Frage von ste1028de, 83

Habe ich ein Auskunftsrecht nach Kündigung eines Mieters ob der Mieter eine neue Wohnung sucht?

Ich möchte meinem Mieter in der Einliegerwohnung kündigen. Dies geht sowie ich weiss, jedoch nur mit 12monatiger Frist. Meine Frage ist : Habe ich das Recht während der 12monatigen Kündigungsfrist zu erfragen, ob sich der (gekündigte) Mieter auch wirklich (seriös) um eine neue Wohnung bemüht ?

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 17

Habe ich ein Auskunftsrecht nach Kündigung eines Mieters ob der Mieter eine neue Wohnung sucht?

Nein, das Recht hat man als Vermieter nicht.

Es wäre gar nicht so schlecht, wenn der Mieter nachweisen müsste, dass er intensiv auf Wohnungssuche ist und es nicht zu einer Räumungsklage kommt.


Leider ist diese Frau dickköpfig und wenig bis gar nicht zugänglich. 

Ich würde von einem Anwalt ein Schreiben aufsetzen  in dem inhaltlich der alten Dame ein vernünftiges Angebot gemacht, dafür, das man vorzeitig auszieht (für jeden Monat =  Betrag X).

Aber auch auf die Gesetzeslage hinweisen, dass die Kündigung rechtens und somit der Auszug unumgänglich ist. 

LG

johnnymcmuff



Kommentar von ste1028de ,

Danke für die Antwort. Aber Ihr auch noch die goldene Brücke zu bauen - Sorry, das geht zu weit, das widerstrebt mir. Das ist gefühlt, als ob ich jede Nerverei noch belohne. Du tickst vielleicht anders, aber meine Frau hat gleich reagiert, als ich Ihr von Deinem Vorschlag erzählte. Ist eine Variante - aber nicht für diesen Fall. Aber wenigstens sehe ich das nicht alleine so, dass der Gesetzgeber hier die Option einräumen sollte, dass der gekündigte Mieter zumindest einmal auf Nachfrage seine Aktivitäten offenlegen muss. Es kommt zwar bei einer evtl. Räumungsklage dann sowieso auf den Tisch - ist aber in dem Fall dann nur ein schwacher Trost.

Kommentar von johnnymcmuff ,

Mal abgesehen vom Verhalten/den Eigenarten der Vermieterin solltet Ihr Euch mal in ihre Lage versetzen:

Sie ist alt und soll aus ihrer gewohnten Umgebung raus. Vielleicht hat sie selber nur eine kleine Rente und bekommt von den Verwandten kaum Hilfe.

Dann noch zu bedenken, das eine Räumungsklage Zeit und Geld kostet (welches man erst mal vorstrecken muss).

Ihr hattet doch schon genug Ärger, je früher das aufhört, desto besser oder nicht.

Man kann natürlich die harte Schiene fahren und unter bestimmten Voraussetzungen würde ich es auch machen, aber man sollte es einfach abwägen und gründlich überdenken, was besser ist.

Antwort
von frodobeutlin100, 31

ich sag es mal so, dass geht den (Noch-) Vermieter nichts an, wenn er es freiwillig erzählt ist das die Sache des Mieters, es gibt aber keinen Auskunftsanspruch des Vermieters ..

Antwort
von GehOrgel, 19

Sei doch mal nett zu Deinem Mieter und sprich mit ihm und sage ihm, Du würdest Dich mit ihm (also gemeinsam) um eine neue Bleibe für ihn bemühen.

Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass Mietverhältnisse meist nur im Streit enden müssen!

Kommentar von ste1028de ,

Danke. Aber ich habe es 2 Jahre mit Gesprächen versucht und jetzt ist Ende Geduld & Toleranz. Zum Streit gehören immer zwei, und es mag auch an mir liegen. Fakt ist aber nunmal, dass die Chemie kaputt ist. Es ist eine Person die sich nichts sagen lässt. Auch ein von Dir sicher gut gemeinter Ratschlag wird mit Garantie verworfen werden. Und im Zuge dessen ist es besser, wenn einer das Feld räumt. Und das wird zuguterletzt ja wohl nicht der Eigentümer sein.

Kommentar von GehOrgel ,

Wenn es so ist, hast schon recht. Aber im allgemeinen gibt es zwischen Menschen nur ein Mittel, das Probleme lösen kann, und das ist Kommunikation.

Kommentar von ste1028de ,

Kannst Du bitte meine Rückantwort lesen, die ich zu "Expertenantwort" gegeben habe ? Das beantwortet hoffenlich Deinen grundsätzlich berechtigten (!) Einwurf.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 26

Dies geht sowie ich weiss, jedoch nur mit 12monatiger Frist.

Nur wenn der Mieter mindestens 8 Jahre dort wohnt.

Du wohnst doch mit in dem Haus?

Ob sich der Mieter um eine neue Wohnung bemüht geht dich nichts an.

Kommentar von ste1028de ,

Danke für's feedback. Ja, so ist es, richtig gerechnet. Hätte ich vielleicht gleich etwas detaillierter ausführen können. Da ich nichts darüber gefunden hatte, wollte ich mihc halt mal entsprechend umhören. 12 Monate sind ja eine lange Zeit. Aber in dem Fall ist es dann halt so und schlechtestensfalls muss man wohl in die saure Gurke beissen, wenn es dann heisst "keine vergleichbare Wohnung gefunden und ähnliches".

Kommentar von anitari ,

Na ja, der Mieter hat bis 2 Monate vor Ende der Kündigungsfrist Zeit Widerspruch einzulegen. Sprich gut 10 Monate.

Klingt so als währst Du froh den Mieter schnellstmöglich los zu werden. Biete ihm doch an, falls er eine neue Wohnung findet, auf seine Kündigung bzw. Kündigungsfrist zu verzichten und statt dessen einen Aufhebungsvertrag zu schließen.

Kommentar von ste1028de ,

Ich habe das Haus vor 2.5 Jahren erworben. Bei der Mieterin hanelt es sich um die (schon rüstige >= 70) Mutter des vormaligen Eigentümers. Sie nimmt sich x Rechte aus, die auch nicht in dem Mietvertrag stehen, den Sie vormals mit Ihrem Sohn abegschlossen hatte (und den ich somit "geerbt" hatte. Die meint das hier sei nun Ihr Altersdomizil und Sie könne nach wie vor hier in dem Unfang schalten und walten wie zu Vorzeiten, als das Haus noch Ihrem Sohn gehörte. Leider ist diese Frau dickköpfig und wenig bis gar nicht zugänglich. Ich bin nicht der, der eine alte Frau aus "Ihrer" Wohnung schmeisst. Jedoch nach 2 Jahren fruchtsloser Gesprächsversuche (da könnte ich vieles aufzählen) ist wie erwähnt nun Ende Geduld. Ausserdem steht der Ihre Familie ebenso hinter Ihr und deckt das Verhalten. Ich habe nun keine Lust mehr darauf,weiterhin noch den "Einfluss" der alten Eigentümerfamilie über mich ergehen lassen zu müssen. Es ist nicht schön, aber ich erachte nun einen harten Schnitt als unabdingbar. Darüberhinaus: wir haben genug, wir wollen die Einliegerwohnung nicht mehr nochmals vermieten. Wir wollen einfach nur unseren Frieden. Ich denke das ist legitim.

Antwort
von schleudermaxe, 19

... das verstehe ich nun nicht so ganz.

Beim Kauf war die Sachlage bekannt. Ein Mietvertrag liegt vor und würde rügelos und ohne Einfluß auf den Kaufpreis übernommen?

Das glaubt hier bei uns keiner.

Ein Mieter ist auch nicht verpflichtet, diverse "Gespräche" mit seinen Vermietern zu führen. Die "Vier Wände" sind in seinem Besitz und da darf er schalten und walten wie es ihm beliebt, so doch nicht nur einmal der >BGH.

Und wenn ein Mieter sich vertragswidrig verhält, spürt er doch sicherlich die Härte der gesetzgebrischen Vorgaben bzw. die der herrschenden Meinung, wenn er denn glaubt. So jedenfalls in unserem Bestand.

Antwort
von imager761, 27

Richtig: Bei einer vermieteten Einliegerwohnung in deinem selbstgenutzten Zweifamilienhaus verlängert sich die ordentliche Kündigungsfrist um drei Monate gem. § 573 a Abs. 1 Satz 2 BGB und um weitere sechs Monate nach § 573 c Abs. 1 Satz 2 und beträgt demnach 12 Monate. Allderdings nur dann, wenn man ausdrücklich Bezug auf Inanspruchnahme seines erleichterten Kündigungsrecht gem. § 573a BGB nähme :-O

Es sei denn, man könnte berechtigtes Interesse, etwa Störung des Mieterfriedens geltend machen und n. § 573c BGB nach 9 Monaten kündigen.

Selbstverständlich darf der M dir mit gesetzlicher Dreimonatsfrist kündigen und einen vorfristigen Aufhebungsvertrag akzeptieren.

Wie wäre es da mit einem Aufhebungsvertragsangebot mit der Klausel einer Zahlung von XXX Euro, zahlbar nach Übergabe und Auszug, um den jahrelang ergebnislosen Gesprächen ein schnelleres Ende zu bereiten?

G imager761

Kommentar von ste1028de ,

Danke. Ja. Stimmt ... und auch wieder nicht. Siehe meine Antwort zum Kommentar von AnnaStark. Schlussendlich kommt aber das gleiche dabei raus. Unter 12 Monaten geht (leider) nichts.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 13

Als Kündigungsfrist gilt die gesetzliche. Nun kommt es drauf an, womit du die K. begründen willst. Für Eigenbedarf gilt die normale KF je nach Mietdauer. Das sind bis 5 Jahre 3 Monate, bis 8 Jahre 6 und mehr als 8 9 Monate.

Willst du nach 573a BGB ohne Begründung kündigen, erhöht sich die gesetzliche  KF um zusätzlich drei Monate. Du musst aber auf diesen § dich ausdrücklich berufen.

Beachte bei Eigenbedarfskündigung, dass diese ausführlich begründet und erläutert werden muss (für welche Person, warum überhaupt und zu diesem Zeitpunkt).

Auskunftsanspruch hast du nicht.

Antwort
von AnnaStark, 26

Nein, dieses recht hast Du nicht

Ausserdem muss eine Kündigung begründet sein, das ist nicht so einfach. Hast Du keinen Grund (z.B. Mietrückstände), dann hast Du schlechte Karten

Kommentar von ste1028de ,

Zunächst mal allen Danke für dei prompte Antwort. Ihre/Deine Antwort stimmt/passt jedoch nicht. Ich habe bewusst (!) Einliegerwohnung dazugeschrieben. In dem Fall kann man nach BGB 573 a auch unbegründet kündigen, wenn man eine zusätzliche Kündigungsfrist von 3 monaten gewährt. Heisst in meinem Fall 9 Monate "normale" K-frist, da der Mieter schon mehr als 8 Jahre in der ELW wohnt sowie weitere 3 Monate, wie schon zuvor erwähnt. Wie gesagt : Vielen Dank nochmal für das feedback.

Kommentar von albatros ,

So ist es ganz genau. Die KF beträgt demnach 12 Monate. Das hast du richtig erkannt. Du darfst nur nicht vergessen, in dem Kündigungsschreiben au den 573a hinzuweisen. Ansonsten wäre die K. unwirksam.

Antwort
von ponyfliege, 22

nein. hast du nicht.

Antwort
von kenibora, 24

Nein das hast Du nicht..... Haus & Grund informiert Dich gerne darüber!

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