Frage von Kiara2, 47

Habe ich eine Depression bzw. was für eine Art davon?

Hallo Leute. Ich bin schon seit 4 Jahren in Therapie, da meine Mutter schwer krank wurde und die ganze Familiensituation zusammensackte. Bin auch irgendwann aus Antriebslosigkeit nicht mehr zur Schule gegangen. Irgendwann wurde eine Dysmorphophobie diagnostiziert. (Dass man sich so hässlich fühlt, dass man sich nicht mehr aus dem Haus traut, sich wertlos fühlt, Panikattacken, Angst vor Spiegeln, oder Spiegel-kontrollzwang etc.) Ich war auch bis vor kurzem in einer Psychiatrie, allerdings hat man sich da überhaupt nicht richtig um mich gekümmert und ich wurde schlussendlich raus geworfen, weil die Therapeuten so hilflos waren und der Ansicht waren, dass ich zu glücklich/stabil für einen stationären Aufenthalt bin. Jetzt heißt es ich soll mir zum dritten mal einen ambulanten Therapeuten suchen. Jeder ist ratlos.

Es ist so, dass ich manchmal glaube, dass ich eine Depression habe bzw. ich will endlich wissen, was es ist. Es wurden vor 4 Jahren bei mir depressive Verstimmungen diagnostiziert, aber jetzt ist alles viel schlimmer geworden.

Es ist so, dass ich extrem antriebslos bin. Ich gehe nicht mehr zur Schule, zum Teil aus Angst und zum anderen Teil eben aus einer extremen Antriebslosigkeit, ich bin die meiste Zeit über zu nahezu nichts fähig. Ich sitze den ganzen Tag in meinem Bett, habe keine Lust mich mit Freunden zu treffen, zu duschen oder irgendwelche anderen Tätigkeiten auszuführen, außer fern zu sehen und manchmal bekomme ich auch enorme Fressattacken. Meistens verspüre ich keinen Hunger und dann plötzlich enorm viel. Die meiste Zeit über empfinde ich mein Leben als nutzlos und wertlos. Mir kommen die Gedanken auf, dass ich absolut nichts verdient hätte, nicht mal in meinem Bett dürfte ich liegen. Jemand befielt mir mich zu hassen... Ich höre keine Stimmen, ich bin es selbst, aber dieser Gedankengang ist mir dann total fremd, weil er sich so von außen gegen mich stellt.

Aber manchmal ist es dann halt wieder total komisch, ich habe teilweise dann total manische Phasen. Ich denke dann plötzlich "Dein Leben ist so toll, du kannst so viel erleben" Und dann schmiede ich total viele Pläne, bin total glücklich und motiviert und schaue total enthusiastisch ins Leben.

Ich habe mich schon im Internet erkundigt und bin auf die "Manische Depression" gestoßen... Aber dort steht dass eine manische Episode ca. 4 Monate andauert, bei mir kommt es aber in sehr kurzen Etappen. Manchmal hält es nicht mal einen Tag an oder schwankt von dieser manischen Phase direkt in eine extreme tiefphase über.

Manchmal ist es auch so, dass es mir total gut geht. z.B letztens war ich einkaufen, war eigentlich ganz ausgeglichen und plötzlich ohne jeglichen Grund stürzte meine Laune in den Keller und ich musste anfangen zu weinen.

WAS HABE ICH? Die Therapeuten können mir keine Antwort darauf geben bzw. nehmen mich nicht ernst und denken ich mache das alles aus Aufmerksamkeit.

Ich weiß Ferndiagnose ist Kack, aber vielleicht hat wer eine Idee?

Danke!

Antwort
von Misao200, 22

Vielleicht musst du es denn Therapeuten klar machen das du es nicht für Aufmerksamkeit machst,sag ihnen das du es ernst meinst das es dir erst wieder gut geht und dann wieder schlecht so was ähnliches habe ich auch aber es ist nicht so wie bei dir vielleicht solltest du denn das auch ein bisschen lauter sagen ;)

Antwort
von Emmyliyy, 16

Hallo,
Um deine Frage erstmal zu beantworten, klingt es für mich nach einer affektiven Störung (ICD-10 F30-39), persönlich scheint es mir in die bipolare Richtung zu gehen (F31). Wie du aber selbst weißt sind Ferndiagnosen keinesfalls verlässlich, lediglich eine Vermutung, welche auch falsch sein kann.

Des Weiteren, moechte ich dir noch sagen, dass ich dich sehr gut verstehe. Ich selbst habe etliche Jahre gebraucht um eine Therapeutin und einen Psychiater zu finden, welcher mich nicht aufgibt, mich ernst nimmt und demnach aufgrund meiner Symptome eine Diagnose stellen kann. Ich denke, das wird bei dir auch noch etwas dauern, ich kann dir aber versichern dass es auch Ärzte gibt die dich ernst nehmen werden.
Ich wurde übrigens auch schon aus Psychiatrien "rausgeworfen", da ich angeblich total gesund und glücklich wäre und alles nur Vorspiele.
Mittlerweile habe ich nach harter und länger suche endlich Ärzte und Einrichtungen gefunden, welche mich ernst nehmen und versuchen zu helfen.

Kommentar von Kiara2 ,

Danke, das gibt mir gerade wieder Hoffnung. Wirklich hilfreich, wenn da jemand ist, der einen versteht! Wie alt bist du denn jetzt?

Kommentar von Emmyliyy ,

19, du?

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