Frage von sophieD2604, 78

Habe ich die richtige Arbeit für mich?

Ich bin 17 Jahre alt und habe meine mittlere Reife. Mit 16 habe ich eine Friseurausbildung angefangen, weil ich dachte Spaß wäre mir wichtiger als Geld und leider habe ich aus Faulheit keine weiteren Praktika gemacht. Jetzt bereue ich es ein bisschen, weil ich immer dachte, Büro wäre nichts für mich. Ich weiß nicht was ich machen soll. Einerseits muss ich mir mein verdienst selbst erarbeiten und aufsteigen, aber andererseits wäre Büro doch viel einfacher und entspannter. Ich freue mich auch meistens nicht mehr auf die Arbeit, hab keine Lust, will einfach wieder Ferien. Kann mir jemand helfen, wie ich mich vielleicht in der Zeit umorientieren kann, was ihr von Ausbildung abbrechen haltet und wie ich mich mehr motivieren kann. Hat jemand von euch zwei Ausbildung gemacht oder ist danach wieder auf die Schule?
Ich freue mich sehr auf die Antworten
Liebe Grüße

Antwort
von KleinerEngel18, 21

Also ein Beruf der dir keinen Spaß macht bringt dir nichts. Schaue dich doch lieber nach etwas Anderem um.

Büro ist so viel einfacher und entspannter? Dann warst du wohl noch nie in einem Praktikum in einem Büro. Die Arbeit ist sehr anstrengend, man muss sich viel merken und man muss auch schnell arbeiten.

Antwort
von Hexe121967, 37

auch im büro muss man arbeiten um sein geld zu verdienen. ob es einfacher und entspannter ist als den friseurberuf wage ich zu bezweifeln. es sind halt zweierlei paar schuhe.

Antwort
von Gwynbleidd, 33

Also wenn dir der Beruf keinen Spaß macht dann bringt das absolut nichts. Du kannst jederzeit die Ausbildung abbrechen und eine neue anfangen. Ich kenne jemanden der hat Kochgehilfe gelernt und hat nach zwei Jahren Ausbildung abgebrochen und macht jetzt eine Lehre zum Elektroniker. Du siehst alles ist möglich in der heutigen Zeit. Ausbildung abbrechen ist nie gut, aber machmal halt notwendig. Wenn man echt gar keinen Spaß am Beruf hat und fest entschlossen ist, einen anderen zu erlernen, dann bricht man ab.

Aber mal so ne Randinfo: Hast du eigentlich na Ahnung wie es in einem Büro zu geht? Leicht und entspannend ist das definitiv auf gar keinen Fall.

Kommentar von sophieD2604 ,

Erstmal vielen Dank für Antwort.
Eigene Erfahrung habe ich noch nicht gemacht, nur wird es mir immer so schön geredet. Meine Freundinnen sind fast alle ins Büro gegangen und erzählen mir, dass sie nichts machen müssen und wenn sie keine Lust haben, dann machen sies später. Sie dürfen kommen und gehen wann sie möchten, hauptsache sie kommen auf ihre 8 Stunden. Ich will natürlich was zu tun haben, das klingt so als wär ich stinkfaul, nur find ich, ich habs mir schwieriger gemacht. Vor allem nach der Ausbildung und mehr Geld wäre es auch.
Wäre es dir das Wert, oder wie ist deine Einstellung dazu?

Kommentar von Andreas Schubert ,

Denke immer daran, dass Du evtl. über einige Jahre hinweg den Beruf ausübst, den Du Dir aussuchst und dass es Dir eben auch noch in 10 Jahren Spass machen sollte.

Gefrustete Menschen, die täglich mit heruntergezogenen Mundwinkeln zu Arbeit gehen, gibt es genügend.

Und  ..JA  ... so wie Du schreibst/Dich ausdrückst, wirkt es definitiv so, als wärst Du schlichtweg einfach stinkfaul und bequem.

Wenn es für Dich die Erfüllung wäre, in Deinem Berufsleben einfach nur dröge dahin zu vegetieren (auch das Gehirn baut ab, wenn es nicht gefordert wird)  und es als einzige erstrebenswerte Herausforderung siehst, auf den Feierabend und das Wochenende zu warten, dann bewirb Dich dort, wo Deine Freundinnen arbeiten  .....  die aber sicher alle nicht wissen, wie lange sie noch dort arbeiten werden und wie lange das noch möglich ist, den ganzen Tag mehr oder weniger nichts/nicht viel zu arbeiten und einfach nur die Stunden bis zum Feierabend abzusitzen.

Wenn auch deren Betriebe irgendwann einmal anfangen zu rechnen und sich von "unproduktiven Mannstunden" trennen, sind diejenigen zuerst deren Job los, die eben am wenigsten Produktives leisten.

Was den Friseurberuf betrifft, ist es schlicht und einfach so, dass es in dieser Branche jede Fachkraft selbst in der Hand hat, wie viel sie verdient.

Schon jetzt wsuchen etliche richtig gute und entsprechend gut zahlende Salons händeringend nach guten Mitarbeitern/innen  .... und darunter sind viele Salons, die über den Mindestlohn lediglich gelacht haben, weil sie vorher schon nicht unter 10,00 EUR/Std. bezahlt haben  ... zuzüglich Provisionen für die Arbeiten und den Produktverkauf, zuzüglich Tankkarten-Zuschüssen, zuzüglich aller interessanten Seminare, Schulungen, Reisen, u.s.w.

Wer als gute Fachkraft in einem ordentlichen Salon mit nur 200 - 300 EUR Trinkeld im Monat nach Hause geht, macht sich schon Gedanken darüber, ob sie/er in dem entsprechenden Monat irgendwas verkehrt gemacht hat.

In Zukunft wird es immer noch einfacher werden, im Friseurberuf gut weiter zu kommen und auch gut zu verdienen, denn Haare wachsen immer und wollen gefärbt/umgeformt/etc. sein  ... und der Nachwuchs ist immer weiter rückläufig.

Aber eben auch dieser Beruf hat halt damit zu tun, dass man etwas arbeiten muss und wenn der eigentliche "Funke" des Berufs nicht auf Dich überspringt (der Spass am Gestalten, Verschönern, dem Umgang mit Menschen, die Vielseitigkeit, Reisemöglichkeiten, Hirnfutter, Menschen glücklich machen, zig Weiterentwicklungsmöglichkeiten, u.s.w.), dann hat das wenig Sinn.

Die meisten Friseurfachkräfte bezeichnen das, was sie tun, nicht als deren Arbeit und Beruf, sondern als "Berufung", Lebensinhalt und ihrem Hobby, mit dem sie auch noch Geld verdienen.

Wer lediglich und vordergründig Geld und seine Bequemlichkeit vor Augen hat, bei dem was er macht, wird darin nie erfolgreich sein und macht sich automatisch recht leicht und schnell austauschbar  ... und evtl. irgendwann auch verzichtbar.

Kommentar von sophieD2604 ,

Deine Ansicht der Dinge hat mich wirklich weiter gebracht. Du hast mir ehrlich und direkt deine Meinung geschildert und dafür bin ich dir dankbar. Ich werde meine "Meinung" nochmal überdenken.

Kommentar von Andreas Schubert ,

Wichtig ist immer, ehrlich und offen zu sein.
Die Wahrheit sollte immer Vorrang vor lügen und Heucheleien haben, denn "everybody's darling = everybody's Depp" ;-)

Und wer weiß  ...  evtl. wirst Du eine Top-Fachkraft, entwickelst Dich gut weiter, stehts irgendwann für eine gut zahlende Firma auch noch auf Frisurenshow-Bühnen rund um die Welt oder interessierst dich irgendwann mal für nachhaltigere und nicht gesundheitsschädliche Produkte und landest am End' noch bei uns. ;-)

Wie und was auch immer  ...  schau, dass Du was aus Dir machst, bevor Du irgendwo versauerst, in irgendeinem 08/15 Job überflüssig wirst, aus der Straße stehst, Dich dann von irgendeinem Deppen versorgen lässt, der Dich evtl. auch noch schlägt und Du Dein Leben ansonsten grad noch mit stetig schrumpfenden Hirn vor der Glotze mit RTL II & Co,. verbringst.

DAS war nun die etwas "krasse Vorschau", aber eben immer häufiger möglich, ebenso wie in vielen Büroberufen in den kommenden 10 - 20 Jahren noch recht viele Stellen weg rationalisert werden.

Kommentar von sophieD2604 ,

Ja man muss immer positiv denken, auch die guten Seiten seiner Arbeit sehen, dass jeder schlechte Tage hat, aber man ehrlich zu sich sein muss, aufhören sich selbst mit anderen zu vergleichen. Das ist immer schlecht. Auch wenn der Weg schwer wird, dafür hat man es später um so besser

Wie meinst du 'bei uns'? Mir kommt es auch so vor, als hättest du Erfahrung in dem Beruf. Ich würde mich freuen, wenn du mir darüber erzählen könntest und ob du schon Erfahrungen mit herumreisen und Bühnenshows hast!

Kommentar von Andreas Schubert ,

"Bei uns" heißt schlicht und einfach  ... in meinen bisherigen Salons und in meinem neuen Haar-Wellnesskonzept.

Bühnenshows und der ganze Rest des "Jahrmarkts der Eitelkeiten" sind mir persönlich schon immer eher am Allerwertesten vorbei gegangen  . . .  aber für jede typische Friseurfachkraft mit Leib und Seele gehört das nach wie vor dazu und für 90% ist das absolut erstrebenswert.

Habe mir noch nie viel daraus gemacht, im Mittelpunkt oder Vordergrund zu stehen  ....  bin eher der "Tüftler", der schon immer daran interessiert war, Haare zu retten, Haare zu erhalten, zu pflegen und darüber den Kundinnen ein glückliches Lächeln ins Gesicht zu zaubern.   Auch Messebesuche waren mir immer eher zuwider  .... aber so ca. 10 - 15 habe auch ich in den vergangenen 30 Jahren besucht   .... was natürlich absolut wenig ist.

Reisen hätte mir gelegen  ... aber dafür muss man sich natürlich "in Szene setzen" und sich in das Standard-Friseurkarussell" eingliedern (Kontakte, Leistungen hervorheben und öffentlich präsentieren, etc.)

Einige meiner ehemaligen Mitarbeiterinnen glänzen immer wieder auf Bühnen, lassen sich von La Biosthetique, sens.us, Newsha und Matrix für gutes Geld mit einspannen, wenn es um Salonschulungen, Produktpräsentationen und auch Weiterentwicklungen von Produkten geht.

Für alle Fachkräfte, denen im Friseurberuf primär immer die neueste Mode wichtig ist und die quasi "süchtig" nach immer neuen Trends und Techniken sind (was logischerweise auf mind. 95% zutrifft), sind selbstverständlich Shows, Messen & Co. sozusagen lebenswichtig ... und das ist ja auch gut so, denn alles andere wäre ja "Stillstand".

Und genau dieses "sich selbst ständig erneuern" der Mode, der Techniken und Trends ist es ja auch, was Friseure/innen fit, motiviert, happy macht  ... und  auch jung hält. 

Wenn Du Dir mal 20 Friseurinnen z.B. um die 50 anschaust und daneben 20 Frauen aus Büro- und sonstigen Berufen daneben stellst, wirst Du unter den Friseurinnen deutlich mehr finden, die wesentlich jünger aussehen und wirken. ;-)

Unter meiner Leitung entstehen nun innerhalb der nächsten Jahre bundesweit kleine Wellness- und Haarpflege-Lounges, in denen wir Kundinnen eine von mir ausgearbeitete Wellness-Haarbehandlung genießen lassen (den Wellness-Kurzurlaub rund um Kopf und Haare) und in denen gleichzeitig über das Thema Chemieprodukte vs. Naturprodukte informiert wird.

Ebenso wird logischerweise mit den Naturprodukten gearbeitet und 99% aller bisherigen Kundinnen sind davon absolut begeistert, weil sie vorher noch selten bis nie so ein Haargefühl hatten  . . . und das auch noch mit Produkten, die weder den Haaren noch langfristig dem Organismus schaden können.

Wir suchen übrigens auch ständig sowohl Mitarbeiterinnen, die einfach darauf angelernt werden können, als auch Friseurinnen und Friseurmeisterinnen . . .  und niemand verdient bei uns unter 16 - 18 EUR/Std.

Expertenantwort
von Andreas Schubert, Haarpflege-Experte, 22

Wenn Du an "Aaufstieg" und Weiterentwicklung denkst, wird Dir das in keinem Beruf einfach so geschenkt, arbeiten musst Du ebenso in jedem Beruf und die Anzahl der Urlaubstage liegt im Berufsleben halt generell weit unter denen der Ferienzeiten, die man als Schüler/in hat   . . .  das ist völlig normal.

Wenn Du allerdings definitiv den Eindruck hast, dass einer der kreativsten Berufe, der auch noch vielseitiger und abwechslungsreicher ist, als eben die meisten anderen Berufe, definitiv gar nichts für Dich ist, dann solltest Du Dich logischerweise nicht damit quälen, quasi "unter Zwang" zu arbeiten, nur weil Du jetzt schon eine Ausbildung in diesem Beruf angefangen hast.

Logischerweise kannst Du eine Ausbildung jederzeit abbrechen und eine andere Ausbildung beginnen ... oder eben auch erst einmal noch eine weiterführende Schule besuchen.

Sprich darüber einfach mal sowohl mit Deinem/r derzeitigen Chef/in als auch mit einem Berufsberater .... die kennen sich bestens aus und können Dich auch entsprechend beraten .... auch bezüglich der Vorgehensweise und der Möglichkeiten.


Toi toi toi, alles Beste für Deine Zukunft und dafür, dass Du DEN Beruf/DIE Arbeit findest, die Dich wirklich happy macht.

Kommentar von sophieD2604 ,

vielen Dank! hast mir sehr gut geholfen

Antwort
von eXquiisiTe, 31

Bist du noch in der Probezeit? Wenn ja mach doch einen Aufhebungsvertrag

Kommentar von Andreas Schubert ,

Sie ist in der Ausbildung im ersten Lehrjahr  ... aber das hatte Sie auch auch so geschrieben.

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