Frage von oethker, 68

Habe ein Problem mit Leistungen für Hartz IV Emfänger. Wie kann man Leistungen berechnen wenn man eine Ausbildungsstelle beginnt?

Eine Freundin bekommt Hartz IV. Sie ist 25 Jahre und könnte nun eine Ausbildung ab 1.8 beginnen. Die Ausbildungsvergütung beträgt 450€ pro Monat. Sie wohnt zur Zeit in einer kleinen Wohnung (Miete 450€ kalt) und erhält wie gesagt Hartz IV Leistungen zusammen um die 810€ pro Monat.

Ihr Problem ist, dass sie auf eine Umschulung in den gleichen Beruf per Arbeitsamt gehofft hat, das Verfahren aber noch läuft und läuft mit offenem Ende. Nun ist sie selbst aktiv geworden und hat sich beworben. Sie könnte in einem Unternehmen zu besagten Konditionen anfangen. Allerdings kann sie mit 450€ pro Monat nicht die Wohnung halten oder leben. Sollte sie aber nun direkt zum Amt gehen und die Anträge einreichen, würde die evtl. Umschulungsmaßnahme sofort gestrichen. Gibt es denn jemand der berechnen kann wie das Amt in so einem Fall vorgeht? Entweder Bafög oder Wohngeld, aber wenn ja in welcher Höhe? Bzw. wo kann man sich beraten lassen? Bzw wieviel Geld würde sie denn erhalten wenn sie die Umschulung vom Arbeitsamt macht?

Hinweis: Die Eltern verdienen zu wenig um zu Unterstützen (1mal schwer krank, einmal kein Top Job)

Es geht hierbei nicht darum das Maximum herauszuholen, aber durch die Arbeitszeiten 8:30 bis 18:00 und den langen Anfahrtwegen per Bahn ist kaum noch die Möglichkeit für ein 450€ Job nebenher gegeben. Somit sucht sie nur nach Sicherheit, dass es für Miete, Bahnticket und Lebensmittel + Nebenkosten reicht.

Vielen Dank vorab.

Antwort
von soissesPDF, 14

Völlig gleich welche Kasse, welche Leistung zahlen würde, die Basis ist immer HartzIV, mehr gibt es nicht.
Für eine erste Berechnung empfiehlt sich http://biallo.sueddeutsche.de/tz/sueddeutsche2/Soziales/ALG2rechner.php

Das Problem Deiner Freundin wird die Wohnung sein, der Regelsatz für Single liegt irgendwo in der Höhe bei 350€. Wobei es regionale Unterschiede gibt.
Regelbedarf 404€ + KDU = HartzIV:

Erzielt sie Einkommen, z.B. 450€ bleiben ihr diese ungekürzt erhalten + KDU.

Antwort
von staffilokokke, 45

Also Wohngeld würde sie sicherlich bekommen. Und eventuell noch Kindergeld. Wenn die Eltern das an sie auszahlen. 
Wie viel Wohngeld, hängt wohl vom Einkommen und Miete ab.

Kommentar von oethker ,

Hallo, vielen Dank aber Kindergeld gibt es nur bis zu vollendeten 25 ten Lebensjahr und dass sie Wohngeld oder Bafög bekommt, glaube ich ja auch, aber ich hoffe auf jemand der sich etwas mit der Berechnung auskennt und was genaueres sagen kann.

Kommentar von staffilokokke ,

Stell die Frage ein paar mal rein. Ein Experte wird das bestimmt sichten.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Arbeitsamt, Hartz 4, Hartz IV, 30

Hat sie denn schon eine abgeschlossene Berufsausbildung / Studium und warum braucht sie eine Umschulung ?

Kommentar von oethker ,

Hallo, sie hatte eine Ergotherapie Ausbildung begonnen. Musste die aber wegen Krankheit der Mutter und danach eigener Krankheit unterbrechen. Da diese Form der Ausbildung aber monatlich kostet, ist am Ende ein zu hoher offener Betrag angehäuft gewesen. Sie konnte die Ausbildung nicht abschließen.

Kommentar von isomatte ,

Wenn sie also noch nichts abgeschlossen hat stünde ihr zumindest dem Grunde nach BAB - zu,wenn es eine betriebliche Ausbildung ist,dass sollte es sein,da sie ja eine Vergütung bekommt !

Dann steht ihr weder Wohngeld noch ALG - 2 / Hartz 4 zu.

Sie kann also dann nur BAB - bei der Agentur für Arbeit beantragen,was sie dann bekommen könnte wenn die Eltern nicht leistungsfähig sind kann sie sich im Internet von einem kostenlosen BAB - Rechner berechnen lassen.

Ihr Nachteil besteht darin das sie schon 25 ist und keinen Anspruch mehr auf Kindergeld hat.

Wenn sie dann BAB - bekommt kann sie beim Jobcenter noch einen Antrag nach § 27 Abs. 3 SGB - ll stellen,damit beantragt sie dann einen Mietzuschuss zu ihren ungedeckten KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),es wird dann aber nur die angemessene KDU - berücksichtigt.

Das nenne ich hier weil du in der Frage geschrieben hast das sie insgesamt ca. 810 € ALG - 2 bekommt und die Kaltmiete schon 450 € beträgt.

Denn zur Kaltmiete würden ja noch die Neben / Betriebs / Heizkosten kommen und dazu ihr Regelsatz von 404 €,also würde man sicher locker über 900 € kommen was ihr zustehen müsste,wenn die KDU - angemessen sein würde bzw.wenn sie noch nicht länger als 6 Monate in der Wohnung wohnen würde.

Dann müsste das Jobcenter nämlich auch die unangemessenen KDU - bis zu 6 Monate weiter zahlen.

Es kann dann ggf.nur sein das ihr noch eine Rate wegen einem Darlehen abgezogen wird und sie deshalb nur ca. 810 € bekommt,aber auch das würde ich hier ausschließen,denn in der Regel würden dann 10 % ihres Regelsatzes zur Abzahlung einbehalten und man käme dann auf ca. 850 €.

Also kann da etwas nicht ganz stimmen,deshalb gehe ich davon aus das sie schon länger als 6 Monate da wohnt und das die KDU - nicht angemessen ist und sie selber einen Teil zuzahlen muss.

Sie sollte sich also erst mal einen BAB - Rechner suchen und ihren evtl.Anspruch berechnen lassen und sich diesen dann aufschreiben.

Wenn sie jetzt angenommen 450 € Bruttoeinkommen hätte und 320 € Netto bekommt,dann werden ihr Freibeträge nach § 11 b SGB - ll auf ihr Erwerbseinkommen berechnet.

Das sind dann vom Brutto zunächst 100 € Grundfreibetrag,von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Dann werden diese Freibeträge addiert,theoretisch vom Nettoeinkommen abgezogen und das ergibt das anrechenbare Erwerbseinkommen.

Dies würden dann bei 450 € Brutto 170 € an Freibetrag ergeben und wenn sie 320 € Netto bekommen würde hätte sie 150 € anrechenbares Nettoeinkommen und dazu würde dann das volle BAB - addiert.

Von diesem Betrag würde dann min. ihr Regelsatz von derzeit 404 € abgezogen,also auch wenn sie dann diese 404 € nicht erreichen würde werden nur die angemessenen KDU - berücksichtigt,weil sie als Azubi in der Regel nach § 7 Abs. 5 SGB - ll keinen Anspruch auf ALG - 2 hat.

Nun käme dazu das im BAB - für Wohnkosten max. 224 € vorgesehen sind,auch wenn sie tatsächlich weniger oder auf Grund von Einkommen / Vermögen gar kein BAB - bekommen würde,man würde beim Mietzuschuss dann immer von diesen 224 € ausgehen.

Angenommen die angemessene KDU - würde 424 € betragen,dann stünde ihr max. für die ungedeckte KDU - dann 200 € zu.

Antwort
von yusuzi, 26

hallo, ich gehe mal davon aus das sie eine erstausbildung schon abgeschlossen hat,somit fällt sie aus dem harz 4 raus.sie könnte probieren BAB zu beantragen (vorsicht evtl ablehnung da 2 ausbildung) ansonsten sozialhilfe (auch hier evtl.ablehnung) sowie Wohngeld.der einfachere und leichtere weg ist die umschulung weil die arge weiterhin miete und co zahlt.habe selbst auch zweitausbildung und von arge/BAB/Sozialamt ablehnung bekomm- was villeicht nicht rechtens ist ,wie ich jetzt in erfahrung bringen konnte- bin fast fertig mit der ausbildung...

Antwort
von DerHans, 24

Wenn sie einen Ausbildungplatz bekommt, wird der ja nach dem Tarifvertrag bezahlt. Das ist mit einem 450 € Job nicht zu machen.

Dann ist für sie aber die Berufsausbildungsbeihilfe BAB zuständig. Das ist ein Festbetrag, auf den dann das eigene Einkommen angerechnet wird.

Antwort
von Joergi666, 23

ein Hartz 4 Anspruch besteht dann nicht mehr, Wohngeld und vor allem BAB dürften dann aber in Frage kommen: https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/Ausbildung/F...

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