Frage von vnumbrs, 26

Habe ich Anzeichen für eine generalisierte Angststörung?

Ich habe keine Schweißausbrüche, Hitzegefühl oder Kälteschauer oder Schwindel, aber ich fühle mich in vielen normalen Alltagssituationen sehr unangenehm. Beispielsweise kann ich nicht telefonieren. Selbst wenn Freunde anrufen (es sei denn es sind sehr gute Freunde oder Familie), kriege ich ein komisches Gefühl in der Brust und im Magen und geh meist nicht ran - noch viel schlimmer ist es demzufolge wenn unbekannte Personen anrufen etc. Ich möchte keine Pizza per Telefon bestellen oder sonstiges. Auch habe ich ständig Angst, dass Leute denken könnten, dass ich sie anlüge. Wenn ich z.B. krank bin und bei meiner Arbeit anrufen muss um das zu melden (da kommen gleich zwei für mich unangenehme Faktoren zusammen). Damit zusammenhängend muss man auch sagen, dass ich häufig misstrauisch bin (oft, ohne Grund), weil ich mir Dinge vorstelle, die ja eigentlich dahinterstecken KÖNNTEN. Oftmals weiß ich auch, dass es kompletter Unsinn ist, was ich mir einbilde, aber ich kann es nicht abstellen. Dazu rege ich mich häufig innerlich über kleinste Sachen auf, weiß aber, dass es das nicht wert ist und behalte meine Gedanken dann häufig für mich. Mir fällt es schwer in Situationen, wo es z.B. komplett ruhig ist im Büro, etwas zu sagen, auch wenn ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht habe und weiß, dass meine Kollegen sehr nett sind. Ich mag es nicht, eine viel spurige Straße zu Fuß zu überqueren und vor den Autos langzulaufen, die Fahrer könnten mich ja ansehen... Ich mache mir auch oft Sorgen um meine Familie und meine Freunde, dass ihnen irgendetwas passiert oder dass mir etwas passiert, oft aus keinem ersichtlichen Grund. Ich kann nicht alleine in der Wohnung nachts bleiben, ohne ständig Panik zu haben, dass jemand einbricht oder sich im nächsten Raum versteckt und auf mich wartet. Es ist alles etwas komisch und viele meiner Freunde/Bekannten verstehen das nicht - ich selbst ja auch nicht. Wie gesagt, weiß ich bei den meisten Dingen, dass es keinen Grund zur Sorge gibt oder sich unwohl zu fühlen, aber ich kann es einfach nicht abstellen. Dazu bin ich auch ständig müde. Egal wie viel ich schlafe, ich bin am Morgen und den Tag über müde. Am Wochenende schlafe ich manchmal 10 Stunden, frühstücke, gehe mit dem Hund raus und schlafe um 12 wieder für mehrere Stunden einfach ein. Mir ist klar, dass hier niemand davon eine Diagnose stellen kann, aber vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen oder so. Vielen Dank schon einmal!

Antwort
von FlyingCarpet, 16

Lass Dich erstmal beim Hausarzt komplett durchchecken, wg. der Müdigkeit. Auch die Schilddrüse. Hört sich eher nach mangelndem Selbstbewusstsein und Schüchternheit an. Mach 2 x in der Woche Sport, das lenkt ab und steigert auch das Selbstbewusstsein.

Expertenantwort
von aida99, Community-Experte für Gesundheit, 14

Du scheinst unter diesen Problemen zu leiden - also empfehle ich Dir, etwas dagegen zu unternehmen, ohne hier von Ferne eine Diagnose abzugeben. Du kannst z.B. direkt zu einer/m Verhaltenstherapeuten/in gehen, ohne Überweisung vom Arzt (wobei ich Dir auch empfehlen würde, Dich körperlich durchchecken zu lassen). Versichertenkarte genügt, die Kasse zahlt die Kosten.

Mein Tipp: Beim Patiententelefon der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es die Namen von V-Therapeuten, die aktuell Plätze frei haben. Ich kann mir vorstellen: Es wird Dir schwer fallen, dort anzurufen. Aber die Mitarbeiterinnen dort habe ich immer als sehr nett und hilfsbereit erlebt. Überlege Dir vorher, ob Du bei einem Mann oder einer Frau Therapie machen willst (bist zu weiblich, empfehle ich eine Frau).

Der Vorteil: Du musst nur 1 Mal beim Patiententelefon anrufen und 1 oder 2 Mal bei TherapeutInnen, um einen Kennenlern-Termin auszumachen. Wenn Du aber alle Therapeuten bei Dir in der Umgebung abtelefonieren müsstest, und keiner hätte freie Termine - das wäre für Dich sicher ein Alptraum. Also nimm die Abkürzung.

Denk daran: Da draußen gibt es Hilfsangebote für Dich. Du kannst Dich dafür entscheiden, Dich künftig besser fühlen zu wollen!

Antwort
von nox3r, 26

Du sagst schon vollkommen richtig, dass hier keiner eine Diagnose stellen kann (und ich füge hinzu, dass du dich in Acht nehmen solltest vor denen, die es versuchen).
Worauf ich aus dem Text schließe ist, dass du dein Verhalten und deine Gedanken selbst nicht normal findest und darunter leidest. Was ich zwischen den Zeilen gelesen habe ist, dass dir durchaus klar ist, dass es sich um ein psychiatrisches Problem handelt.

Hier wird dir niemand eine Lösung anbieten können. Meine Empfehlung wäre, Kontakt zu einem Psychiater oder besser Psychotherapeuten aufzunehmen. Wenn du ein gutes Verhältnis zu deinem Hausarzt hast (und dieser ein Maß an Kompetenz aufweist) wäre vorerst ein Gespräch dort auch sehr zu empfehlen.

Ob und wann du das machst ist eine Entscheidung, die dir weder hier noch sonstwo jemand Abnehmen kann. Wenn du darunter leidest (und wie gesagt glaube ich das aus dem Text herausgelesen zu haben) solltest du es aber nicht auf die lange Bank schieben, weil es mit der Zeit eher schwerer als leichter wird (sowohl die Symptomatik als auch es wieder los zu werden).

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