Frage von MessagefromA, 34

Habe ich eine Essstörung oder einfach nur keine Kontrolle?

Hallo ihr Lieben :)

Da ich in letzter Zeit wirklich viel darüber nachgedacht habe, aber mich nicht traue meine Familie oder Freunde darauf anzusprechen, will ich hier mal eine anonyme Resonanz bekommen.

Ich bin schon immer dick gewesen, ich war immer das Pummelchen auf dem alle rumgehackt haben. Dies ging soweit das ich mich selbst verletzt oder krank gestellt habe, um nicht in die Schule zu müssen. Mein Gewicht wurde nach der Scheidung meiner Eltern schlimm. Wenn ich sauer, wütend oder alleine war habe ich gegessen, zu jeder Zeit und bekomme es einfach nicht unter Kontrolle. Ich bin viel draußen, ich reite jeden bis jeden zweiten Tage, habe zwei Hunde etc. aber meine "Fressattacken" zerstören einfach alles. Ich habe nie das Gefühl satt zu sein, ich muss wenn ich denke ich kann meine Emotionen nicht kontrollieren einfach essen. Ich bin 1,60 klein und bin jetzt bei 100KG, allerdings bin ich auch sehr muskulös dadurch das ich wie schon beschrieben viel reite. Aber ich sehe es nicht. Das ist ein großes Problem wie ich festgestellt habe. Ich sehe in den Spiegel und denke mir, okay ein paar Kilo weniger würden nicht schaden, aber nicht das ich übermäßig dick wäre. Aber wenn ich dann in die Stadt gehe und Klamotten kaufen will, ja ich liebe Klamotten und ziehe mich gerne nett an, und nichts finde und die Blicke der schlanken Mädchen sehe, gehe ich nach Hause, weine einfach nur weil ich mich ekelhaft finde und esse.Wenn die wenigen Freunde die ich habe mich auffordern, mit ihnen essen zu gehen oder zu feiern schäme ich mich fürchterlich für meine Figur und für mich selbst und gerate wieder in diesen Konflikt mit mir selbst, weil ich mich als nicht dick empfinde. Ich habe einfach keine Kontrolle darüber.

Was denkt ihr? Ist das einfach nur das absolute Fehlen von Kontrolle über mich oder bin ich auf dem besten Weg mich selbst krank, oder noch kranker zu machen, als ich schon bin?

Mein nächstes Problem ist, dass ich in der Ausbildung bin und Angst habe, wenn ich jetzt auch noch in die Therapie deswegen gehen muss das ich dann gefeuert werde.

LG MessagefromA

Antwort
von Leviana92, 13

Ich bin der Meinung, dass Übergewicht immer eine Krankheit ist.

Ich selbst habe eine Krankheit namens Lipödem, da sammelt sich krankhaftes und schmerzhaftes Fett an, das man nicht abnehmen kann. Das und sowas wie hormonelle Erkrankungen z.B. der Schilddrüse sind halt körperliche Erkrankungen.

Wenn man isst, weil man sich schlecht fühlt und wenn man sich schlecht fühlt, ist das eine Art von psychischer Erkrankung. Du isst ja nicht, weil du so viel Spaß daran hast und dich dann mit angefuttertem Speck so hübsch findest.

Das ganze ist ein Teufelskreis: man wird geärgert (vielleicht grad im Kindesalter) und man isst was und merkt, dass man dadurch abgelenkt wird (natürlich nur für die Zeit des Essens). So wird man dicker, wird deshalb vielleicht geärgert, man isst weiter, baut sich einen physischen Kokon auf, ein Teufelskreis entsteht. 

Ich kenn das aus meiner Schulzeit. Bei mir war erstmal die Veranlagung zu der Krankheit da, wodurch ich immer schon dickere Beine hatte als andere Kinder. Zusätzlich hatte ich bei der Geburt ein Loch im Herzen, meine Eltern hatten ne schlechte Ernährung und haben mich wegen des Herzens geschont. Da wurd ich dann auch so dicker. Ab da wurd ich von anderen Kindern geärgert und dadurch wurds schlimmer. Erst, als ich nicht mehr zur Schule ging bzw. als ich in der Oberstufe war und auch meinen ersten Freund hatte, konnte ich den Kreis durchbrechen. Dann hab ich 15 Kilo abgenommen, war auf der Hälfte zum Normalgewicht (also nochmal 15kg weniger), aber dann hat die Krankheit gegriffen und trotz 2 Std. Sport und gesunder Ernährung ging nix mehr.

Was ich damit sagen will ist, dass du definitiv entweder in Therapie gehen solltest oder dich ganz intensiv mit dem Positiven an dir beschäftigen solltest. Vielleicht macht es Sinn, sich für etwas Neues zu begeistern (bei mir war es, ein eigenes Leben zu führen, wodurch ich ganz viel Sport machen wollte und kaum an essen gedacht habe, zufriedener war, das ausgestrahlt habe und dadurch keine Angriffsfläche geboten hab. Wenn du es allein nicht schaffst, such dir professionelle Hilfe. Es ist für dich. Setz dich mit deinem Chef mal zusammen und erklär ihm, dass du dich so nicht wohlfühlst und allein nicht aus dem Teufelskreis herauskommst. Eine therapie kann man auch ambulant machen, dafür musst du dich nicht einweisen lassen, das kann also nebenbei laufen, er muss da also keine Ausfälle befürchten, aktuell schon eher, wenns dir nicht gut geht und deine Gesundheit (körperlich und geistig) darunter leidet.

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