Frage von CarlBrtish, 51

Habe ich Anrecht auf Unterhalt/Kindergeld, und wie viel?

Hallo,

ich bin mir sicher diese Frage ist schon häufiger aufgetaucht, jedoch sind meine Umstände anders. Um es kurz zu halten:

  • Alter: 18 Jahre
  • keine eigene Wohnung -> lebe bei meinem Vater mit zwei Geschwistern (13/15)
  • keine Schule bis Sommer 2017 wegen Krankheit
  • Eltern seit zwei Jahren getrennt, jedoch nicht geschieden
  • Mutter bezieht Hartz IV
  • Vater hat Halbzeitjob: Da sein Verdienst zu gering ist (~600€) und wir keinen Unterhalt von unserer Mutter bekommen, erhalten wir zusätzlich Geld von der Arge.

Da der Kontakt mit meiner Mutter kaum vorhanden ist und ich mit meinem Vater große Schwierigkeiten habe, versuche ich mich allmählich zu distanzieren und eigenständiger zu leben. Da ich momentan noch Probleme mit meiner Gesundheit habe, werde ich das Ausziehen in eine eigene Wohnung jedoch erst in Erwägung ziehen, wenn diese gelöst sind (~Anfang 2017). Im Sommer 2017 werde ich auch wieder eine Schule besuchen und mein Abitur beenden. Nun ist die Frage, ob ich jetzt theoretisch schon einen Anspruch auf gewisse Gelder habe und wie viel. Und wie es aussieht wenn ich ausziehe. Mein Vater meint, ich könne weder von meiner Mutter, noch von ihm Unterhalt bekommen, da beide nicht in der Lage sind ihn zu zahlen. Jedoch brauche ich diesen Unterhalt um mir eine eigene Wohnung leisten zu können, da ich nicht länger bei meinem Vater wohnen kann, ohne dass es wieder auf meine Gesundheit schlägt. Gibt es dafür das "Schüler"-BAföG und wie sieht es aus wenn ich dabei einen 450€ Job mache? Gibt es Alternativen?

Bevor sich jemand beschwert: Ich habe lange Zeit im Internet recherchiert, welche Richtlinien es bezüglich Unterhalt gibt. Jedoch gab es nirgendwo einen Vermerk, wie es aussieht, wenn beide Elternteile diesen Unterhalt nicht zahlen können und was für Alternativen es dafür gibt. Ich hoffe einer von euch kennt sich damit aus und kann mir eine klarere Sicht geben, was in Zukunft auf mich zu kommen wird.

Mit freundlichem Gruß

Carl

Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 6

Als Volljähriger hättest du noch einen Unterhaltsanspruch an deine Eltern bis zum Abschluss deiner regulären Schulzeit und während deiner ersten Ausbildung.

Sind deine Eltern nicht ausreichend "leistungsfähig" (zu geringes Einkommen), um dir den dir zustehenden Unterhalt zu gewähren, könntest du stattdessen als Schüler BAföG-Leistungen beantragen (dabei würde dann die Leistungsfähigkeit deiner Eltern überprüft....)

Solange du noch bei deinem Vater wohnen kannst - nicht willst - kommt er seiner Unterhaltspflicht dir gegenüber allerdings umfänglich nach, wenn er dir statt Bargeld "geldwerte Leistungen" in Form von Verpflegung und Unterkunft zur Verfügung stellt, wozu er auch das Kindergeld für dich verwenden kann.

Nur deine Mutter müsste dir ihren errechneten Anteil als Bargeld gewähren.

(Für die Einforderung, Berechnung.... deines Unterhaltsanspruches bzw. die Beantragung von BAföG-Leistungen bist du in erster Linie selbst verantwortlich...)

Um nach einem Auszug auch vom Vater Barunterhalt und die Weitergabe des Kindergeldes an dich beanspruchen zu können, müsstest du nachweisen können, dass 

  • entweder dein Fahrtweg zur Schule unzumutbar lang wäre
  • oder ein Zusammenleben mit dem Vater unzumutbar für dich wäre (durch psychologisches Gutachten o.ä.).

Könntest du einen solchen Nachweis nicht erbringen, bräuchte nach deinem Auszug vom Vater lediglich das Kindergeld an dich weitergeleitet werden bzw. du könntest es per "Abzweigungsantrag" dann an dich direkt auszahlen lassen.

Auch würden dann mögliche BAföG-Leistungen entsprechend geringer ausfallen, als wenn du nachweislich ausziehen "müsstest".

Würdest du einen entsprechenden Nachweis für einen erforderlichen Auszug erbringen können, stünde dir für deinen gesamten Lebensunterhalt (Verpflegung, Wohnen, Kleidung, Freizeit...) ein Betrag von insgesamt 735 Euro zu.

Eigenes Einkommen aus einem möglichen Nebenjob würde auf diesen Betrag anteilig angerechnet werden (bei einem Schüler zur Hälfte nach Abzug einer "Fahrtkostenpauschale"...), das Kindergeld in Höhe von 190 Euro würden voll angerechnet...

Antwort
von SunKing33, 8

Hallo,

das Einfachere zuerst. Wenn Du wieder zur Schule gehst, hast Du grundsätzlich Anspruch auf BaFöG. Am besten wäre es, wenn Du Dir die Unterlage bereits aus der Schule abholst, damit der Antrag mit dem Neustart in der Schule bereits genehmigt ist. Schüler-BaFöG wird als Zuschuss gezahlt, d.h. Du musst nichts zurück zahlen.

Wenn Du wieder zur Schule gehst, erhalten Deine Eltern auch wieder Kindergeld für Dich. Das kannst Du von Deinen Eltern je zur Hälfte einfordern!

Unterhalt: Grundsätzlich sind Deine Eltern Dir gegenüber unterhalts-verpflichtet. Ein Teil des Unterhalts wird dadurch abgegolten, dass Dein Vater Dir Wohnraum und Verpflegung gibt.

Das Problem ist aber, dass Deine Eltern beide wirtschaftlich nicht leistungsfähig sind. Als junger Erwachsener kannst Du unter diesen Bedingungen keinen Unterhalts-Anspruch gegen Deine Eltern durchsetzen.

Für diesen Fall sind das Jugendamt und auch die Arge zuständig:

Das Jugendamt bezüglich Deines Unterhalts. Du befindest Dich in einer Situation, die Deine Lebensperspektive behindert. Du schreibst auch, dass ein Verbleib in der väterlichen Wohnung Deine Gesundheit schädige.

Die Arge wegen der Grundsicherung, die Dein Vater in Form eines Aufstockungs-Geldes erhält. Eventuell ist es gar nicht möglich, dass Du aus der Bedarfsgemeinschaft mit Vater und Geschwistern austrittst und damit einen (zusätzlichen) eigenen Unterstützungsanspruch begründest - außer das Jugendamt stellt fest, dass das zwingend notwendig ist.

Also: erster Termin beim Jugendamt - Deine Lebensperspektive wird durch Krankheit (und Deine familiäre Situation) behindert. Du musst Dich verselbständigen. Zweiter Termin bei der Arge wg. Grundsicherung. Dritter Termin: BAFÖG-Antrag in der Schule holen und zeitnah abgeben.

Alles Gute!

Antwort
von SimonG30, 13

ob ich jetzt theoretisch schon einen Anspruch auf gewisse Gelder habe und wie viel

ja hast, aber die beziehst Du bzw. Dein Vater als Vorstand der Bedarfsgemeinschaft bereits vom Jobcenter.

da ich nicht länger bei meinem Vater wohnen kann, ohne dass es wieder auf meine Gesundheit schlägt

solange Du das nicht nachweisen kannst, wirst Du vom Jobcenter keine Unterstützung beim Auszug erhalten. Die unterstützen das bis 25 bzw. Ende der Erstausbildung nur in notwendigen & nachgewiesenen Härtefällen.

Gibt es dafür das "Schüler"-BAföG

Wenn eine entsprechende Schule in zumutbarer Zeit vom Elternhaus erreicht werden kann, gibt´s bei vielen Schulformen kein Bafög. Die Zustände im Elternhaus spielen da keine Rolle.

Antwort
von Ursusmaritimus, 16

Wenn deine Eltern nicht leistungsfähig sind hast du keinen Unterhaltsanspruch (zumindest keinen durchsetzbaren) eine eigene Wohnung auf Staatsknete kannst du eher nicht erwarten, also am Besten Zähne zusammenbeissen und weiter geht es....

Antwort
von Asturias, 12

In diesem Fall rate ich dringend Kontakt zum Jugendamt aufzunehmen, um eine umfassende Beratung in Anspruch nehmen.

Antwort
von Mamba1269, 3

Bis zum 23 Lebensjahr kannt du Kinder Geld bekommen LG 

Kommentar von thailand888 ,

stimmt überhaupt nicht,nicht immer Unsinn schreiben!!!

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