Frage von PsychKG, 84

Habe ich Anspruch auf Grundsicherung, wenn ich noch bei meinen Eltern lebe?

Ich bin schwer psychisch krank(Diagnostiziert von Ärzten) und werde wohl in nächster Zeit keiner geregelten Arbeit nachgehen können. Einen Antrag auf Erwerbsminderung habe ich noch nicht gestellt.

Wie sieht es da mit der Grundsicherung aus? Ich habe mal gelesen, dass behinderte Menschen Anspruch darauf haben nach dem 18. Geburtstag.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Geld, 42

Deine Erkrankung / Behinderung müsste dauerhaft sein,du dürftest deinen Lebensunterhalt durch deine Behinderung nicht selber sichern können !

Du müsstest also eine volle dauerhafte Erwerbsminderung haben und deinen Unterhaltsbedarf nicht sichern können.

Dann bestünde unter Umständen ein Anspruch auf Grundsicherung bei voller dauerhafter Erwerbsminderung,wenn die Unterhaltspflichtigen kein Brutto Jahreseinkommen von über 100 000 € hätten.

Du müsstest dann so wie ein junger Erwachsener ab 25 im SGB - ll ( ALG - 2 ) behandelt werden,dann stellt man nämlich seine eigene BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) dar.

Dir müsste dann angenommen der derzeit volle Regelsatz von 404 € zustehen und dazu dein Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),der wird aus der Warmmiete geteilt durch die Personen im Haushalt berechnet.

Die Eltern hätten dann auch über das 25 Lebensjahr hinaus Anspruch auf Kindergeld,wenn die Behinderung vor dem 25 Lebensjahr aufgetreten ist.

Wenn die Eltern dann selber keine Sozialleistungen bekommen würden,dann sollten die Eltern dir das Kindergeld nicht selber aushändigen bzw.überweisen,denn dann würde es vom Sozialamt auf deinen Bedarf angerechnet,weil es dann als dein Einkommen zählen würde.

Antwort
von ich500, 47

Gemäß §41 SGB XII (Sozialgesetzbuch, zwölftes Buch) ist man unter folgenden Vorrausetzungen in der Grundsicherrung im alter oder bei dauerhaft voller Erwerbsminderung unter folgenden Aspekten anspruchsberechtigt:

-Dauerhaft volle Erwerbsminderung

-vollendung des 18. Lebensjahres

-Notwendiger Lebensunterhalt kann nicht aus eigenen Einkommen oder Vermögen bestritten werden.

Gemäß §43 Abs. 5 SGB XII bleiben die Unterhaltsanprüche, die du gegen deine Eltern hast unberücksichtigt, sofern deren Jahreseinkommen unter 100.000€ liegt

Da du aber keinen eigenen Haushalt führst, wirst du wahrscheinlich nur der Regelbedarfstufe 3 (324€/mon.) zugeordnet. (§§28, 42 SGB XII, Anlage zu §28 SGB XII)

Antwort
von beangato, 44

Hast Du einen Ausweis oder einen Grad der Behinderung? Nur, weil man krank ist, hat man das nict automatisch.

Ich denke, für Dich käme eher Sozialhilfe in Anspruch - google mal danach.

Antwort
von Joeng, 19

Für mich klingst du ein bisschen wie jemand, der einfach am glücklichsten zu Hause in seinem Zimmer ist und gerne bei den Eltern lebt (was ihnen möglicherweise auch gefällt) - in die Welt rausgehen, arbeiten und alles....nöööö, bloß nicht!!! Ich kanns dir nicht verdenken und vielleicht hast du beim Psychodoktor so gut simuliert, dass er dich als "schwer psychisch krank" (depressiv?) einstufte - kann ihm auch ein bisschen egal sein, er denkt an sich und sein Einkommen, an sein Leben halt (hat ja lange studiert, die Abschlüße in der Tasche und der Rubel rollt für ihn).

Ich möchte dich nur etwas warnen - wenn du mit 18 als "schwer psychisch krank" nach draußen gehst zu Ämtern und Behörden, wirst du diesen Stempel schwerlich wieder los und das kann dir vielleicht mal später im Leben, wenn eine Chance auf dich zukommt (und das passiert bei den meisten Menschen ein paarmal), den Weg zu dieser versperren.

Ob das die Grundsicherung wert ist...? Und das sowieso nur für "eine gewisse Zeit"?

Da du noch minderjährig bist (bekommen deine Eltern noch Kindergeld für dich?) und zu Hause keine Miet- und sonstigen Kosten hast - sehe ich eher schwarz mit Grundsicherung. Es sei denn, ihr seid eine Bedarfsgemeinschaft, aber ich vermute mal, deine Eltern haben ein Haus (worin es dir gut gefällt) und genügend Einkommen. Dh. die Einkommens- und Vermögensverhältnisse deiner Eltern wären in diesem Fall ausschlaggebend.


Antwort
von LittleMistery, 41

Was heißt denn schwer?

Ich denke das liegt dran wie schwer wirklich und wo du wohnst und sowas, was deine sonstigen Einkünfte sind.

Antwort
von ziegchen, 45

Hi ich hab selber ne behinderte Tochter über 18 die bekommt nix weil sie noch bei uns wohnt :/ sie ist zu 100% behinderte kann weder schreiben noch lesen,das Einkommen von den Eltern wird mit angerechnet daher bekommt sie nix tja scheiss statt

Kommentar von ich500 ,

Meiner meinung nach hätte deine Tochter aber anspruch auf Grundsicherung, da hier die Unterhaltsansprüche des Kindes gegen die Eltern nach §43 Abs. 5 SGB XII regelmäßig unberücksichtigt bleiben, sofern euer Jahreseinkommen unter 100.000€ liegt. Du solltest dich eventuell mit einen Fachanwalt für Sozialrecht in verbindung setzten, ich denke eure erfolgschancen stehn gut.

Kommentar von ziegchen ,

Hi ja ich weiß das,aber wir würden abgelehnt,ich weiß mir auch keinen Rat mehr bin fix und fertig und hab keine Kraft mehr  

Kommentar von isomatte ,

Holt euch beim Amtsgericht einen Beratungsschein,damit könnt ihr dann einen Fachanwalt aufsuchen,der regelt das dann für euch !

Aus welchem Grund wurde der Antrag denn abgelehnt ?

Habt ihr den Antrag auch beim zuständigen Sozialamt gestellt und nicht beim Jobcenter ?

Dann würde ich die Ablehnung evtl.nachvollziehen können,oder habt ihr als Eltern mehr als 100 000 € Brutto Jahreseinkommen ?

Denn im SGB - ll vom Jobcenter musst man nicht gerade gut verdienen um eine Ablehnung zu bekommen.

Nur mal ein Beispiel :

Wenn ihr für die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) 600 € monatlich zahlen müsstet,dann kämen derzeit noch für euch beiden Elternteile je 364 € Regelsatz ( Lebensunterhalt) dazu und für die Tochter ab 18,aber unter 25 noch mal 324 €.

Dann würde euer Bedarf bei min. 2 x 364 € = 728 € + 1 x 324 € Kind = 1052 € + 600 € KDU = min. 1652 € Gesamtbedarf betragen.

Es würde also dann schon ausreichen wenn die beiden Elternteile je 1100 € Nettoeinkommen hätten,denn dann bliebe ein anrechenbares Einkommen von je 800 € Netto,nach dem man den Freibetrag auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll abgezogen hat.

Dann läge das anrechenbare Einkommen schon ohne evtl.Kindergeld bei etwa 1600 €,käme dann noch das Kindergeld dazu,was dann Einkommen des Kindes wäre,dass dann bis auf max. 30 € Versicherungspauschale auf dessen Bedarf angerechnet würde,dann würde schon kein Leistungsanspruch mehr bestehen.

Kommentar von altgenug60 ,

Deine Tochter HAT Anspruch auf Grundsicherung! Nicht abwimmeln lassen! Unser behinderter Sohn bekommt auch Grundsicherung!

Antwort
von grubenschmalz, 46

Psychisch krank und behindert ist noch ein Unterschied.

Kommentar von ziegchen ,

Hi wo soll da der Unterschied liegen??

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