Frage von kingshigh, 34

Hab ich mich strafbar gemacht, auch wenn ich nichts getan habe?

Beispiel:

Jemand sagt mir die ganze Zeit, ich soll etwas illegales tun, woraufhin ich immer sage, dass das nicht geht. Ich breche das Gespräch aber nicht vollkommen ab, weil ich selbst wissen möchte, wie weit der andere geht, mit dem, was ich illegales tun soll. Irgendwann denkt der andere, er hat mich soweit, dass ich die entsprechende Tat begehe und droht mir mit einer Anzeige.

Wohlgemerkt: ich habe nichts illegales getan, sondern nur geschaut, wie weit der andere geht!

Kann man mich nun deshalb belangen, weil ich etwas getan haben soll, was ich ja nicht getan hab? Nur wegen des Gesprächs, welches aufgezeichnet wurde? Nachweislich war es mir auch gar nicht möglich, weil ich auch nicht die Mittel hatte, um entsprechendes zu tun!

Danke.

Antwort
von Berufsdetektiv, 7

Das kommt ganz darauf an um welche Straftat es sich handelt. Sobald Du aktiv an der Tat beteiligt bist wie z.B. jemand klaut etwas und Du stehst "schmiere" dann bist Du ebenfalls Mittäter. Oder ein Extrembeispiel: Du weißt das ein Freund eine Bank überfallen will und wartest auf ihn im Fluchtfahrzeug und ihr fahrt dann anschließend gemeinsam weg. Denk darüber nach ob Du eine Tat hättest verhindern können, wenn Du eben gerade NICHT zusiehst wie ein anderer eine Tat begeht.

Antwort
von VXhimself, 25

Das Aufzeichnen eines Gesprächs gegen Deinen Willen ist auf alle Fälle strafrechtlich relevant. Was immer Du auch dabei gesagt hast ist völlig egal, also definitiv nicht strafbar. Die A....-Karte hat jetzt derjenige, der das Gespräch illegal aufgezeichnet hat:

Die Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes steht immerhin unter Strafe:

§ 201 StGB: Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer unbefugt

1. das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt oder

2. eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.

(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt

1. das nicht zu seiner Kenntnis bestimmte nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen mit einem Abhörgerät abhört oder

2.
das nach Absatz 1 Nr. 1 aufgenommene oder nach Absatz 2 Nr. 1 abgehörte
nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen im Wortlaut oder seinem
wesentlichen Inhalt nach öffentlich mitteilt.

Die Tat
nach Satz 1 Nr. 2 ist nur strafbar, wenn die öffentliche Mitteilung
geeignet ist, berechtigte Interessen eines anderen zu beeinträchtigen.

Sie ist nicht rechtswidrig, wenn die öffentliche Mitteilung zur Wahrnehmung überragender öffentlicher Interessen gemacht wird.

(3)
Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird
bestraft, wer als Amtsträger oder als für den öffentlichen Dienst
besonders Verpflichteter die Vertraulichkeit des Wortes verletzt
(Absätze 1 und 2).

(4) Der Versuch ist strafbar.

(5) Die Tonträger und Abhörgeräte, die der Täter oder Teilnehmer verwendet hat, können eingezogen werden. § 74a ist anzuwenden.

Kommentar von kingshigh ,

Gut, Stimme wurde insofern nicht aufgezeichnet. Es ging um Text/Screenshots.

Kommentar von VXhimself ,

Nachrichten per WhatsApp zum Beispiel sind NUR für den Empfänger gedacht, daher kann derjenige auch nicht diese Nachrichten oder Screenshots davon ungestraft an Dritte weitergeben. Man kann ihn dann, wenn man eine Weitergabe beweisen kann, zumindest abmahnen (lassen).

Kommentar von kingshigh ,

Aber durch mein bloßes Schreiben, welches zum Ende so ausgelegt war, dass ich von dem Thema versuchte ganz leicht abzuweichen (hat er für sich leider anders interpretiert, sodass er mit einer Anzeige drohte), habe ich mich keineswegs strafbar gemacht?
Bzw. wuerde man mich wirklich kontaktieren, wenn es zur Anzeige gebracht würde?
Oder muss ich mir keine Sorgen machen?

Antwort
von KittyCat992000, 34

Solange du nichts getan hast, kann man dich nicht dafür bestrafen.

Kommentar von kingshigh ,

Hab ich nicht. 

Ich nenne mal ein besseres Beispiel: 

Jemand schreibt mir im Internet, ich solle ein illegales Autorennen veranstalten, woraufhin ich immer sage, dass ich kein Auto bekomme, aber versuche eins zu bekommen.

Irgendwann sage ich, dass ich es mache (mit dem Wissen, dass ich ja selbst kein Auto habe, um zu sehen, wie der andere weiter agiert)! 

Er denkt daraufhin, dass er mich nun hat und droht mit einer Anzeige. 

Ich habe wohlgemerkt noch immer das Wissen, dass mir die Tat ja eh nicht möglich gewesen wäre. 

Ähnlich ist es mir auf sexueller Ebene basiert, wobei ich wohlgemerkt eh nicht tun konnte, was ich tun sollte und ich selbst auch herausfinden wollte, was Leute eigentlich denken, was man tut.

Kommentar von KittyCat992000 ,

wie gesagt. Man kann dich für nichts bestrafen, was du nicht getan hast.

Kommentar von kingshigh ,

Der Polizei muss ich das nicht melden? Also da hab ich nichts von?

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