Habe 2003 mit 2,2 Promille lapen abgegeben. Muß ich eine Langzeit abstinenz nachweisen.?

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1 Antwort

Hallo

bei Alkohol ist mind. 6 Monate Pflicht, bei Alkoholiker mind. 12 Monate

es kommt also drauf an wie du und der Gutachter am Tage der MPU dich einschätzen wird.

sicherheitshalber würde ich jedoch 12 Monate machen

andere Frage:

2018 (wenn das Urteil auch noch 2003 war) könntest du ohne MPU wieder einen Antrag stellen und deine Fahrerlaubnis erhalten

kannst du diese knappe 2 Jahre nicht mehr warten?

wenn nicht, dann reichen AB nicht aus um die MPU zu bestehen, da wird mehr erwartet

Nun, ich schreibe Dir mal, was der GA von Dir erwartet:

Der Proband hat sein Fehlverhalten akzeptiert und beschönigt nichts

Der Proband hat die Ursachen für sein Fehlverhalten analysiert und dabei nicht nur die äusseren Motive (Druck, Fehleinschätzungen) sondern auch die inneren Motive (Dinge wie Akzeptanzsucht, Geltungsbedürfnis, Unsicherheit) analysiert

Der Proband hat aus dieser Analyse Vermeidungsstrategien entwickelt, wie er zukünftig bei entsprechenden Lagen reagiert und vermeiden kann, sich wieder fehl zu verhalten

Der Proband hat diese Vermeidungsstrategien eingeübt und über eine gewisse Zeit stabil gelebt

Du musst:

Dein Trinkverhalten in der Vergangenheit erklären können, insbesondere musst Du erklären können, mit welchen Getränken Du die 2,2 Promille erreicht hast, und Du musst erklären können, wie es zu dieser hohen Trinkfestigkeit gekommen ist

.Du musst die inneren und äußeren Motive für Dein Trinkverhalten aufarbeiten

Du musst angeben, warum Du in Zukunft (also die nächsten 80 Jahre Deines Lebens) abstinent bleiben willst

Du musst Strategien für den Fall benennen können, dass Du wieder in Versuchung kommst, Alkohol zu trinken, und Du musst Strategien entwickeln, wie Du Dich im Falle eines Rückfalles verhältst.

Beantworte folgende Fragen für dich:

- wie hat sich Dein Konsum entwickelt (Lebensphasen, Konsumhäufigkeiten, Trinkmengen)

- wie kam es zur Auffälligkeit- warum hast Du getrunken? In welchen Situationen kam es zum Konsum und warum hast Du Dich in der Situation nicht jeweils anders entschieden?

- was hast Du seitdem verändert?- wie willst Du künftig mit Alkohol umgehen und warum?

da es zur MPU kommt: Dafür wird eine intensive Aufarbeitung des Konsumverhaltens gefordert. Ein "war blöd, hab draus gelernt, kommt nicht wieder vor" genügt nicht, sondern man muss sich mit seinem Konsum eingehend auseinandersetzen: Motive, Funktion, ggf. Entscheidung zur Abstinenz. Und man muss Strategien entwickeln, damit es nicht zum Rückfall in alte Muster kommt. Kein Hexenwerk, aber man sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen.

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