Frage von laurachester, 48

Hab seit kurzem ein fast ganz blindes Pferd ein Auge ganz das andere fast ganz blind ich hab noch kein Vertrauen zu ihr.Wie kriege ich schnell vertrauen zu ihr?

Antwort
von Annielue, 44

Es ist das Pferd, das Vertrauen bekommen muss. Nämlich in dich und deine Fähigkeit es zu führen! Ihr müsst erstmal eine gemeinsame Kommunikationsbasis finden. Da Körpersprache weitgehend ausfällt, müsst ihr euch auf Laute und Berührungen einigen. Wie ist denn das Pferd bisher gehandelt worden? Kennt es seine Umgebung oder ist alles neu? Wie klappt es mit den Artgenossen? Da kann man sich eine Menge abschauen...

Zum kommunizieren üben eignet sich wohl am besten ein Roundpen... das Pferd sollte die Begrenzungen kennen...also im Zweifel zeigst du sie ihm nochmal. Dann lässt du ihn mal los und probierst mal aus, wie er dich wahrnehmen kann. Das wichtigste am Anfang wäre ihm mitzuteilen, wo du bist und ihn zu dir zu holen. Stehen und weichen lassen sind die nächsten Lektionen. Wie mit einem gesunden Pferd, nur in einer anderen Sprache.

Das ist ein Prozess, der viel Zeit und Geduld erfordert. Wenn ihr so gelernt habt miteinander zu kommunizieren, werdet ihr euch am Ende im wahrsten Sinne blind verstehen.

Kommentar von laurachester ,

Sie steht seit dem die jetzige Besitzerin sie hat nur auf der Weide zum grassen weil keiner wirklich was mit ihr machen wollte.

Die Umgebung bleibt sie steht da wo sie immer stand also nichts neu außer ich.. :) 

Sie steht mit einem Hengst auf einer Weide..die beiden verstehen sich eigentlich so wiet ganz gut..

Kommentar von Annielue ,

Mit einem Hengst? Sollen da nochmal Fohlen rauskommen? Hoffentlich doch wohl nicht... Oder meinst du einen Wallach?

Nunja... dann beobachte doch mal, wie die beiden miteinander kommunizieren. worauf reagiert sie bei ihm? was macht sie, wenn sie ihn sucht? Und dann in einer geschützten Umgebung ausprobieren.

P.s.: solltest du unerfahren im Umgang mit Pferden sein (was ich jetzt wegen der möglichen Hengst/Wallach-Verwechslung nicht ausschließen würde) geh bitte nicht allein mit dem Tier um. Wenn du nicht weißt, was du tust und ihr keine Sicherheit vermitteln kannst, kann das schnell auch mal gefährlich für euch beide werden.

Kommentar von laurachester ,

Nein ist schon alles richtig ich meine Hengst..

Ich weiß nich ihre noch Besitzerin hatte sie  dieses Jahr schon mal decken lassen

Kommentar von Annielue ,

echt jetzt? Das finde ich ehrlich gesagt ziemlich verantwortungslos. Davon mal ab, dass man grundsätzlich nur mit gesunden Stuten züchten sollte (nehme mal nicht an, dass die Blindheit durch einen Unfall herkommt), denke ich, dass eine blinde Stute, noch dazu, wenn sie in keine Herde eingebunden ist, mit einem Fohlen ziemlich überfordert sein dürfte...

da kann man echt nur den Kopf schütteln, was manche sich so denken...

bist du sicher, dass du so mit Pferden umgehen willst?  Ein gehandicaptes Pferd, mit dem sich sonst keiner beschäftigt, das dich vor riesige Herausforderungen stellen wird, das du vielleicht niemals normal reiten können wirst und das sich dann auch noch mit einem Fohlen rumschlagen soll? Ich glaube, ich würde mir das nicht antun wollen...

Kommentar von laurachester ,

Ich könnte dir noch mehr erzählen..aber nuicht hier wo es jeder sehen kann :/

Kommentar von Annielue ,

Ohje, das klingt nicht gut :-( Wünsche dir dann viel Erfolg und starke Nerven :-/

LG, Annie

Kommentar von laurachester ,

Dankeschön..ich werde alles versuchen..

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde, 21

Wenn hier jemand Vertrauen aufbauen muss ist es dass Pferd.

Du besitzt deine volle Sehkraft, das Pferd läuft halb-blind durchs Leben. Daher musst du zu die Augen des Pferdes ersetzen und ihm die nötige Sicherheit geben -du musst eine alternative Kommunikationsmöglichkeit zwischen dir und dem Pferd entwickeln. Pferde kommunizieren zum großteil Nonverbal- also über Körpersprache. Diese Art der Kommunikation ist bei einem fast erblindetem Pferd nur noch sehr bedingt möglich. Versuche also über Laute und Berührungen eine Kommunikationsmöglichkeit her zu stellen.

Habe Gelduld mit dem Pferd und lasse ihm Zeit mit seiner Situation zu arrangieren und dich kennen zu lernen - wenn das Pferd erst seit kurzem bei dir ist, muss es sich ja auch erst einmal Umstellen und an alles gewöhnen. Ggf. dauert es einige Zeit bis ihr eine gemeinsame Sprache gefunden habt.

Wenn das Pferd schon länger in der Sitation ist, dass es fast kein Augenlicht mehr besitzt, dann weiss es bereits damit um zu gehen - warum solltest du ihm also nicht dein Vertrauen schenken? ...... (Es ist auf Grund des Verlustestes seines fast vollständigen Sehvermögens schließlich darauf angewiesen, dir seines zu schenken.)

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 15

hallo,

schnell geht da gar nichts.

nur ganz behutsam.

bewege dich so, dass du immer gut zu hören bist. versuche beim putzen herauszufinden, wo das pferd sich gern berühren lässt.

beim führen nimmst du dann den strick (du gehst wie immer links vom pferd) in die linke hand. mit der rechten hand bist du am pferd. entweder am hals oder an der schulter. manche pferde bevorzugen aber auch,wenn du an die seite vom kopf fasst oder die hand aufs genick legst. sie kommen dafür auch extra mit dem kopf runter. gerade beim führen teilt sich dem pferd ein richtungwechsel viel besser mit, wenn du die hand auf dem fell hast.

gewöhne dein pferd nach und nach dran, dass es sich an der stirnlocke führen lässt. das vermittelt ihm sicherheit.

mit möglichst tiefer stimme leise mit dem pferd reden, oder einfach vor dich hin summen. nie hektisch sein, alle bewegungen mit bedacht und hörbar ausführen.

die anderen sinne des pferdes werden umso schärfer.

eine weitere möglichkeit: ein fast blindes oder blindes pferd sollte eine perfekte hufbearbeitung bekommen und unbedingt barhuf laufen. der huf ist ein äusserst sensibles tastorgan.

Antwort
von lilaeinhornbaby, 44

Mein Pferd war auch auf einem komplett blind und auf dem anderen sah sie nur noch zu 20%. Mache keine schnellen oder ruckartigen Bewegungen. Komme nicht von der Seite wo dein Pferd komplett blind ist und fasse es dort nicht unverhofft an, da sie es nicht sehen wird wird sie sich erschrecken und einen Satz zur Seite machen wenn da dann auch noch einer steht hat der jenige ein Problem.. Befolgst du diese Schritte und denkst immer dran das sie blind ist sollte es dir schnell vertrauen und du ihm auch.. Meine Tierärztin sagte immer so schön "kranke Tiere sind die dankbarsten" mein Pferd war über 10 Jahre in diesem Zustand (noch mit anderen Krankheiten) und ist trotzdem noch ziemlich alt geworden, obwohl es sicher war das sie mit spätestens 20 sterben wird. Also viel Spaß mit deinem Pferd'chen ☺️🐴

Antwort
von sukueh, 38

Schnell geht erstmal gar nichts....

Zudem solltest du dem Pferd erstmal zeigen, dass du vertrauenswürdig bist, schließlich und letztendlich ist es ja auch das Pferd, das ein Handicap hat.

Antwort
von BarbaraAndree, 48

Gehe sehr behutsamt mit ihm um, sprich langsam und nicht laut, streichele ihn und bringe ab und zu Leckerchen mit. Du kannst ihn auch jedesmal putzen, das gut ihm gut und stärkt die Bindung. Beim Schritt reiten musst du ihn führen, aber das versteht sich ja.

Kommentar von Annielue ,

du hast nicht viel Ahnung von Pferden, oder? warum soll sie langsam sprechen? und die Leckerchen? und warum versteht es sich, dass das Pferd beim Schritt reiten geführt werden muss?

Kommentar von BarbaraAndree ,

Ich muss hier nichts unter Beweis stellen! Jedes Pferd ist anders und unser Wallach, der später langsam erblindete, konnte man gerade mit diesen Dingen erfreuen. Auch sind wir mit ihm nur Schritt geritten, weil er so besser zurecht kam.

Kommentar von Annielue ,

du sollst ja nichts unter Beweis stellen, aber die Antworten, die man hier gibt, sollten ja schon irgendwie "intersubjektiv nachvollziehbar" sein und eine gewisse Allgemeingültigkeit haben. Oder du deklarierst es als Erfahrungsbericht. Aber du schreibst ja nicht "mein Pferd mag das und das" sondern "mach mal so und so" ohne den Einzelfall zu kennen und ohne auf den konkreten Fall einzugehen.

Daher meine Nachfragen: warum langsam sprechen? Warum Leckerchen mitbringen für die Vertrauensbildung? und warum muss das Pferd beim Schrittreiten selbstverständlich geführt werden?  Das ist für mich jetzt erstmal nicht unbedingt klar...

Kommentar von BarbaraAndree ,

Warum nicht? Muss ich meine Antwort zunächst über deine Zensur laufen lassen, bevor ich sie der Fragestellerin zuleite? Irgendwie ist aber gut, oder? Ende der Diskussion!

Antwort
von Riverside85, 17

Wichtiger ist doch, daß dein Pferd Vertrauen zu dir bekommt, gerade, wenn es kaum noch was sieht. (:

Bei Blindheit immer wichtig: Die Stimme ist dein Hilfsmittel, noch mehr als bei gesunden Pferden. Bei allem was du machst (Box betreten, Seitenwechsel beim Putzen etc.) immer ansprechen. Auch beim Führen immer mal was sagen, damit er noch weiß, wo du bist.

Ich würde erst mal ganz viel Bodenarbeit machen, dann lernst du auch die Reaktionen deines Pferdes einzuschätzen und ihr lernt euch besser kennen. Du siehst, was ihm eventuell Angst macht und worauf er gut reagiert. 

Mein Wallach ist auf einer Seite blind und ich merke das gar nicht mehr, ich spreche ihn automatisch an, wenn ich von der Seite komme, führe ihn entsprechend, stelle mich so, daß er mich sieht etc. Und rede halt wirklich viel mit ihm, damit er immer einschätzen kann, wo ich grade bin. Man hat sich nach einer gewissen Zeit einfach aufeinander eingestellt, ich finde es jetzt eher komisch, wenn ich mit einem sehenden Pferd zu tun habe.  

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