur Gewährleistung

(nicht mit Garantie verwechseln) verpflichtet. Er muss für mind. 1 jahr für Mängel an dem verkauften Fahrzeug haften.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/das-folgt-aus-bgh-urteil-zu-maengelhaftung-be...

( PS: persönliche Anmerkung -- ich persönlich würde niemals bei so einem "Strassenhändler um die Ecke" , dessen Gelände nur so mit diesen Glitzerfähnchen überhäuft ist, ein Fahrzeug kaufen.)

Kommentar von AalFred2 ,

Er haftet für Mängel, die bereits beim Kauf vorlagen, nicht für jeden der im ersten Jahr auftritt.

Kommentar von Griesuh ,

Leider falsche Aussage. Denke einmal scharf darüber nach.

Kommentar von AalFred2 ,

Leider hast du keine Ahnung. Lies mal und erweitere dein Wissen.

http://dejure.org/gesetze/BGB/434.html

Kommentar von Griesuh ,

Wie so soll der Händler für bekannte Mängel, die beim Verkauf vorlagen,

Er haftet für Mängel, die bereits beim Kauf vorlagen

wie du schreibst aufkommen?

Da wäre der Händler ja sau doof wenn er solche Fahrzeuge verkaufen würde. Dein Link passt leider nicht zum Thema.

.http://www.my-anwalt.info/kaufvertragsrecht.htm

Kommentar von AalFred2 ,

Von bekannten Mängeln habe ich nichts geschrieben. Der Mangel muss allerdings beim Kauf bereits vorliegen, wie auch im angeführten Gesetz steht. Im Übrigen steht das auch in deinem Link. Warum der Link zum Gesetz zum Thema Sachmangel nicht zur Sachmängelhaftung passen sollte, wird wohl auf ewig dein Geheimnis bleiben.

Kommentar von Griesuh ,

Warum der Link zum Gesetz zum Thema Sachmangel nicht zur Sachmängelhaftung passen sollte, wird wohl auf ewig dein Geheimnis bleiben

hast wohl zuviele RA Briefe gelesen??

Kommentar von AalFred2 ,

Ich beschränke mich da auf Gesetze und Kommentare. Wenn du so etwas auch mal lesen würdest, könntest du vielleicht auch korrekt antworten.

Kommentar von Genesis82 ,

Sooo falsch ist die Aussage nicht. In den ersten 6 Monaten wird zwar davon ausgegangen, dass der Mangel schon bei Kauf vorlag, der Verkäufer kann aber versuchen nachzuweisen, dass der Mangel beim Kauf noch nicht vorlag - und dann müsste er auch nicht haften. In den zweiten 6 Monaten nach Kauf muss dann der Käufer nachweisen, dass der Mangel schon bei Kauf vorlag ("Beweislastumkehr"). Außerdem muss in beiden Fällen noch beachtet werden, ob der Mangel wirklich ein Mangel ist oder der normale Zustand eines Autos vergleichbaren Alters und Laufleistung. Beispiel: 15 Jahre altes Auto mit 300.000km, nach 4 Monaten ist der Turbolader defekt. In so einem Fall wird vermutlich davon ausgegangen, dass die "Lebenserwartung" des Turboladers am Ende war und der Mangel üblicherweise durch normale Nutzung des Fahrzeugs zu diesem Zeitpunkt zu erwarten war. Daher müsste der Verkäufer in dem Fall vorraussichtlich nicht haften.

Und ich geb dir absolut Recht: bei einem "Fähnchenhändler" würde ich auch nicht kaufen.

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