Frage von Pensator120, 101

Hab ich Recht oder bin ich psychisch krank?

Hallo zusammen, ich bin 17 Jahre alt und besuche ein Gymnasium in Bayern. Ich habe seit langem keinen Spaß mehr am Leben. Jeden Tag wird mir deutlich, wie krass diese Welt ist und wie sinnlos eigentlich das Leben ist. Wir werden geboren und werden früher oder später sterben. In 100 Jahre hat man mich vergessen, vor 100 Jahren hat man noch nicht mal an mich gedacht. Es geht nur ums Geld; vor ein paar Wochen habe ich in der Stadt einen blinden Bettler gesehen, der nichts hatte, als eine Hose und einen alten Becher, in dem ein paar Münzen lagen, die eiskalt von einem Teenager geklaut wurde. Der Mann hat noch nicht mal gemerkt, dass der Becher weg war. Wie kann man so herzlos sein? Es ist einfach eine Welt, in der ich nicht leben will. Wir werden von Chaoten regiert, die Welt hat nichts besseres zu tun, als sich zu bekriegen, anstatt das Geld für Waffen etc... für Arme und Hilfsbedrüftige einzusetzen. Während der eine Milliarden hat und nicht weiß was er damit anfangen soll, sterben grade x Kinder am Hunger. Ich würde das alles so gerne ändern, aber ich kann es ja nicht. Ich bin ein Mensch, der von Gefühlen lebt - Ich hasse Alkohol und Geld; habe deswegen kaum Freunde, weil die Menschen nicht akzeptieren, die nicht so sind wie sie. Selbst die Freunde, die ich habe, können meine Sichtweise nicht verstehen und versuchen mir einzureden, dass das alles Spaß macht, was sie tun. Aber mir fehlt da der Sinn. Sie kaufen für teures Geld Sachen, mit denen man im Krankenhaus landen und sterben kann. Ganz grob erachtet, ist das doch irre. Es gibt in meinem Leben keinen, der mich versteht, weil für ihn nur der Spaß im Vordergrund vom Leben steht. Was ist denn, wenn unser doch so schönes Leben vorbei ist? Wenn wir tot sind? Oder was vor diesem Leben? Je mehr ich drüber nachdenke, kriege ich Angst davor, dass uns erwartet. Ich musste schon einige Schicksalsschläge wegstecken in meinem Leben und warte förmlich darauf, bis der nächste stirbt, im Koma liegt oder todkrank ist und weiß, dass er bald sterben wird. Für mich ist diese Welt schon eine Hölle, obwohl ich noch nicht mal tot bin. Jeden Tag muss ich mich aus dem Bett quälen und Dinge tun, bei welchen ich nicht weiß, wofür ich sie tu. Ihr werdet alle euren Kopf schütteln, doch eigentlich habe ich doch Recht oder? Wir warten alle förmlich drauf, bis wir den nächsten Schicksalsschlag erleiden müssen und irgendwann sind dann wir einer für eine nahestehende Person. Es ist eine Welt, in dessen Kreislauf ich nur ein Objekt bin und in so einer Welt fühl ich mich alles andere als wohl. Ich denke auch manchmal an Selbstmord, doch die Angst vor dem Tod ist größer, als der Wille, sterben zu wollen. Ich will eigentlich weder leben, noch sterben. Versteht mich vielleicht von euch einer?

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von RoterKiwi, 27

... mehr als du denkst. Das alles zu hier hin zu schreiben würde den Rahmen sprengen, aber stattdessen versuche ich dir zu sagen, was mir etwas hilft. Ich denke mir nämlich folgendes:  Ich bin momentan dabei mich nach der Ausbildung zum Buchhändler (und der Kündigung bei der neuen Arbeitsstelle) anders zu orientieren und mir einen Beruf zu suchen bei dem ich Menschen helfen kann. Der Kontakt mit Kunden hat mir jedes Mal gezeigt dass man, wenn man den Menschen gutes tut und sie danach glücklich sind, man selbst auch etwas von dem Glück zurück bekommt. -Nicht dass mir der Beruf nicht Spaß macht- aber wenn ich den Menschen zum beispiel in einer sozialen Einrichtung gutes tun kann, dann helfe ich mir damit auch selbst. Soweit meine Gedanken.

Und ich bin zu dem Schluss gekommen- ich kann nichts verändern, egal was man tut, die da oben werden immer darauf aus sein Krieg anzuzetteln, die ganzen Waren in China herstellen zu lassen, die Welt ausbluten zu lassen und so weiter. Ich kann dagegen nichts tun, auch nicht gegen die Hungernden auf dieser Welt- aber

ich kann zumindest dafür sorgen, dass die Menschen um mich herum glücklich sind. Ich kann dafür sorgen dass die Menschen sich tatsächlich zum Guten hin verändern. Das Gefühl hatte ich oft wenn ich den Kunden ein Buch empfohlen habe. Ich kann die Menschen dadurch verändern und das positiv. Wer weiß, vielleicht wird die nette junge Dame, der ich geholfen habe, auch etwas von dem positiven an ihre Freunde weitergeben. Vielleicht beschließt der Mann, dem ich gestern die Zeitschrift verkauft habe und mit dem ich wirklich nettes Gespräch hatte und er mir daraufhin das Rückgeld zum Dank geschenkt hat, dass er die nächsten 3€ für die Zeitschrift doch dem Obdachlosen gibt.

Mit solchen Gedanken versuche ich das meiste schlechte, das in meinem Kopf rumspukt loszuwerden- und das klappt auch meistens. Klar prasselt das jeden Tag auf einen ein, Selbstmordgedanken hat jeder, auch ich- aber diese positiven Erfahrungen geben mir Mut. Auch wenn es momentan bei mir besch**sen aussieht.

Und noch etwas- ist zwar etwas privat, aber hilft dir vielleicht auch weiter. Vor einem Jahr ist jemand gestorben. Ich kannte ihn nicht- wir haben uns nie gesehen, er war der kleine Bruder der neuen Freundin meines Onkels,ich hatte daher einmal vor mich ihm vorzustellen. Vielleicht hätten wir Freunde werden können. - daraus ist nie etwas geworden. Der Selbstmord hat dafür gesorgt dass sich nie etwas ändert.

Verstehst du? Vielleicht hätten wir uns getroffen, vielleicht wären wir beste Freunde geworden, vielleicht hätten wir die schweren Zeiten gemeinsam durchgestanden, vielleicht, vielleicht, vielleicht. Dadurch dass er beschlossen hat seinem Leben ein Ende zu setzen, sind diese Möglichkeiten mit ihm gestorben. Ich hätte sein Leben veränden können, unser Leben. Es hätte sich alles ändern können. Man weiß es einfach nie. Deshlalb steht bei mir nicht zu debatte dass ich  mich umbringe. Sonst verspiele ich mir damit die Möglichkeit irgendwann dafür zu sorgen dass es je anders wird.


Ich weiß ehrlich nicht, wie ich jemanden helfen soll, wenn ich mir nichtmal selbt helfen kann, aber ich versuche es. Das sind die Gedanken die ich habe. Ich versuche es und mache das beste daraus. Auch wenn es aussichtslos erscheint.

Antwort
von derwebpro, 15

Ich erkenne mich gerade wieder in deinen Worten :D
Dieses Gefühl vom Zahnrad im System habe ich manchmal auch, aber das liegt wohl nur daran das man sich ziemlich nutzlos vorkommt in unserer Welt. Denn wird man gemocht und gebraucht, anerkannt und geschätzt, dann ist man sofort bei völlig anderen Gedanken... finde dich erst mal gut zurecht und das Leben wird nur so vorbeirasseln.
Und zu deiner Aussage dass das Leben scheusslich ist, überall Menschen sterben... da stimme ich dir völlig zu, aber es gibt Menschen die denken auch an sowas und tun sogar was... die noch nicht vergessen haben was der Mensch wirklich braucht und jetzt Tag für Tag für Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit kämpfen. Und von diesen Leuten gibt es mehr als du denkst und sie sind näher als du denkst. Wenn du auch lust hast ein bisschen mitzuhelfen dann schreib mir das als Antwort....

Antwort
von aicas771, 17

Du hast recht. Die Welt ist so, wie du es ungeschminkt schilderst.

Aber wenn wir in dieser Welt überleben wollen (willst du das?), dann müssen wir (jede(r) für sich) einen Weg finden, wie wir damit umgehen können, ohne daran zu verzweifeln oder krank zu werden. Denn ändern können wir daran (fast) nichts, wie du auch zu Recht feststellst.

Du kannst zum Beispiel dankbar sein dafür, dass du in einem Land leben darfst, in dem es nur wenig Gewalt und Willkür gibt, in dem es materiellen Wohlstand und eine gute medizinische Versorgung gibt.

Du kannst zum Beispiel deshalb sorgfältig mit Gütern (insbesondere Lebensmittel) und Geld umgehen.

Du kannst zum Beispiel in deinem Einflussbereich dazu beitragen, dass diese Welt ein kleines bisschen besser wird (think globally (tust du ja) - act locally).

Du kannst zum Beispiel möglichst freundlich und hilfsbereit sein gegenüber den Menschen, die dir begegnen.

Und du kannst und darfst (und solltest wohl auch) dir klar machen, dass du nicht für das Leid dieser Welt verantwortlich bist, und auch nicht dafür, dass es deutlich weniger wird.

Versuche nicht, die Welt zu retten, und versuche, nicht an der Welt zu verzweifeln, sondern tu was in deiner Macht steht, um diese Welt ein bisschen besser zu machen. Und auch das tu mit Augenmaß und vergiss nicht, auch zu feiern, zu genießen und fröhlich zu sein. Denn sonst wirst du krank. Und damit ist keinem gedient - dir nicht, deiner Familie nicht, deinen Freunden nicht, und der Welt auch nicht.

Antwort
von LeUniquorn, 44

Kurz: Ich kann deine Denkweise sehr gut nachvollziehen.
Aber: Leider kann ich dir keine tröstenden Worte anbieten.
Du siehst das alles sehr realistisch, allerdings auch sehr negativ.
Es hat (leider) alles seine Gründe, dass sie so sind wie sie eben sind. Daran kann "der kleine Mann" nichts ändern. Es gibt viele die so denken, glaub mir.
Allerdings solltest du nicht das Leid der Welt auf deine Schultern legen. Das verlangt auch keiner.
Versuche dein eigenes Leben nach deinen Prinzipien zu leben und seie anderen Menschen ein Vorbild!

Liebe Grüße

Kommentar von Pensator120 ,

Ich seh nicht ein, dass die Welt mit mir machen kann, was sie will. Ich hass das komplette System. Menschen richten über andere, obwohl sie sie nicht mal kennen (Lehrer, Richter, ...). An ihnen hängt, wie das Leben verläuft, obwohl alle Menschen gleich sind. Einerseits zwar fair (Richter), aber dennoch komm ich mit sowas einfach nicht klar.

Antwort
von hosnimounia, 10

So viel weiß,muss man immer motivierten und aktiven sein .in unsere leben braucht nicht nur Geld oder Stoffen zu leben ,aber es geht über das Gefühle und Spannung  im Alltag .

Antwort
von Andrastor, 19

Pubertät.

Was ist denn, wenn unser doch so schönes Leben vorbei ist? Wenn wir tot sind?

Wenn du in einen Vergnügungspark fährst, bleibst du dann auch im Auto sitzen und denkst dir: "Warum soll ich da raus gehen und Spaß haben? Wir fahren ja sowieso wieder nach Hause."

Ich denke nicht. Also warum dann dein Leben nicht angenehm gestalten? Egal was nachher kommt, wenn du auf dem Sterbebett sagen kannst "Das hat sich ausgezahlt", dann hattest du ein schöneres Leben als die meisten.

Wer sagt denn dass du die Welt nicht ändern kannst? Viele Menschen haben sich bereits auf die Menschheitsgeschichte ausgewirkt. Aber denkst du einer davon saß zu Hause und dachte sich "Wofür, ich kann ja ohnehin nichts ändern?".

NEIN

Diese Menschen sind rausgegangen und haben etwas getan und Energie in ihre Ziele gesteckt. Das kannst du auch!

Antwort
von Mausemimi11, 40

Hallo;)

Oft ist das Leben wirklich schön,aber du musst damit klarkommen, dass manchmal auch Sachen passieren, die dir nicht so gut gefallen werden.

Ich würde an deiner Stelle mal zum Arzt gehen, du könntest an Depressionen leiden.

Ist dir irgendwas schlimmes passiert?

LG Mimi

Kommentar von Pensator120 ,

In der Schule in Psychologie haben wir das Thema Depression zur Zeit. Alle Symptome sind auf mich zutreffend aber ich finde dass kein Psychologe oder Psychiater mir dieses Grunddenken nehmen kann, weil es eben eine Meinung über das Weltbild ist. Ich möchte auch nicht anders über diese Welt denken, weil ich weiß, dass sie so ist

Kommentar von Mausemimi11 ,

Hey, begib dich mal zum Arzt, ich denke er kann dir besser weiterhelfen als ich. Ich hoffe trotzdem, du stürzt dich nicht irgendwo herunter, oder lässt dich überfahren. Aber ich kann dich sehr gut verstehen.

Kommentar von Pensator120 ,

Vertrittst du meine Sichtweise nicht?

Antwort
von xShxl, 24

Ich verstehe dich ganz gut und dachte selber ich wär verrückt und niemand würde mich je verstehen! Als ich es mal jemanden erzählt habe haben sie mich so komisch angeschaut..

Antwort
von Glubschiblub, 32

Ich bin kein Arzt aber vielleicht solltest du wirklich mal zum dok. ( Ich meine das jetzt echt nicht fies) 

Zu sagen man will eigentlich nicht wirklich Leben ist ein gutes Indiz für ne Depression 

Antwort
von Sopharfalla, 29

Hi Pensator120, verstehe dich gut. Wenn du Lust hast drüber zu reden schick mir eine FA, dann können wir privat schreiben. Ist vielleicht ein etwas zu persönliches Thema. Liebe Grüße

Antwort
von XnumbX, 11

Geht mir im Prinzip genauso. Ich Frage mich jeden Tag was das Leben denn für einen Sinn hat und mir fällt nichts dafür ein. Würde ich den ganzen Tag im Bett liegen würde es sowieso niemanden interessieren. Und dieses Gefühl nicht leben zu wollen, aber auch nicht sterben zu wollen kenne ich nur zu gut. Vielleicht hast du ja Depressionen, ist bei mir jedenfalls der Fall. Geh vielleicht mal zum Psychiater..

Antwort
von liebemiki, 22

Heyy☺ ich bin 15 ein Mädchen und leide unter Depression. Ich denke, dass es nich wirklich sinnvoll is sich hier über sowas zu unterhalten. Aber ya ich verstehe dich sehr gut. Wenn du kik haben solltest, dann können wir ya dort eventuell darüber diskutieren wenn du Lust hast :)
Mein Name: Joanibaniii

Antwort
von skyberlin, 5

ich kann dich voll und ganz verstehen.

die einzige lösung ist, dass DU anders bist, empfindsam, hoffentlich liebevoll, und jung: du hast DEIN ganzes leben noch vor dir und kannst alles anders machen.

2 texte haben mir immer geholfen

1.


Stufen (Hermann Hesse)

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.


Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.


Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.


Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.


Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!


2.

Selbstmord

Die letzte aller Türen

Doch nie hat man

an alle schon geklopft

-Reiner Kunze-


Wenn es dich zu sehr quält, hol dir HILFE.

Mindestens eine Tür wird sich für DICH öffnen.

Bissl philosophisch, aber lesen und sprechen kann helfen.

Viel Erfolg dabei für Dich, SKYYY


Antwort
von 1Sternenhimmel2, 20

Schön geschrieben..ich verstehe dich voll und ganz. Ich bin zwar relativ jung, aber ich selbst merke auch wie sinnlos das Leben eigentlich ist. Ich meine, wir werden geboren, kommen in die Schule um nachher zu arbeiten, und sterben irgendwann. Ist das wirklich der Sinn? Schade, dass es nicht mehr Menschen gibt, die so denken wie du.

Antwort
von tomatensaft1233, 25

Ich stimme dir im Grunde zu , aber es gibt auch Schöne Dinge im Leben , die du durch deine Depressionen nicht mehr siehst, ich rate dir eine Therapie zu starten , verstehe das bitte nicht falsch du bist ja nicht geistig krank , sondern dir soll diese Therapie helfen im Fokus deine Sichtweise zu verbessern und deine Depressionen stark bis komplett mildern .

Kommentar von Pensator120 ,

Selbst wenn ich Depressionen hätte, an meiner Grunddenkweise würde sich nichts ändern. Die Welt ist grausam und jeder tut das, wie die Regierung es will. Mich macht das einfach alles fertig

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