Frage von Arcea, 106

Habe ich ein Alkoholproblem? Kultur der jungen Generation?

Hey Community,
ich (w/17) habe da etwas auf dem Herzen; und zwar habe ich das Gefühl, dass der Alkoholkonsum meiner Generation ziemlich krass ist, und enorm verharmlost wird. Davon bin ich auch selbst betroffen - Wöchentlich "Feiern" ist ganz normal. Und Feiern ist eigentlich schon ein Synonym für das exzessive Saufen. Ich habe da schon 'ne Menge schlechte Erfahrungen gemacht und versuche mein Konsumverhalten umzustellen: Höchstens zwei Bier pro Party zum Beispiel, das hat super geklappt: No regrets, die ich sonst schon hatte.
Ich habe das Gefühl, die zwei Jahre, die ich nun regelmäßig feiern gehe, haben meine Gesundheit bereits stark belastet. Mein Magen macht Sachen wie nie zuvor, und ich fühl mich fast durchgehend realitätsfern. Außerdem habe ich Angst, dass meine Fruchtbarkeit beeinträchtigt ist... Oh Mann.
Ich wollte einfach mal nach euren Erfahrungen fragen, wie es euch geht und wie ihr das alles empfindet. Und ja, die Sache mit dem Alkoholismus.. Wie steht ihr dazu, Gedanken, Selbstdiagnosen? Habe das Gefühl, dass das Thema in meinem Freundeskreis zu sehr verharmlost wird und daher greife ich auf euch als Community zurück.

Danke fürs Lesen und Zeit Nehmen, sowie für alle ernst gemeinten Antworten.
-Arcea

Antwort
von Grautvornix, 12

Gute Gedanken.

Alkoholkonsum wird in der Geselschaft toleriert, in der Sprache verniedlicht

(Bierchen, Schnäpsle etc.), und verharmlost.

Bis zu einem gewissen Grad.

Hat man eine unsichtbare Grenze überschritten und ist abhängig, dann ist man nur noch ein Spritti, Saufkopf, schwacher Mensch, im besten Fall krank.

Das Problem an der Geschichte ist, das diese Grenze bei jedem woanders liegt, sie nicht erkennbar ist, und es einen Point of no return gibt.

Körperliche Schäden treten bei dem einen früher, bei dem anderen später auf, einige sind reparabel, andere nicht.

Fakt ist, wenn du seit zwei Jahren trinkst, dann befand, und befindet sich dein Körper noch in der Wachstumsphase welche durch die häufige Zuführung von Gift erheblich beeinträchtigt wird.

Genau so ist es mit der Psyche, je früher man anfängt, desto eher wird man abhängig.

Ein Beispiel: Jemand der bis zum fünfzigsten Lebensjahr einen normalen Umgang mit Alkohol hatte, und dann auf Grund eines Schiksalschlages häufger zum Alkohol greift, der wird weniger wahrscheinlich nach zwei Jahren zum Alkoholiker, wie ein 15 jähriger.

Ist aber auch hier individuell verschieden.

Wenn du bedenken hast, dann bleibe bei den zwei Bier pro Party.

Ob du Schon Schäden davongetragen hast kann ein Arzt klären, wenn du ihm erhlich sagst worum es geht.

Ich sag jetzt mal ein Körper hält viel aus, aber wenn man sich bei der selbstdiagnose ständig was vormacht, dann wird sich das früher oder später rächen.

Mach doch einfach eine lange Pause, wenn du es jetzt noch kannst, dann wird dir der normale Alkoholkonsum in ein paar Jahren nicht genommen, und du kannst ein gelegendliches Glas Wein oder ein Bier mit Genuß trinken.

Hat erst eine Konditionierung eingestetz, ist das für alle Zeiten vorbei.

http://www.dr-mueck.de/HM_Sucht/Gehirn-Alkohol-Sucht-Verlangen.htm

Neuerdings hat man in gewissen Hirnregionen von
Alkoholabhängigen Veränderungen gefunden. So berichtet ein Aufsatz in der
Zeitschrift "Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie" (Georg Thieme Verlag,
Stuttgart. 2007) über einen Schwund des Stirnhirns (präfrontaler Kortex), das
für die verschiedensten intelligenten Leistungen des Menschen zuständig ist.
Normalerweise bildet sich dieser Hirnschwund im Laufe der Abstinenz innerhalb
von etwa zwei bis drei Monaten zurück. Das intakte Funktionieren dieser
Hirnregion stellt offenbar eine notwendige Bedingung für die Ausbildung einer
willentlichen Handlungskontrolle dar. Darüber hinaus wirkt Alkoholkonsum wie
die klassische Konditionierung, wobei ein alkohol-assoziierter Reiz
(beispielsweise der Geruch, das Gläserklingen, das Einsamkeitsgefühl vor dem
Fernseher) das Verlangen nach Alkoholkonsum auslöst. Tatsächlich zeigen
bildgebende Studien, dass Bilder und Gerüche alkoholischer Getränke zu einer
verstärkten Aktivierung von Regionen des Aufmerksamkeitssystems und anderen
Arealen führen. Das Ausmaß dieser Aktivierungen sagt voraus, ob ein Patient im
nachfolgenden Untersuchungszeitraum rückfällig werden wird. Für das
Rückfallgeschehen ist also gar nicht so sehr das bewusst erlebte Verlangen
ausschlaggebend, sondern eine automatisierte Handlungskette. Aktuelle
therapeutische Ansätze können diese Prozesse positiv beeinflussen.

Positiv beeinflussen, aber nicht rückgängig machen.

Antwort
von norbert9014, 12

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten: Ich kenne Deine Umstände nicht.... und das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig.

Jugendkultur hin oder her: Es kommt auf Dich an: Du scheinst Dir selbst ja mit einer guten Portion Kritik gegenüberzustehen: Das ist schon mal ein guter Anfang.

Abhängigkeit zeigt sich aber fast ausschließlich erst dann, wenn körperliche Entzugserscheinungen auftreten: Und dann ist es schon geschehen!

Viel stärker wiegt in meinen Augen die Art und Weise wie ich mich selbst an eine bestimmte Verhaltensweise (also: z.B. Trinken um Hemmungen besser überwinden zu können... oder um besser in Stimmung zu kommen... oder um nervöse Spannungssituationen besser auszuhalten) binde.

Diese Abhängigkeit.... an das Verhalten... ist das, was nach dem körperlichen Entzug in einer Therapie behandelt wird: Die Dauer der Therapie reicht natürlich niemals aus, um ein abschließendes Wissen über sich selbst und seine Sucht zu erlangen: Dazu gibt es dann die ambulanten Nachsorgeangebote der Suchtberatungsstellen und v.a. die Selbsthilfegruppen, die über Jahre diese Abstinenzhaltungen unterstützen können.

Was heißt das für Dich?

Bleib Dir selbst gegenüber wachsam und kritisch, vor allem im Hinblick darauf, warum Du Alkohol konsumierst.

Keep cool

Norbert

Antwort
von Ille1811, 23

Hallo Arcea!

Oft wird nur an die Schäden der Leber und des Gehirns gedacht, wenn es um Alkohol geht.

Nach dem, was du von dir schreibst, denke ich, dass du, wenn du nicht abhängig vom Alkohol bist, selbst dafür Sorge tragen kannst, dass diese Organe nicht zu sehr geschädigt werden.

Die Leber ist - wenn sie noch nicht so weit geschädigt ist, dass es eine Leberzirrhose ist - in der Lage, sich zu regenerieren. Auch die ca 10.000 Gehirnzellen, die bei jedem Vollrausch absterben sollen, lassen sich eine ganze Zeit lang durch andere Gehirnzellen ersetzen. Wir haben sehr viele Gehirnzellen, die dann die Arbeit der abgestorbenen übernehmen.

Aber: Alkohol ist ein Zellgift, was jeder Körperzelle Schaden zufügt! Und nicht jeder Schaden ist reparabel. Möchtest du irgendwann Mutter werden? Daran solltest du denken, wenn du regelmäßig Alkohol trinkst. Es reicht nicht, erst wenn ich schwanger bin, 'gesund' zu leben.

Antwort
von MrHilfestellung, 38

Alkohol wird nicht nur in der jungen Generation verharmlost. Die gesamte Gesellschaft verharmlost Alkohol. 

Damit will ich nicht sagen, dass man es verbieten soll, ich trinke selbst sehr gerne, nur sollte man sich Gedanken machen wieso man eine Droge, die nach mehreren Studien die Gefährlichste nach Heroin und Meth ist so glorifiziert, aber andere Rauschmittel verteufelt.

Antwort
von tony5689, 15

Selbstdiagnose? Alkohol macht sich sehr schnell sehr kaputy. Hab selber knapp 2 jahre lang sehr exzessiv gesoffen, das letzte halbe jahr täglich ne halbe flasche schnaps... Habe jetzt seit einiger zeit nichtsmehr getrunken, und es gehr mir sehr viel besser als früher. Ich empfehle dir einfach mal wirklich weniger zu trinken, am besten natürlich garnicht, oder eben bei den zwei bier auf der party zu bleiben, das reicht ja.

Antwort
von herakles3000, 28

Alkohol ist schon immer verharmlos worden und zwar weil der Stadt damit sein Geld macht und  Mal ehrlich das saufe tut jede Generation aber diese hier wird ja viel zu schnenl mit allem möglichen angelockt wie zb flatrat Partys oder Alkoholverpackungen die nicht danach aussehen oder danach schmeckt Und sogar extra auf Jugendliche zugeschcntten werden.nur die keine Hobbys oder andere Interesens haben müssen Saufen außerdem macht das auch auf dauer kein spass wen du glück hast hast du noch keinen Leberschaden.Und deinen Echten Freunde ist es egal ob du alkohol trinkst oder nicht sie sorgen eher dafür das es auch was nicht alkoholsiche für dich dort zu trinken gibt.Sache die du betrunken machen kanst weil du dan wenige hemmung hats könne dan schlechter ankommen oder du machts es im nüchtren zustand was dan auch eher zb zum erfogl führen kann .

Antwort
von Slackware, 34

Alkohol ist halt für das Hirn und vorallem für die Leber Gift. 

Ich selbst trinke sehr selten, dann aber unvernünftig viel. Da aber wirklich lange Zeit dazwischen liegt, mach ich mir keine Sorgen um meine Gesundheit. 

Wer jedes Wochenende maßlos bechert, der sollte sich halt nicht wundern, wenn die Leber sich irgendwann mit einem netten: "Leck mich doch" verabschiedet. 

Wenn ich jedes Wochenende feiern würde, dann eben nur vielleicht ein mal in zwei Monaten richtig viel und die restlichen Male dann halt nur 1 - 2 Bier. 

Am Ende muss jeder selbst wissen, was er sich antut. 

Antwort
von klugshicer, 25

Auch wenn die Lehrmeinungen etwas anderes sagen, ich bin der Meinung, dass es nicht am Stoff sondern von der Persönlichkeit des einzelnen abhängt, ob jemand süchtig wird oder nicht.

Ob Du jetzt süchtig bist oder nicht, kann man anhand deiner Frage noch nicht sagen, denn es fehlen Informationen darüber ob Du z.B. selber einen Druck verspürst Alkohol zu trinken.

Wenn Du es mal nicht schaffst dich an dein gesetztes Limit von 2 Bier zu halten, artet das dann jeweils in einem Alkoholexzess aus oder  kannst Du bei 3 Bier noch stoppen?

Kommentar von Arcea ,

Ich denke, ja. Natürlich habe ich schon psychologische Selbstdiagnosen angestellt, im Rausch haben sich da auch einige Türen ins Unterbewusstsein geöffnet, die ich mir nun versuche, nützlich zu machen. Das hat einige Zeit und Räusche(?) gedauert, darüber bin ich denk ich aber nun hinweg und reduziere den Konsum..
Ab wann treten denn Leberprobleme circa auf? Geht das, nach zwei Jahren, sagen wir grob einmal alle zwei Wochen (meist Vollrausch)?

Kommentar von klugshicer ,

Ob und wann du eine Leberzirose bekommst kann man nicht pauschal sagen - manche saufen 20 Jahre lang ohne nennenswerte Leberschäden, währen bei anderen die Leber schon nach 10 Jahren aufgibt.

Bei dir scheint sich der Alk eher auf die Psyche auszuwirken - besser wenn Du komplett auf Alkohol und andere Drogen verzichtet.

Antwort
von 1992peggy, 16

Es ist eine Tatsache, dass die heutige Jugend zuviel Alkohol konsumiert.

Angefangen von Alco Pops, Biermischgetränken und dann die Hammermischungen Energydrink und Vodka.

Zum Alkoholiger wird man, wenn man ohne Alkohol nicht mehr Leben kann oder dieses bestreiten kann. Allerdings sollte das gelegentliche Trinken oder Wochenendsaufen auch stark kontrolliert und eingeschränkt werden.

Weniger ist manchmal mehr und sinnvoller.

Antwort
von Whispywhisp6, 29

Ich habe in meinem Leben noch nie Alkohol konsumiert und bin auch froh drüber. Man kann sich auch nüchtern auf Partys amüsieren, vor allem wenn die Freunde alle sturzbesoffen sind :D 

Ich finde Alkohol sollte genauso wie Drogen verboten werden (würde zwar nichts ändern, denn auch Drogen werden regelmäßig konsumiert), denn Besoffene können weitaus gefährlicher sein als Kiffer :p (meine Meinung, ich nehme keinerlei solcher Dinge)

Ps. Bin 19 also ungefähr dein Alter

Antwort
von KeepoKappa, 34

Alkohol wird bei vielen eh nur dazu verwendet, um offener zu werden und cool zu sein. Weil naja, wer betrunken halt interessant ist, ist nicht betrunken so spannend und interessant, wie der Grashalm auf einem Feld. 

Andere nutzen das auch, um Sachen zu vergessen und sich nur komplett darauf zu konzentrieren (Bild im Anhang dazu), also wird es wohl seine Gründe haben.

Im Grunde ist es nur Gruppenzwang und das die meisten einfach uninteressant wie sonstwas sind, ohne Alkohol.

Antwort
von Daniel2881, 31

Hei , wenn du dir gedanken um deine Gesundheit machts dann such zur  Vorsicht bald einen Arzt auf und lasse dich durchchecken :) ich denke auch das die Gefahr des Alkohols vernachlässigt wird , man sieht im Dienst immer öfters betrunkene junge Kinder oder rauchenden Kinder . Die Zeiten haben sich schon verändert :)

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