Frage von lateinchiller, 34

Hab ich so das Metrum richtig bestimmt? Ich habe immer die betonte Silbe eingeklammert.?

In ei(nem) küh(len) Grun(de) Da (geht) ein Mühl(rad), Mein Lieb(ste) ist (ver)schwun(den), Die (dort) gewoh(net) hat. _ Sie (hat) mir (Treu) versproch(en), (Gab) mir ein'n Ring da(bei), Sie (hat) die (Treu) gebroch(en), Mein Ring(lein) sprang ent(zwei). __ Was ist falsch (ich glaube fast alles😂) ? Vielen Dank für Hilfe.

Antwort
von Deponensvogel, 10

Du hast wohl das Konzept der Betonung nicht ganz verstanden. Ja, du hast recht, mehr kann man eigentlich nicht falsch machen.

Unabhängig von der Länge von Silben betont man im im Deutschen eine oder mehrere Silben in einem Wort. Wenn du deutscher Muttersprachler bist, machst du das ausnahmslos richtig, das kann ich dir versichern, ansonsten würdest du im Supermarkt an der Kasse ziemlich blöd angeschaut.

Nehmen wir mal das Wort Rucksack her. Sprich das Wort ein paarmal aus und hör dir den Klang an. Man spricht RUCKsack, nicht RuckSACK. 

So verhält es sich mit jedem Wort: haben, töten, Gedicht, Konzept, Autobahn, verlegen, Lebensversicherung, Telefon/Telefon …

Manche Wörter haben mehrere Varianten zur Aussprache und im Satzgefüge kann man auch unterschiedlich betonen.

_____________________________

Das Ziel des Metrums ist es, Texte in geordneter Abfolge von betonten und unbetonten Silben zu verfassen.

In deinem Fall liegt ein Jambus vor, und zwar ein dreihebiger. Der geht so:

u – | u – | u – | (u)

[ – ist Zeichen für betonte Silbe / u ist Zeichen für unbetonte Silbe ]

____________________________

u       –   | u      –     | u –    

Gab mir | ein Ring | dabei |

u      –  |   u     –    |  u     –     | u

Sie hat | mir Treu | versproch|en

Unbetont–betont ist immer jambisch, daran, dass jede Zeile drei Hebungen (–) hat, erkennst du den jambischen Dreiheber bzw. dreihebigen Jambus. 

Vermutlich wird nun das ganze Gedicht in diesem Metrum geschrieben sein, zumindest wenn der Schriftsteller sauber gearbeitet hat. Du kannst das natürlich leicht nachprüfen, indem du das unbetont–betont bzw. auf–ab sprichst.

Antwort
von Riverside85, 20

In ei(nem) küh(len) Grun(de) Da (geht) ein Mühl(rad), Mein Lieb(ste) ist (ver)schwun(den), Die (dort) gewoh(net) hat. _ Sie (hat) mir (Treu) versproch(en), (Gab) mir ein'n Ring da(bei), Sie (hat) die (Treu) gebroch(en), Mein Ring(lein) sprang ent(zwei)

Die fett markierten sind falsch.

Du solltest das ganze mal laut sprechen, dann merkst du, daß das mit deiner Betonung zum Teil überhaupt nicht stimmen kann. 

Kommentar von lateinchiller ,

Oh*_*, danke. Können Sie dann bitte mal alle fett markieren, wo betont wird, das wäre super lieb. Ich mach das zum ersten Mal und das wäre als Hilfe zum Üben klasse ;) Vielen Dank schonmal.

Kommentar von Riverside85 ,

In ei(nem) küh(len) Grun(de) Da (geht) ein Mühlen(rad), Mein Lieb(ste) ist (ver)schwun(den), Die (dort) gewoh(net) hat. _ Sie (hat) mir (Treu) versproch(en), (Gab) mir ein'n Ring da(bei), Sie (hat) die (Treu) gebroch(en), Mein Ring(lein) sprang ent(zwei)

Ohne Anspruch auf Richtigkeit, manches ist auch Interpretationssache. 

Wichtig: immer laut lesen, dann wirst du viel leichter merken, was betont werden kann und was nicht. Silben am Ende des Wortes werden im Deutschen fast nie betont (also bei Grun-de, Lieb-ste etc.). 

Kommentar von lateinchiller ,

Alles klar, vielen lieben Dank😎. Das heißt ja dann, dass die Kardenzen nur weiblich sind, oder ?

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