Frage von MelGibson123, 64

Habe ein Haus per Ersteigerung gekauft, Gutachten ist Lückenhaft, da offensichtliche Schäden entdeckt, die nicht drin stehen, was kann ich machen?

Siehe Überschrift^^

Antwort
von Colombo1999, 32

Auch ein Gutachter hat nicht immer die Möglichkeit einer vollumfänglichen Besichtigung. Schau mal auf die Voraussetzung der Erstellung des Gutachtens.

Bei einer ZV hat man immer ein Risiko, ein Stück weit eine Katze im Sack zu kaufen. Da wirst Du nichts machen können, da es keine Gewährleistung gibt.

Du hast ja vermutlich trotzdem weit unter Verkehrswert erworben!!!

Antwort
von herja, 41

Nichts, weil bei jeder Immobilien-Auktion darauf hingewiesen wird, das für Mängel nicht gehaftet wird.

Aber du darfst auch gerne einen Anwalt damit beschäftigen.

Gewährleistungsansprüche bei der Immobilienversteigerung

Allen Formen der Immobilienversteigerung ist gemein, dass die Gewährleistungsansprüche im weitesten Sinne ausgeschlossen sind. Lediglich die freiwillige Versteigerung gewährleistet noch, dass der Verkäufer für vorsätzlich oder grob fahrlässig verschwiegene Mängel haftet.

Jedoch steht dem Erwerber in der freiwilligen Versteigerung anders als beim Zuschlag in der Zwangsversteigerung kein Sonderkündigungsrecht zu.

In jedem Fall sollte man daher nur bieten, wenn man das Objekt eingehend besichtigt hat und die Versteigerungsbedingungen genauestens studiert hat.

Antwort
von Morelle, 32

Gerichtliche Versteigerungen werden immer unter Ausschluß jeder Gewährleistung durchgeführt. Ein Rücktritt von der Versteigerung oder eine Minderung des Steigpreises ist also nicht möglich.

Du könntest allenfalls versuchen, dem Gutachter wegen grober Fahrlässigkeit an den Karren zu fahren und schadenersatzpflichtig zu machen. Aber auch das ist schwierig, zeitaufwendig und kostenintensiv bei zweifelhaften Erfolgsaussichten.


Kommentar von Colombo1999 ,

Dazu müsste ein entstandener Schaden nachgewiesen werden. Die Chance, dass das gelingt, sehe ich eher gegen Null gehend.

Kommentar von Morelle ,

Ich gebe Dir recht. Deshalb hatte ich auch schon geschrieben, dass es schwierig ist und die Erfolgsaussichten zweifelhaft sind, zumal nicht nur der entstandene Schaden, sondern zunächst die grobe Fahrlässigkeit  nachgewiesen werden müßte.

Antwort
von Hugito, 14

Das kannst du nichts machen.

Bei Zwangsversteigerungen gibt es keine Garantie. Steht so im Gesetz.

Nur beim normalen Kauf (Kaufvertrag beim Notar) gibt es eine Gewährleistung. Nicht bei der Versteigerung.

In der Zwangsversteigerung erwerben heißt, zocken. Manchmal gewinnt man und manchmal verzockt man sich.

Antwort
von AchIchBins, 15

Tja, das ist die natürliche Gefahr bei Zwangsvollstreckungen. Ein Bewohner ist nicht verpflichtet einen Gutachter in die Wohnung zu lassen, daher ist ein Gutachten auch immer unter Ausschluss der Gewährleistung, aber das haben sie ja sicherlich selbst in den Versteigerungs-Unterlagen gelesen, oder?!

Antwort
von IGEL999, 39

Einen Sachverständigen einschalten, damit du weißt, was jetzt auf dich zukommt.

Eine Versteigerung ist nicht rückgängig zu machen.

Antwort
von lesterb42, 8

sieh mal hier:

§ 56 ZVG

Die Gefahr des zufälligen Unterganges geht in Ansehung des
Grundstücks mit dem Zuschlag, in Ansehung der übrigen Gegenstände mit
dem Schluß der Versteigerung auf den Ersteher über. Von dem Zuschlag an
gebühren dem Ersteher die Nutzungen und trägt er die Lasten. Ein
Anspruch auf Gewährleistung findet nicht statt.

Antwort
von DerGeodaet, 19

Hallo,

kurze Antwort "NICHTS". Du hast ersteigert in dem Zustand, wie es zu diesem Zeitpunkt war.

Antwort
von andreprodomo, 16

Hallo Melgibson123,

was ist am Gutachten falsch? Der Gutachter muss nicht zwingend im Haus gewesen sein, der Eigentümer muss den Sachverständigen keinen Zutritt gewähren. Also, unterstellt der Sachverständige eine Funktionstüchtigkeit der technischen Anlagen. Wenn Mängel im Haus sind, konnte er Sie nicht beurteilen.
Wenn jedoch ersichtliche Mängel waren, konnte er diese durch Pauschale Abschläge bewerten. Nicht persönlich nehmen, aber ein Verkehrswertgutachten nach §194 i.S.d. BauBg muss man lesen können, was natürlich die ganze erschwert.
Aber, es stellen sich die Fragen, was für Mängel es sind? Sind diese tatsächlich wertbeeinträchtigend und könnte es den Erlös der Immobilie stark beeinflussen?

Lg Andreprodomo

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