Frage von Lilypad, 88

Habe ich eine Chance auf eine 'außerordentliche Kündigung'?

Hey ihr! Ich möchte in eine kleine Wohnung ziehen, an die ich laut Vertrag ein Jahr gebunden wäre. In der Zeit könnte ich nur ausziehen, wenn ich eine außerordentliche Kündigung einreiche. Meine Fragen wären nun: Muss ich in dem Fall die Miete zahlen bis sich ein Nachmieter findet? Bekomme ich die Kaution trotzdem zurück? Wen kann man über solche Dinge befragen, außer euch? ;) Wäre mein Grund ausreichend? Ich bin jetzt im 4. Monat schwanger, dh wenn ich einziehe, im 5. Die Wohnung ist 37qm² groß, dh eigtl zu klein für zwei. Außerdem steht noch zur Debatte ob ich mit meinem Freund zusammen ziehe. Und für drei wäre es definitiv zu klein. Was würdet ihr tun?

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 8

Vieles zum Thema "außerordentliche Kündigung wurde Dir schon sehr gut beantwortet". Ein paar Dinge will ich Dir noch mit auf den Weg geben:

Eine Wohnung mit 37 m² ist nicht zu klein für Mutter und Baby und auch nicht zu klein für Mutter und Freund. Immerhin sind das im Durchschnitt 18,5 m² je Person und der Mindestwert liegt je Person deutlich darunter

Ein junges verliebtes Paar braucht sowieso nicht soviel Platz. Überdies habe ich so eine Wohnsituation schon häufig gut funktionierend erlebt.

Selbst für 3 Personen, davon 1 Baby ist die Wohnung nicht zu klein, bzw. sie wäre nicht überbelegt. Daraus kann sich also kein außerordentlicher Kündigungsgrund ergeben.

Zu der Debatte, ob Du mit Deinem Freund zusammenziehst:

Entscheidend wichtig dabei ist, dass er eigenes Geld verdient oder zumindest die Absicht dieses zu tun erkennbar fleißig verfolgt. Damit meine ich z. B. einen Studenten, der noch mitten im Studium ist, dieses aber konsequent verfolgt und einen guten Abschluss und dementsprechend gute Berufsaussichten vor sich sieht.

Keinesfalls sollte es so sein, dass der Freund als Hartz-IV-Empfänger bei Dir mit einzieht, denn dann hast Du augenblicklich 2 Babies und das überfordert jede noch so wohlmeinende junge Mutter.

Willst Du, dass er zu Dir zieht, sucht Euch eine größere Wohnung. Willst Du nicht, dass Dein Freund zu Dir zieht, nimm die kleine Wohnung für das eine Jahr und erkläre Deinem Freund, dass die Wohnung zu klein für drei ist.

Und schließlich: Wenn Du mit Deinem Freund gemeinsam eine Wohnung beziehen willst, mach es auf jeden Fall so, dass Du allein die Hauptmieterin bist, denn dann könntest Du niemals samt Kind vor die Tür gesetzt werden. Im anderen Fall könnte Dir das passieren, dass Dich Dein Freund aus der Wohnung drängt oder seine dann "neue Flamme" dazu holt, ohne dass Du viel dagegen machen kannst.

Antwort
von bikerin99, 54

Wenn du jetzt schon Überlegungen anstellst, vorzeitig zu kündigen, dann ist es wohl nicht die richtige Wohnung. Bzgl. Nachmieter, da gibt es Vermieter, die sich dann besonders viel Zeit lassen.
Ich würde die Wohnung nicht nehmen, sondern zuerst klären, ob ich mit dem Freund zusammenziehe und dann nach diesen Entscheidungen die passende Wohnung suchen. Jeder Umzug kostet Zeit, Arbeit und Geld. Mit einem Baby noch viel schwieriger.

Antwort
von DerHans, 23

Ein Kündigungsausschluss ist bis zu 48 Monaten möglich.

12 Monate sind durchaus üblich und auch akzeptabel. Du willst ja sicher selbst nicht, dass in dem Haus dauernd Leute ein- und ausziehen. Wenn du das nicht unterschreiben willst, wirst du dir eine andere Wohnung suchen müssen.

Eine "außerordentliche" Kündigung kannst du in der Regel nur mit einem besonderen Grund aussprechen.

Das geht eigentlich nur, wenn der Vertragspartner gegen den Vertrag verstoßen hat. Das wäre im umgekehrten Fall, eben, wenn du deine Miete nicht gezahlt hast.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht & Wohnung, 28

Muss ich in dem Fall die Miete zahlen bis sich ein Nachmieter findet?

Wenn Du Pech hast musst Du bis zum Ende des gegenseitigen bzw, wechselseitigen Kündigungsverzicht zahlen.

Bekomme ich die Kaution trotzdem zurück? 

Wenn der Vermieter nichts zu beanstanden hat bekommt man die Kation wieder.

Wen kann man über solche Dinge befragen, außer euch? ;)

Miterbund oder Fachanwalt für Mietrecht. 

Wäre mein Grund ausreichend? Ich bin jetzt im 4. Monat schwanger, dh wenn ich einziehe, im 5. Die Wohnung ist 37qm² groß, dh eigtl zu klein für zwei.

Nein, würde nicht ausreichen.   

Außerdem steht noch zur Debatte ob ich mit meinem Freund zusammen ziehe. Was würdet ihr tun?

Andere größere Wohnung suchen.

LG

 johnnnymcmff

Antwort
von DarthMario72, 39

Warum sollte man dann einen solchen Vertrag unterschreiben, wenn man sich vor Einzug Gedanken darüber macht, wie man vorzeitig wieder raus kommt?

Ein gegenseitiger Kündigungsverzicht für ein Jahr ist absolut zulässig.

Außerordentlich (also fristlos) kündigen kann man nur, wenn der Vertragspartner seine Pflichten massiv verletzt - in der Regel erst nach Abmahnung und erfolglosem Fristablauf. Deine Schwangerschaft ist kein Grund für eine außerordentliche Kündigung!

Solltest du auf die Idee kommen, dem Vermieter durch Nichtzahlen der Miete einen Kündigungsgrund zu liefern, lass dir gesagt sein: der Vermieter kann dann zwar kündigen, muss es aber nicht. Der Vermieter ist außerdem berechtigt, solange Schadenersatz in Höhe der Miete von dir zu fordern, bis zu dem Zeitpunkt, wo erstmals eine ordentliche Kündigung möglich gewesen wäre oder bis ein Nachmieter eingezogen ist.

Was würdet ihr tun?

Ganz ehrlich? Unterschreib nicht und such dir was anderes.

Antwort
von Nemisis2010, 33

Grundsätzlich wäre ein gegenseitiger ordentlicher Kündigungsfrist bis max. 4 Jahren aber Vertragsabschluß gem. einer BGH-Entscheidung wirksam, also rechtens. Ebenso wäre ein befristeter Zeitmietvertrag in welchem vom Vermieter ein berechtigter Befristungsgrund, wie z.B. Eigenbedarf ebenfall wirksam.

Einen Rechtsanspruch auf eine Nachmieterstellung besteht erst mal nicht.
Es gibt allerdings auch Mietverträge mit einer Nachmieterklausel, diesbezüglich gibt es dann aber weitergehende Unterschiede zwischen einer sogenannten "echten" und "unechten" Nachmieterklausel.

Als Mieter kann man eine Wohnung außerordentlich kündigen, wenn diese 100% unbewohnbar ist oder der Vermieter z.B. durch sein Verhalten einen fristlosen Kündigungsgrund (z.B. Hausfriedensbruch) verursacht hat.

In diesem Fall hättest Du ja bereits vor Vertragsunterzeichnung Kenntnis von Deiner Schwangerschaft und weiter, daß evtl. Dein Freund zuziehen würde und die Wohnung spätestens dann zu klein wäre. Wider besseres Wissen würdest Du dann in die Wohnung einziehen und damit selbst den vermeintlichen außerordentlichen Kündigungsgrund verursachen - dieses Vorgehen wäre mit Sicherheit nicht rechtens.

Antwort
von AnglerAut, 32

Alle die genannten Umstände sind dir ja bereits jetzt, also vor der Vertragsunterzeichnung bekannt, also sind es ganz sicher keine Gründe für eine außerordentliche Kündigung. Zudem ist dein Vermieter nicht verpflichtet einen Nachmieter zu akzeptieren. Sprich, unterschreibe keinen Vertrag, den du nicht auch erfüllen willst.

Antwort
von TrudiMeier, 18

Eine Schwangerschaft ist kein außerordentlicher Kündigungsgrund, schon gar nicht, wenn die schon wissentlich bei Einzug bestand. Auch das Zusammenziehen mit dem Freund zählt nicht zu außerordentlichen Kündigungsgründen. Bitte stelle einmal die wortwörtliche Klausel der ein-jährigen Bindung ein, dann kann man dir weiterhelfen.

Sofern es sich um einen gegenseitigen einjährigen Kündigungsverzicht handelt, kannst du zwar jederzeit ausziehen, hast aber bis zum Ende des Kündigungsausschlusses + 3 Monate Kündigungsfrist die Miete zu zahlen. Darauf kann der Vermieter bestehen. Verträge müssen eingehalten werden.

Antwort
von Theo130170, 36

Hallo Schwangerschaft ist ein ausreichender Grund für eine außerordentliche Kündigung sofern Du zu dem Zeitpunkt der Vertragsunterschrift nicht schwanger gewesen bist.

Das muß der Vermieter akzeptieren.

( dazu gibt es auch ein paar Urteile)

Gruß
Theo

Kommentar von Lilypad ,

... ich bin aber schwanger, wie ich schrieb, im 4. Monat. Und ich überlege ja erst ob ich den Vertrag unterzeichnen soll.

Kommentar von TrudiMeier ,

Eine Schwangerschaft ist kein Grund für eine außerordentliche Kündigung - auch wenn sie bei Einzug nicht bestand. Und der Vermieter muss das auch nicht akzeptieren.

Antwort
von Kuestenflieger, 28

normal bleibt man günstig wohnen = personen: m² und verkleinert sich nicht .

vorallem wenn der erzeuger zu seiner pflicht steht .

Antwort
von meini77, 19

Du weißt doch jetzt schon, daß die Wohnung in einem halben Jahr zu klein ist!

Nachwuchs ist deswegen - zumal Du bereits schwanger bist - kein außerordentlicher Kündigungsgrund.

Was würdet ihr tun?

gleich eine passende Wohnung suchen. Umziehen macht ja schließlich auch nicht besonders viel Spaß.

Antwort
von Peppi26, 29

Warum ziehst du dann erst ein?

Kommentar von Lilypad ,

:( das sollte für die Beantwortung der Fragen keine Rolle spielen. Denn es ist privat!

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