Frage von Cryona, 23

Habe ich Anspruch auf alle Urlaubstage?

Hallo zusammen!

Ich habe letzte Woche die Kündigung eingereicht und nun eine Aufstellung meiner Urlaubstage bekommen. In dieser Aufstellung heißt es, dass mir lediglich 20 Urlaubstage dieses Jahr zustehen. In meinem Vertrag steht, dass ich 24 Urlaubstage habe. Wir arbeiten in dem Unternehmen allerdings, in der Regel, von Montags bis Freitags.

Da ich nach dem 30.06. gekündigt habe, habe ich ein Recht auf meinen gesamten Jahresurlaub - soweit so gut aber wie kommt man dann auf 20?

Als mein Chef meine Kündigung unterschrieben hat, hat er auch unterschrieben, dass ich die letzten 9, noch nicht verplanten, Urlaubstage innerhalb der Kündigungsfrist nehme. Laut der Tabelle hab ich aber nun keine 9 mehr sondern nur noch 5.

Zusatz: Wir gehen nicht im schlechten auseinander und ich möchte keinen unnötigen Stress auslösen!

Kann mir jemand helfen? Ich bin verwirrt ;)

EDIT1:

Hier der Auszug aus meinem Vertrag:

Der Urlaubsanspruch des Arbeitnehmersrichtet sich grundsätzlich nach dem Bundesurlaubsgesetz. Mit dem Arbeitnehmerwerden zurzeit 24 Arbeitstage als Urlaub vereinbart. Der Zeitpunkt desUrlaubsantritts ist unter Berücksichtigung der Geschäftsinteressen festzulegen.

EDIT2: Bitte keine Dreisatzrechnungen mehr mit "Urlaub durch 12 Monate, mal deine gearbeiteten Monate" Das ist Quatsch in diesem Zusammenhang.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 19

Der gesetzliche Urlaubsanspruch von 24 Werktagen gilt bei einer Sechs-Tage-Woche, das heißt bei einer Fünf-Tage-Woche 
hast du einen gesetzlichen Anspruch auf umgerechnet 20 Urlaubstage.

Die darüber hinausgehenden, arbeitsvertraglich vereinbarten vier Urlaubstage beruhenden auf einer freiwilligen Leistung des Arbeitgebers bzw. auf einer tarifvertraglichen Vereinbarung.

Auch auf diese zusätzlichen Urlaubstage hast du Anspruch, wenn dieser Anspruch nicht durch eine entsprechende Vereinbarung im Arbeits- bzw. Tarifvertrag ausdrücklich ausgeschlossen wurde.

Kommentar von Cryona ,

Danke! 

Das wollte ich wissen :)

Kommentar von lenzing42 ,

Immer gerne.

Kommentar von lenzing42 ,

Es freut mich, wenn ich dir helfen konnte - und danke für den Stern.

Antwort
von DarthMario72, 14

Wenn du in der zweiten Jahreshälfte ausscheidest und länger als 6 Monate in der Firma beschäftigt bist, hast du Anspruch auf den vollen gesetzlichen Mindesturlaub - bei einer 5-Tage-Woche sind das 20 Tage. Das ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz und der Rechtsprechung. Bedenke aber, dass du bei einem neuen AG darauf keinen Anspruch mehr hast, denn Doppelansprüche werden ausdrücklich ausgeschlossen.

Für den zusätzlichen Urlaub kommt es darauf an, ob es im Arbeitsvertrag oder ggf. einem anzuwendenden Tarifvertrag ein Zwölftelregelung gibt oder nicht. Gibt es eine solche Regelung, steht dir der Urlaub anteilig zu. Gibt es eine solche Regelung nicht, steht dir auch hier der volle Urlaub zu.

Kommentar von DarthMario72 ,

Hier der Auszug aus meinem Vertrag:

Der Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers richtet sich grundsätzlich nach dem Bundesurlaubsgesetz. Mit dem Arbeitnehmer werden zurzeit 24 Arbeitstage als Urlaub vereinbart. Der Zeitpunkt des
Urlaubsantritts ist unter Berücksichtigung der Geschäftsinteressen festzulegen.

Keine Rede von einer Zwölftelregelung bzw. anteiligem Urlaubsanspruch? Gibt es einen Tarifvertrag der anzuwenden ist? Wenn nicht, stehen dir die 24 Tage komplett zu.

Der AG muss dir für deinen nächsten AG eine Urlaubsbescheinigung ausstellen (§ 6 Abs. 2 BUrlG), damit der gesetzliche Mindesturlaub nicht doppelt genommen werden kann.

Antwort
von RobertLiebling, 10

dass mir lediglich 20 Urlaubstage dieses Jahr zustehen. In meinem Vertrag steht, dass ich 24 Urlaubstage habe.

Steht da zufällig ein Mal "Werktage" und ein Mal "Arbeitstage" dabei? Bei einer 5 Tage-Woche entsprechen 20 Arbeitstage genau 24 Werktagen. Das wäre auch der Mindestanspruch nach BUrlG.

Kommentar von Cryona ,

Hier der Auszug aus meinem Vertrag:

Der Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers
richtet sich grundsätzlich nach dem Bundesurlaubsgesetz. Mit dem Arbeitnehmer
werden zurzeit 24 Arbeitstage als Urlaub vereinbart. Der Zeitpunkt des
Urlaubsantritts ist unter Berücksichtigung der Geschäftsinteressen festzulegen.

Antwort
von rockzone79, 9

Hallo,

ich Wechsel ebenfalls  die Stelle und habe gestern auch gekündigt.

Bei uns wird es wie folgt gerechnet: Deine Urlaubstage im Jahr :12

Bei mir sind das 28 Urlaubstage :12 das bedeutet pro Monat 2,33 Urlaubstage die mir zustehen.

Ich kündige zum 31.07 das heißt ich habe 7 Monate voll gearbeitet also 7 x 2,33 (Tage) = 16,33 Tage.

Ich habe leider dieses Jahr schon 15 genommen d.H. ich habe bevor ich gehe noch einen Resturlaubstag ; )

Wenn ich das richtig verstehe hast du 24 Tage im Jahr also 2 Tage pro Monat.

Du hast dieses Jahr 6 volle Monate gearbeitet also stehen dir 12 Tage zu. Wie viele hattest du denn dieses Jahr schon?

Zieh diese tage von 12 ab und du hast den Rest!

Kommentar von Cryona ,

Das ist leider Quatsch.

Wenn man nach dem 30.06. kündigt, hat man das Recht auf ALLE Urlaubstage. Vorausgesetzt du bist seit dem 01.01. beschäftigt.

Beispiel:

Ich kündige zum 15.08.2016 und beginne am 16.08.2016 meine neue Stelle.

Dann bekomme ich 6 Monate Probezeit und innerhalb der Probezeit, hat man keinen Anspruch auf Urlaub. Sprich, mein Urlaub wäre für die Katz.

Da solltest du wohl noch einmal nach verhandeln.

Kommentar von rockzone79 ,

Der Urlaub wird doch auf ein Jahr gesehen Anteilig berechnet, ich habe das durch den BR abgeklärt das ist schon richtig. Es geht doch darum wie viel Rest du noch hast oder nicht? Man kann ja keinen Anspruch auf 28 tage haben wenn man in dem Jahr nur 6 Monate gearbeitet hat. Ich war 6 Jahre in dem Unternehmen also keine Probezeit.

Ich glaube dir geht's um den generellen Anspruch, dann hab ich dich falsch verstanden.

Kommentar von Familiengerd ,

@ Cryona:

innerhalb der Probezeit, hat man keinen Anspruch auf Urlaub.

Das ist auch "Quatsch"!

Selbstverständlich hat man auch in der Probezeit Anspruch darauf, den innerhalb dieser Zeit bereits erworbenen Urlaub auch zu nehmen - wenn es nicht die bekannten Hinderungsgründe nach dem Bundesurlaubsgesetz gibt.

Alleine die Tatsache "Probezeit" berechtigt den Arbeitgeber nicht zur Verweigerung einer Urlaubsgenehmigung!

Kommentar von ManuKlr ,

Das ist leider Quatsch.

Das gilt auch für Teile deiner Antwort.

Wenn man nach dem 30.06. kündigt, hat man das Recht auf ALLE Urlaubstage. Vorausgesetzt du bist seit dem 01.01. beschäftigt.

Das gilt für den gesetzlichen Mindesturlaub. Für den Rest je nach Formulierung im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag.

Dann bekomme ich 6 Monate Probezeit

Warum? Eine Probezeit muss explizit vereinbart werden, sie entsteht nicht automatisch!

 und innerhalb der Probezeit, hat man keinen Anspruch auf Urlaub.

Doch, den Urlaubsanspruch hat man sehr wohl, auch wenn man ihn ggf. nicht bzw. erst später nehmen kann. Den Anspruch hat man aber unabhängig davon.

Kommentar von DarthMario72 ,

Das mag in deiner Firma so üblich sein, entspricht aber nicht dem BUrlG und der Rechtsprechung.

Kommentar von rockzone79 ,

Ich glaube wir verstehen uns falsch. Wenn ich jetzt gehe und errechnen will wie viel Resturlaub ich noch habe bis zur Kündigung müsste meine Rechnung doch richtig sein oder? Ansonsten hake ich da nochmal nach.....

Kommentar von DarthMario72 ,

Wenn ich jetzt gehe und errechnen will wie viel Resturlaub ich noch habe bis zur Kündigung müsste meine Rechnung doch richtig sein oder?

Nein, siehe meine Antwort.

Kommentar von rockzone79 ,

Der erworbene Urlaubsanspruch

Den Anspruch auf Erholungsurlaub vor Ablauf der vollen sechs Monate und somit auch den Urlaubsanspruch bei Kündigung in diesem Zeitraum legt § 1, Absatz 1 des BUrlG fest. Danach kann ein Arbeitnehmer einen Teilurlaub nehmen, dessen Länge ein Zwölftel des Urlaubs für ein ganzes Jahr ist, und zwar für jeden Monat, in dem das Arbeitsverhältnis bestand. Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer, der einen Anspruch von 20 Urlaubstagen hat, nach jedem gearbeiteten Monat 20 geteilt durch zwölf, das sind 1,67 Urlaubstage beanspruchen kann. Nach drei Monaten sind das fünf Arbeitstage, nach sechs Monaten zehn Arbeitstage und so weiter. Probleme treten höchstens dann auf, wenn beispielsweise nach sieben Monaten ein Urlaubsanspruch bei Kündigung von 6,67 Tagen besteht. Hier werden in den meisten Fällen wohl sieben Tage gewährt werden.

Sorry aber das ist doch genau das was ich sage!

Mir geht es darum: ich habe Urlaub genommen dieses Jahr ich gehe zum 13.07 wie viel Rest tage kann ich noch nehmen.

Kommentar von DarthMario72 ,

Sorry aber das ist doch genau das was ich sage!

Nein, ist es eben nicht. Das bezieht sich auf das erste Halbjahr (Zitat: "vor Ablauf der vollen sechs Monate") bzw. auf eine Tätigkeit von maximal 6 Monaten.

Woher hast du dieses Zitat denn eigentlich?

Kommentar von rockzone79 ,

Na Klasse, super Betriebsrat! ich klär das gleich mal! Vielen Dank mir wurde das anders erklärt!

Kommentar von Familiengerd ,

@ rockzone79:

Um es noch einmal deutlich zu sagen:

Wenn

> das Arbeitsverhältnis in der 2. Jahreshälfte endet (also nach dem 30.06.),

> der letzte Tag des Beschäftigungsverhältnisses also frühestens der 01.07. wäre (theoretisch, da in der Praxis unwahrscheinlich),

> das Arbeitsverhältnis bis dahin länger als 6 Monate bestanden hat (also mindestens 6 Monate und 1 Tag),

dann besteht Anspruch auf den gesamten gesetzlichen Mindesturlaub.

Auf einen darüber hinaus gewährten Urlaub besteht Anspruch dann, wenn es vertraglich keinen Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung (Zwölftelung) gibt und wenn in der Formulierung zur Urlaubsvereinbarung nicht zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaub getrennt wurde.

Gibt es eine Vereinbarung zur Zwölftelung oder eine solche Unterscheidung in der Formulierung, dann besteht Anspruch auf den gesamten gesetzlichen Mindesturlaub und gegebenenfalls auf den anteiligen zusätzlichen Urlaub.

Selbstverständlich sind bereits im Kalenderjahr beim aktuellen oder evtl bei einem vorherigen Arbeitgeber genommene Urlaubstage abzuziehen.

Wird der gesamte Urlaub beansprucht, gibt es im Kalenderjahr keinen Urlaubsanspruch mehr gegen einen neuen Arbeitgeber, es sei denn, dieser gewährt mehr Urlaub als der vorherige.

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