Frage von OZyxxyZO, 81

Habe als Angehörige eines Suizidenten Schuldgefühle gegenüber dem Lokführer - Wie soll ich mich verhalten?

Antwort
von Turbomann, 50

Mit deiner Frage sollest du schon etwas ausholen.

Kommt auf den Fall drauf an, ob du dir überhaupt Schuldgefühle machen willst oder musst, denn wenn jemand Suizid begeht, kann kein anderer etwas dafür und wird das auch nicht verhindern können.

Kommentar von OZyxxyZO ,

Mmh ich muss mir keine machen solche Gedanken richtig. Und ich will es auch nicht. Aber ist schwer zu ignorieren. Bin ja nicht die einzige die darunter leidet auch wenn ich weiß dass ich nicht verantwortlich bin. Es ändert nichts dass ich ein schlechtes Gewissen habe neben der Belastung dass ich nichts von den Absichten meines Freundes wusste.

Antwort
von bibi8888, 51

Deine Schuldgefühle sind völlig unbegründet. Du solltest versuchen, sie mit therapeutischer Hilfe aufzuarbeiten, wenn die Zeit deine Schuldgefühle nicht kleiner werden lässt.

Solltest du daran denken, den Lokführer zu kontaktieren, so rate ich dir davon ab. Lokführer leben mit dieser Gefahr, erleben das in ihrem Berufsleben manchmal sogar mehrfach. Sie erhalten psychologische Hilfen. Ein Kontakt könnte sogar einen Rückschritt bedeuten.

Ich wünsche dir alles Gute, schau nach vorne. Jeder Mensch ist Chef seines eigenen Lebens. Du kannst nichts verhindern, wenn der Mensch neben dir nicht mehr leben möchte.


Kommentar von OZyxxyZO ,

Dankeschön für deine Sicht der Dinge. Das hilft mir tatsächlich und klingt schlüssig und vernünftig es dabei zu belassen. Dass war ein Aspekt auch in meinem Kopf, denn egal was ich tu es ist doch wie eine Schikane (das Gegenteil von gut ist gut gemeint) und illusorisch, ja evtl. aufwühlend nach einigen Monaten für den Lokführer.

Auf der anderen Seite kann es ja sein dass er sich auch denkt, mensch da denkt nach dieser Zeit noch jemand an mich dass ich das miterleben musste, wenn du verstehst was ich meine. Ich will auch nicht feige sein und es 'totschweigen' oder vergessen.

Kommentar von bibi8888 ,

Deine Gedanken kann ich gut nachvollziehen, mir ginge es genauso. Der Lokführer tut dir Leid, er hat einen Menschen getötet ohne eigene Schuld...und doch hat er es getan. Man will ihm helfen, teilen, Mitgefühl zeigen. Ein Dilemma.

Trotzdem rate ich nochmal: Lass es sein. Jeder trägt in diesem Fall die eignene Last. Abnehmen kann man da nichts.

Die Zeit wird euch helfen.....ganz bestimmt. Und die Erkenntnis, dass manches einfach Schicksal ist. Wir haben nichts unter Kontrolle...auch wenn wir das manchmal denken! :-) Alles Liebe!

Kommentar von OZyxxyZO ,

Vielleicht wollte ich das auch insgeheim ein wenig hören dass ich nicht in der Pflicht bin. Meine guten Wünsche gehen trotzdem an den Lokführer. Leider sehr beschissen. Doch welchen Weg soll es schon geben damit er so was vergessen kann. Ich denke demnach ich werde es so annehmen wie es nun mal ist und hoffe nur dass er meinem Freund vergeben kann auf der anderen Seite, und ihn nicht als Unmenschen - denn dass war er nicht, wohl eher zu sensibel - verurteilt. Auch dir alles Gute übrigens, wir haben ja schließlich alle unsere kleinen und großen Probleme. Und ich wünsche einfach jedem diese auf einem lebensbejaenden Weg zu lösen.

Antwort
von GanMar, 34

Du brauchst professionelle Hilfe. Wende Dich an Deinen Hausarzt, er wird Dir helfen, einen geeigneten Ansprechpartner zu finden.

Kommentar von OZyxxyZO ,

Bei der Arche bin ich hin und wieder, zum Teil regelmäßig bei einer guten Psychologin.

Kommentar von GanMar ,

Dann sprich Dein Schuldgefühl einmal an - damit daraus nicht ein Konflikt wird, den Du nicht mehr lösen kannst.

Kommentar von OZyxxyZO ,

Da hast du vollkommen Recht. Es ist teilweise ja eine riesen Hürde es nicht nach hinten zu schieben und so etwas zu thematisieren denn zeitgleich gesteht man ja letztendlich immer auch seine Fehler. Aber tatsächlich habe ich bereits mehrmals über meine fragliche Verantwortung geredet und die Psychologin hatte gute Argumente, die ich brauchte, dass ich nicht alles auf mich nehme. Jeder neigt ja zur Selbstkasteiung gerade wenn man immer im Nachhinein bemerkt was verkehrt lief. Gänzlich wird das wohl nie weggehen aber das erwarte ich auch gar nicht. In dem Sinn, danke und schöne Restwoche.

Kommentar von GanMar ,

gerade wenn man immer im Nachhinein bemerkt was verkehrt lief

Wir wären keine Menschen, wenn wir perfekt wären.

Wir dürfen unsere Fehler bereuen - wir dürfen aber auch erwarten, daß unsere Mitmenschen uns nicht lebenslang für unsere Fehler verurteilen.

Du hast mein Mitgefühl - sowohl in Hinblick auf Deinen erlittenen Verlust als auch in Hinblick auf die Bürde, die Du Dir selbst auflastest. Laß es bitte nicht den Rest Deines Lebens bestimmen.

Ich wünsche Dir viel Glück!

Antwort
von alexxxflash, 43

Denk doch erstmal in Ruhe darüber nach. Wie soll ein Zugführer schnell einen Zug stoppen, der min. 40 Tonnen wiegt? Züge haben teilweise Bremswege von über 1km länge. An deiner Stelle hätte ich Mitleid mit ihm, da er seines Lebens sicherlich erstmal nicht mehr froh werden wird. Er muss mit dem Gefühl leben, jemanden überfahren zu haben und er konnte es nicht verhindern

Kommentar von bibi8888 ,

ich glaube, das ist nicht die Frage

Kommentar von hauseltr ,

Ein Zug mit 40 Tonnen? Wo? Bei Märklin?

Eine Rangierlok (V 60) wiegt schon mal locker fast 50 Tonnen.

Ein Güterzug geht locker an die 4000 T Grenze! Bei 750 m Länge.

Es ist auch nicht der Zugführer, sondern der Lokführer (Triebfahrzeugführer) der bei einem Selbstmord das große Herzkaspern kriegt.

Kommentar von OZyxxyZO ,

alexxxflash: Ich glaub tatsächlich auch ich verwechsel Schuldgefühl mit Mitleid. Ich empfind sehr großes Mitleid und frage mich wie es dem Lokführer nun geht...

Kommentar von alexxxflash ,

Eine Straßenbahn z.B. wiegt um die 40 Tonnen. Es ging außerdem nicht darum, wie der Kerl heißt, der den Zug gefahren hat, hauseltr. Okay, OZyxxyZO, dann versteh ich dich jetzt :) Naja ich denke, er wird jetzt eine Therapie machen müssen, um das Geschehene aufzuarbeiten.

Antwort
von weissemaus66, 26

Wieso hast Du Schuldgefühle dem Lokführer gegenüber, wenn Dein Freund/in Mann/Frau oder Tochter/Sohn  Schwester/Bruder sich vor den Zug warf oder wie auch immer vom Zug erfasst wurde.

Da kannst weder Du noch der Lokführer dafür. Für Dich ist es Fassungslos das Du durch so etwas einen Menschen verloren hast und der Lokführer ist genauso Fassungslos das er den Menschen überfahren hat. Also was ich damit sagen will, weder Du noch  der Lokführer können etwas dafür, es war eben Schicksal, so traurig wie es klingt. Mein Beileid noch!

Kommentar von OZyxxyZO ,

Danke dir. Weil ich mich so handlungsunfähig fühle. Die Art und Weise ist einfach eine enorme Brutalität gegen sich selbst und ich kenne die Schilderungen. Man möchte einfach nur stellvertretend für den Partner iwie ausdrücken, dass man es so gern wieder gut machen würde bei dem Lokführer. Der hat ja die Bilder im Kopf. Ich nicht.

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