Frage von guti63, 78

Habe drei Kinder und ein Haus.Möchte das Haus per Testament nur einem Kind überlassen.Geht das rechtlich?

Antwort
von imager761, 17

Natürlich. Das ist sogar der Regelfall, um das Haus als solches  zu erhalten und nicht im erbitterten Erbenstreit unter den Hammer kommen zu lassen.

Du musst nur entscheiden, ob das eine Kind damit stärker begünstigt werden soll, etwa weil es sich immer um das Haus oder dich gekümmert hat oder schon immer darin wohnte.
Da alle Erben jederzeit Teilungsvollstreckung und damit Zwangsversteigerung betreiben können wäre es zielführend, dbei das eine Kind als Alleinerbe einzusetzen und die anderen damit auf den Pflichtteil zu setzen oder Ihnen bestimmte Nachlassgegenstände und Geld per Vermächtnis zuzuwenden.
Solange deren Zuwendungen ihrem Pflichteil, der Hälfte ihres gesetzl. Erbrechts entsprächen, wäre das zulässig.

Wenn alle Kinder gleichmäßig erben sollen, kann man das Haus einem zuwenden und über die übrige Erbquote einen Augleich des Hauseigentümers festlegen. Mit derartiger Auflage beschwert und zu Auszahlung gezwungen,  kann er das natürlich ablehnen und Zwangsversteigerung im Wege der Teilugsvollstreckung beantragen, um ohne Schulden sein Erbe anzutreten.

Am besten redest du mal mit dem Kind, was du dir über das Haus und Ausgleichszahlungen vorstellst und entscheidest dann.

G imager761

Antwort
von michi57319, 22

Es geht, aber die beiden anderen müssen ausgezahlt werden.

So lief das auch bei uns. Meine Großmutter wollte, daß mein Vater das Haus bekommt, zumal die Schwestern lange weg waren von Zuhause. Sie ging zum Notar, das Haus wurde vom Wert her festgelegt und die Schwestern meines Vaters mit entsprechender Summe ausgezahlt.

Kommentar von imager761 ,

Wieso müssen sie es? Weil deine Großeltern das so machten?

In der Verfügung über sein Vermögen ist jedermann lebzeitig wie von Todes wegen völlig frei.

Es mag Gründe geben, warum das Haus nur einem der Kinder zufallen soll, etwa damit es nicht an Fremde verkauft wird oder es aus Sicht des Testierenden in dankbarer Anerkennung, sich darum immer gekümmert zu haben und für die Pflege der Mutter gesorgt zu haben, keinen Ausgleich an die anderen Kinder geben soll, die es nicht taten, aber im Erbfall nur schön die Hand aufhalten :-O

Kommentar von michi57319 ,

Oh, meine Großmutter wollte lediglich, daß es gerecht zugeht. Daher wurden die Schwestern meines Vaters mit Geld bedacht, während er das Haus überschrieben bekam. Sozusagen Pflichtteilsauszahlung. Sonst war bei meiner Großmutter kaum was zu holen.

Um darin mit uns und meiner Großmutter zu wohnen. Sie blieb bei uns, bis sie mit den Füßen zuerst das Haus verlassen hat. Da meine Tanten ja nicht mehr in unserem Ort wohnten, haben wir als Familie die Pflege übernommen, als es so weit war.

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 9

Ja natürlich.

Hierbei ist es so, das der/die Erben Gesamtrechtsnachfolger werden und die meisten Rechte und Pflichten einschließlich des Grundeigentums auf die Erben übergehen. Dieser Übergang passiert automatisch und zunächst ungeteilt.

Die Zuordnung bestimmter Gegenstände kann dann über Vermächtnisse, Auflagen und Teilungsanordnungen erfolgen. Diese erfolgen aber nicht automatisch, sondern begründen einen schuldrechtlichen Anspruch. 

Zunächstmal sollte aus den Testament genau hervorgehen, wer Erbe wird.

Eine sinnvolle Konstruktion ist es dabei einen Alleinerben einzusetzen und die 2 übrigen Kinder mit Vermächtnissen zu bedenken.

Der Vorteil dabei ist, das es eine klare Trennung zwischen Innen- und Außenverhältnis gibt. So kann der Alleinerbe auch allein einen Erbschein beantragen. Die übrigen Kinder könnten das nur verzögern, aber nicht verhindern.

Die Ansprüche der 2 übrigen Kinder lassen sich durch Vermächtnisse genau regeln. Die Anprüche müssen die Kinder gegenüber den Erben geltend machen.

Wichtig wäre es auch zu regeln, was passieren soll, wenn es weitere Kinder gibt.

Ferner sollten sie sich überlegen, ob das Testament endgütlig ist, oder nur den aktuellen Stand wiedergibt. Gehen sie davon aus, das es unwahrscheinlich ist, das sich das Testament noch einmal ändert, empfielt sich ein notarielles Testament, da dies, wenn der Erbe eindeutig daraus hervorgeht, den Erben den Erbschein erspart.

Antwort
von peterobm, 45

sicher geht das, die anderen Kinder sind hat entsprechend mit Bargeld auszuzahlen.

Kommentar von imager761 ,

Sind sie nicht: Seit wann muss man alle gesetzlichen Erben gleich behandeln? Ist eine Alleinerbeinsetzung untersagt? Darf niemand von der eigenen Erbfolge ausgeschlossen nur auf seinen Pflichtteil gesetzt werden?

Ich stelle mir gerade vor, das eine Kid hat sich um Haus und Mutter jahrelang gekümmert und seine Geschwister halten im Erbfall breit grinsend schön die Hand auf, um ihren Hausanteil zu kassieren: Warum muss das deiner Meinung so sein? Sie ist schlicht falsch.

Kommentar von peterobm ,

ich hatte auch paar Gedanken dazu; aber ohne weitere Infos vom FE na ja ....

Kommentar von imager761 ,

Die Beweggründe von guti63 spielen doch überhaupt keine Rolle - es besteht grds. keine Gleichbehandlungs- oder Ausgleichungspflicht gegenüber seinen Kindern, weder über von Todes wegen zugewendetem Erbe noch über lebzeitige Schenkungen.

Hier ist schlicht niemand der Geschwister von der Eigentümerin bzw. Testierenden mit Bargeld auszuzahlen - weder lebzeitig noch (durch den Begünstigten) im Erbfall :-O

Antwort
von piadina, 37

Alle Kinder haben ein Anrecht auf den sog. Pflichtteil. Wenn also nur das Haus da ist, können die leer ausgegangenen Kinder ihren Anteil einklagen, sodass der Hauserbe entweder das Geld aufbringen kann oder das Haus veräußern muß, um die Geschwister auszuzahlen.

Antwort
von Marcel1809, 58

musst zum Notar um sicher zu gehen...
Aber normal ist rs möglich du wirst ja Gründe haben...

Kommentar von AntonJJ ,

Nicht nur um sicher zu gehen, sondern überhaupt, um das festzulegen, was nur beim Notar geht ;)

Kommentar von Marcel1809 ,

na meinte ich ja... um sicher zu sein dass es dann auch so ist

Antwort
von oppenriederhaus, 22

wenn die anderen 2 auf ihren gesetzlichen Erbteil verzichten - JA

Lass Dich von einem Notar beraten.

Antwort
von SquadStein, 3

Ja, per Vermächtnis ( https://www.erbrecht-papenmeier.de/ratgeber/testament-alleinerbe-vermaechtnis.ph... ). Aber pflichtteilsrechtliche Fernwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Das muss ein Fachanwalt für Erbrecht sich genauer ansehen.

Antwort
von brummitga, 39

das geht, aber die anderen Berechtigten müssen ausgezahlt werden.

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