HugoHabicht am 13.07.2008 um 13:49 Uhr
Vieleicht provokant, vieleicht gleich "Kinderfeindlich" - aber die Reaktionen auf die Frage einer Mutter "Dürfen Kinder im Zimmer spielen?" bringen mich darauf.
Warum wird von so vielen vorausgesetzt, dass Bedürfnis eines Erwachsenen gegenüber eines Kindes nichts gilt, wie z.B. : "Und wenn deine Nachbarn in Schichten Arbeiten sprich da muss dauern jemand schlafen dann is des wohl ihr Problem..." Ist es nicht eher ein Problem BEIDER Parteien? Kinder sollten doch auch auf die Probleme/Bedürfnisse anderer Mitmenschen hingewiese werden und auch einmal zu Rücksicht aufgerufen werden (erziehen darf man ja heute ach ncht mehr sagen, weil das Wort für viele so einen negativen "Touch" hat)
Weitere Fragen zu verwandten Themen finden Sie hier:

Es sollte immer ein Problem BEIDER Parteien sein. Ich kann auch beide verstehen: Stellt Euch vor, Ihr kommt von einer Nachtschicht nach Hause, seid hundemüde, wollt und müsst schlafen - das geht aber nicht, weil nebenan oder über Euch spielendes Hullygully herrscht... Wenn Ihr nicht ausschlafen könnt, fällt die Arbeit immer schwerer, Ihr macht Fehler usw.... Und bitte nicht mit Ohropax oder sowas argumentieren - es gibt Menschen, die können mit sowas auch nicht schlafen.
Und dann aber die Seite, dass "normales" Spielen trotzdem durch den Fussboden oder die Decke schallt - da kann man als Eltern leider auch nichts machen, denn Spielen ist ein Grundrecht der Kinder....
Da sollte man dann nach Lösungen suchen - vielleicht auch den Vermieter einmal auf Lärmdämmung ansprechen. Und selber eventuell im Kinderzimmer einen sehr dicken Teppich legen - das hilft auch schon. Denn oft liegen in Kinderzimmern gar keine Teppiche, und dann ist es ja klar, dass Trittschall noich besser weitergeleitet wird.
Mein Fazit: es sollten sich BEIDE Parteien entgegenkommen, und nicht, nur weil es das "Einfachste" ist, der klügere Erwachsene nachgeben. Ein Erwachsener hat m.E. nicht die Pflicht, immer wegen Kindern nachzugeben...
Es ist natürlich so das ein 3-4 Jähriger der vielleicht bereits sowas schon begreift auch mal ruhig zu sein hat! Aber geh mal zu nem 2 Monate alten Baby und sag: Schschscht der Nachbar will schlafen! Ausserdem gibt der Klügere nach was in jedem Fall die Erwachsenen sein sollten!

Ich gebe dir vollkommen Recht! Kinder in einem Alter ab 2 Jahren aufwärts müssen lernen, dass sie auch ab und zu mal ruhig zu sein haben! Allerdings kann man auch nicht immer auf die Schichtarbeit des Nachbarn achten, und muss die ganze Zeit mit Filzpantoffeln durch die Bude laufen! Andererseits kann man Kindern auch beibringen, dass sie leise spielen und sich leise beschäftigen! Ist alles Erziehungssache!
Mal abgesehen davon, dass dieses jetzt für mich nicht wirklich zur "Rubrik" Fragestellung gehört sondern eher in ein Diskussionsforum da jeder hierzu eine andere Meinung haben wird,aber ich bin der Meinung das es ein Kompromissgeschäft ist... Jeder sollte seine eigenen Bedürfnisse frei ausleben können, OHNE jedoch anderen damit zu schaden und nach bestmöglichen Lösungen suchen die der Harmonie einen WERT verleihen ...

Normales Verhalten bei Kindern ist den Bedürfnissen von Erwachsenen unterzuorden. Dazu gehört das Spielen und Lärmen in einem gewissen Rahmen.
Allerdings sollten die Eltern bei Spielen, die nicht wohnungsgerecht sind eingreifen. Dazu zählt zum Beispiel Fußballspielen in der Wohnung.
Man kann allerdings nicht von ihnen verlangen, dass sie tagsüber ruhig sind, nur weil die Nachbarn Schichtdienst haben!

Gute Frage !!! DH!!!! Habe 2 Kinder und arbeite im Schichtdienst(F,S,N) und ich denke, dass man auch kleineren Kindern anerziehen kann, wann ein Erwachsener Ruhe braucht, bzw. sich mal zurückzieht und sogar schlafen MUSS !!!! Wie soll ein Kind später selber mal rückichtsvoll sein, wenn es selber nie gelernt hat auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht zu nehmen ? Ich finde deine Frage trifft echt den Nerv der Zeit. In Zeiten wo sich jeder nur noch im Recht sieht und seine Kinder vorschiebt um ja nicht rücksichtsvoll sein zu müssen."Früher" nannte man das "antiautoritäre Erziehung" ! Ich denke mit einer vernünftigen Absprache kann man das regeln.Rücksichtnahme gilt da für beide Parteien.

Sagen wir's mal so: Das Problem liegt darin, daß viele Menschen nicht über den eigenen Tellerrand schauen können oder wollen und daher nur die Interessen der Gruppe sehen, der sie gerade angehören.
Mütter werden also dazu neigen, die Entfaltung ihrer Kinder über alles zu stellen; Kinderlose das eigene Ruhebedürfnis. (Ich spreche von den - leider sehr häufigen - Extremfällen; es gibt auch Vernünftige in beiden Lagern.)

Ich bin sowieso für antiautoritäre "Erziehung", hab meinem Bruder gesagt er soll seine Kinder geschlechtlos erziehen, sie sollen später selbst mal entscheiden was sie sein wollen :-)
RolfHoegemann am 13. Juli 2008 13:56 Kann es sein, dass Du die Frage nicht richtig gelesen hast? Oder beziehst Du Dich nur auf den Klammersatz...
mentecaptum am 13. Juli 2008 14:04 Ob du das auch noch denkst wenn du mal mit antiautoritär "erzogenen" Menschen Konflikte hattest ?! Antiautoritäre Erziehung ist meiner Meinung nur eine schönere Bezeichnung für "sich nicht kümmern müssen".
albundysohn am 13. Juli 2008 14:07 Ich glaube ihr habt mich da falsch verstanden, ich finde die antiautoritäre Erziehnung falsch und meine Antwort daruf war reine Ironie
RolfHoegemann am 13. Juli 2008 14:10 Das ist schon gut formuliert.... Ich hatte nur den Eindruck, dass Deine Antwort sich nicht so auf die gestellte Frage bezieht, allerhöchstens auf den Klammersatz.... <g>
albundysohn am 13. Juli 2008 14:12 Auf die eigentliche Frage hab ich nicht geantwortet, weiß selbst nicht was richtig ist
mentecaptum am 13. Juli 2008 14:20 Dann ist die Antwort gut ;-)!
albundysohn am 13. Juli 2008 14:23 Wollte den Satz mal loswerden :-)