Frage von Peter485, 54

Habe gerade den Beitrag http://www.malerblog.net/daemmstoffindustrie-gespalten-ist-die-daemmung-in-deutschland-tot/ gelesen. Was meint Ihr wie es weiter geht?

Antwort
von Hegemon, 54

Interessanter Artikel. Aber:

Wenn ein Lobbyverband aufgelöst wird, bedeutet das noch lange nicht, daß sich die Dämmstoffindustrie auflöst. Solche Umstrukturierungen von Lobbyverbänden halte ich für wenig relevant.

Es gibt eine Industrie, die Hartschaum herstellt, und die will ihre Ware loswerden. Also wird sie dafür Mittel und Wege finden. Ob die Häuser unter diesen Polystyroltüten schimmeln, oder ob das Zeug aus brandschutztechnischer Sicht extrem gefährlich ist, ob es exorbitante Folgekosten für Sanierung und Entsorgung gibt, ist dabei zweitrangig.

Wie auch immer: Das sind schon lange nicht mehr die Probleme meiner Bauherren. Es gehört schließlich zu meinen Aufgaben, sie vor solchem Unbill zu schützen.

Antwort
von pharao1961, 37

Ich habe den Artikel nicht gelesen, aber solche Behauptungen sind Unsinn. Ab 2020 werden Passivhäuser Pflicht und das erreicht man nunmal nicht mit Stroh und Lehmputz. Ich baue seit 1984 Häuser aus Polystyrol, bzw. Neopor und da schimmel garnix. Ganz im Gegenteil. Diejenigen die sowas behaupten haben von Physik und Wärmedämmung keine Ahnung uns plappern nur nach, was sie irgendwo im Internet mal gelesen haben. Es ist auch nicht wegen Feuer gefährlich, Styropor brennt nicht, es schmilzt nur. Die Dämmstoffindustrie wird in den nächsten Jahren noch viel mehr an Bedeutung gewinnen, wenn wir nicht wollen, dass unsere Wände 1 Meter dick werden.

Kommentar von Hegemon ,

Die Behauptung war "Styropor brennt nicht". Und diese Falschaussage wird von der Doku widerlegt. Genauso wie die beiden Teile der Doku noch einige andere Probleme aufdecken und obige Aussagen widerlegen.

Kommentar von pharao1961 ,

Dann wäre es für den Bau nicht zugelassen und alle (mir bekannten) Schalsteine sowie WDVS haben eine Zulassung. Ich kann natürlich nicht von dem Polystyrol sprechen, dass sich jemand aus Rumänien besorgt und/oder wenn darunter eine Holzfassade ist.

Kommentar von Hegemon ,

Bitte sehen Sie sich die Doku vollständig an. Dann klärt sich auch die Frage der Zulassung.

Kommentar von Hegemon ,

Artikel des VDI zum Thema (also auch nicht "irgendeine" Internetseite):

http://www.ingenieur.de/Themen/Verbraucherschutz/Haeuser-Styropordaemmung-koenne...

Kommentar von pharao1961 ,

Ich kenne diese Beiträge zur Genüge. Also mir ist es bisher noch nie gelungen, Polystyrol zu entzünden und wie man sieht hat es bei einem Mitbewerber im Video auch nicht funktioniert. Wie ich schon schrieb - das gilt für das Polystyrol der BASF (Styropor). Für andere Produkte irgendwoher kann ich nichts sagen.

Kommentar von Hegemon ,

Wenn das Bundesbauministerium Alarm schlägt und der VDI das vermeldet, dann hat das für mich mehr Relevanz als irgendeine dubiose Website eines unbekannten Anbieters oder eine Einzelmeinung. Da wurde übrigens nicht zwischen "schlechtem" Polystyrol und "gutem BASF-Polystyrol" unterschieden.

Wenn ein großer Lobbyverband in diesem Kontext unter dem Druck der Öffentlichlkeit liquidiert wird, ist das ein weiteres bedeutsames Signal.

Aber das darf natürlich jeder werten wie er möchte. Dem Bauherrn, der im Nachhinein erfährt, was für sein Geld verbaut wurde, wird sicher auch ganz warm ums Herz werden.

Kommentar von pharao1961 ,

Warten wir einfach mal ab, was draus wird. Ich könnte es verstehen, wenn schon Sommerloch wäre.

Kommentar von Hegemon ,

Genau. Wir müssen das ja hier nicht ausdiskutieren. Das können andere machen.

Ich habe übrigens noch einen interessanter Artikel zu den Hintergründen der Liquidation des Gesamtverbandes Dämmstoffindustrie GDI gefunden:

http://www.welt.de/print/die\_welt/wirtschaft/article146880990/Feuergefahr-sorgt...

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