Frage von Baumfaellerjoe, 81

Habe ca 6 Jahre Venlafaxin 150 mg genommen und nun nach dem Ausschleichen seit 10 Wochen bei 0. Ist das möglich das noch Absetzerscheinungen bestehen können?

Hallo,

Ich leide nach 10 Wochen unter Schlaflosigkeit Nachts und hab starke Stimmungsschwankungen. Besonders die Schlaflosigkeit Nachts ist Hardcore. Ich kann noch so müde sein vor 4 Uhr morgens schlafe ich nicht ein.

Antwort
von Hayns, 59

Zuerst Fragen zum Verständnis.

Du hast 6 Jahre Venlafaxin genommen - 150mg ist einigermaßen hochdosiert, oder?

Von jetzt auf gleich Null Venlafaxin? Nimmst Du noch andere Medikamente?

Hast Du eigenständig das Medikament abgesetzt ohne Rücksprache mit Deinem Neurologen?

Jetzt nach dem Absetzen stellen sich Schlaflosigkeit und Stimmungsschwankungen ein?

Gerade Letzeres bedarf das Venlafaxin. Ich vermute, dass die Schlaflosigkeit durch innere Unruhe entsteht, bedingt durch das Absetzen von Venlafaxin.

Suche Deinen Neurologen auf, für einen erholsamen Schlaf wären Mirtazapin geeignet und Venlafaxin in einer geringeren Dosierung unterstützend.

Wichtig ist, dass Du zur Ruhe kommst - da müssen eben Medikamente helfen.

Kommentar von Baumfaellerjoe ,

Hab es in einer Klinik schrittweise ausgeschlichen und bin seit 10 Wochen auf 0 und nehme auch nichts anderes. Nach ein paar Tagen wurde es schwierig zu schlafen was sich bis heute kaum behoben hat. Bedingt durch den schlechten Schlaf kommt wohl die Gereiztheit denke ich. Bin aufgrund der Dauer der nicht Einnahme am zweifeln ob es Absetzerscheinungen sind oder ob es noch die Krankheit ist.

Kommentar von Hayns ,

Du schreibst, "...ob es Absetzerscheinungen ...oder ...noch die Krankheit ist."

Das lass doch bitte von Deinem Neurologen oder sonstigen Arzt Deines Vertrauens abklären.

Es ist zu vermuten, dass es Absetzerscheinungen sind. Und leider ist es auch so, dass diese Art Krankheit nicht so einfach weg ist. Es ist vielmehr so, dass man/Du lernen wirst mit der Krankheit umzugehen.

Diesbezüglich hattest Du sicher Geprächstherapien (?), ggf. solltest Du das fortführen.

Das kann noch einige Zeit dauern, aber es gelingt.

Bist Du denn als "geheilt" entlassen worden? Wenn ich fragen darf, wie alt bist Du, arbeitest Du?

Kommentar von Baumfaellerjoe ,

Als geheilt bin ich nicht entlassen worden. Dürfen die auch nicht soweit ich weiss. Ich hab seit ca 8 Jahren psychosomatische Beschwerden. Hab bis heute keine genaue Diagnose. Jeder psychologe meint es ist keine klassische angsstörung, weil ich vor nix spezifischem Angst habe und in Richtung klassische Depressive Episoden ist meine Symptomatik zu Sprung, dauerhaft und nicht schwer genug. Habe noch die Empfehlung bekommen Adhs abklären zu lassen. Nach eigenrecherche bin ich mal auf dysthymie gestoßen, was es glaub ich sein könnte. Zurzeit krank geschrieben  bis ich alles abgeklärt hab. Bin 29 Jahre alt :)

Kommentar von Hayns ,

War es ein Klink- oder REHA-Aufenthalt? Welcher ICD-Code (F...) wurde denn für die Einweisung angegeben?

Bei den Psychosomatischen und Psychischen Erkrankungen tun sich alle ein wenig schwer. Da muss man auch etwas Glück haben, an wen man gerät (ist keine Kritik an die Mediziner).

Ich selber bin überzeugt, dass die psychosomatischen Probleme eine Folge der erkrankten Psyche ist. Es liegt auf der Hand, dass es schwer ist die richtige Diagnose zu erstellen und damit den richtigen Behandlungsansatz zu finden.

Einen (1) klassischen Verlauf solcher Krankheitsbilder gibt es nicht.

Danke für Deine Auskunft. Du bist 29 und Deine Bemühungen zeigen, dass Du selber was in die Hand nimmst - ein sehr positiver und vielversprechnder Ansatz ↑

Schreibst Du bitte noch etwas zu meiner Frage nach Geprächstherapien.

Kommentar von Hayns ,

Nachtrag:
Einen (1) klassischen Verlauf solcher Krankheitsbilder gibt es nicht. Da ist jeder anders, daher kann man auch nicht pauschal sagen, nach vier Wochen ohne Medikation gibt es keine Absetzerscheinungen mehr.

Kommentar von Baumfaellerjoe ,

IcD Code weiss ich Grad nicht. Es war ne psychosomatische Klinik.Jedenfalls bin ich mit ner angststöru g eingewiesen worden und mit ner mittelschweren depressiven Episode bei der Entlassung betitelt worden. Bin seit 6 Sitzungen ambulant bei einem Psychologen der mit der Diagnose auch nicht direkt einverstanden war allerdings auch noch keine genaue Bezeichnung dafür hat. Das Kind brauch aber auch nicht immer einen Namen, möchte nur gern die Probleme finden. Wo ich bzw wir auf nem guten Weg sind.

LG

Kommentar von Hayns ,

Da gehe ich mit Deinem Psychologen (oder Psychotherapeut?), d’accord, einen Namen muss man nicht haben.

Der ICD-Code wäre allenfalls eine unterstützende Hilfe zu meiner Einschätzung, von Monitor zu Monitor ist das ja ziemlich schwierig ;-)

Und noch einmal stimme ich zu. Die Fortschritte zu erkennen ist wichtig. Da ist Ursachenforschung mitunter unerlässlich, auch wenn es machmal weh tut.

Ich wünsche Dir gute Gespräche.

Antwort
von Chillersun03, 39

Ist das möglich das noch Absetzerscheinungen bestehen können?

Das ist mehr als unwahrscheinlich, besonders nicht bei einer moderat-hohen Dosis und Ausschleichen. Und nach 10 Wochen ist die Absetzsymptomatik schon lange vorbei. Möglicherweise hast du einen Rückfall der Krankheit/Symptomatik. Oder deine Probleme haben eine andere Ursache.

Nehme 1 Tag 1 Tablette Venlafaxin und schau ob sich die Symptome bessern. Dann weißt du ob es am Absetzen liegt, bzw. ob es ratsam ist wieder etwas Venlafaxin zu nehmen.

Gruß Chillersun

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