Frage von chococooky, 206

Hab ich ein Recht auf Rückerstattung bei dem Sattel?

Vor wenigen Monaten habe ich mir einen Sattel von Firma XY bestellt. Beim testen der Sättel war alles in Ordnung. Es wurde geguckt welche Polster-, Sitz-, und Pauschenform für mich und mein Pferd am besten ist. Der Testsattel lag super auf meinem Pferd, kein rutschen oder wippen. Also hab ich mir einen Sattel in dieser Kostellation bestellt. Nach 8 Wochen war mein Sattel fertig und wurde zu mir gebracht. Als ich diesen dann Proberitt passte nichts mehr, Pferd fing an zu klemmen. Der Sattel wippte und rutschte. Mit einem besonderen Gurt vom Hersteller, der den Sattel weiter hinten mehr fixierte, war kein kippeln mehr zusehen. Da ich mir nicht so einen Gurt kaufen wollte, konnte ich mir diesen für 90 Tage ausleihen. Bekam aber von der Sattlerin gesagt, dass ich den Gurt bestimmt dann nicht mehr brauchen werde. Nach ungefähr 10 Wochen lief mein Pferd trotzdem immer schlechter. Also kam die Sattlerin nochmal. Beim Vorreiten wurde deutlich sichtbar, dass mein Pferd diesen Gurt nicht mag und besser unter einem kippelndem Sattel läuft. Also habe ich den Sattel zur Reklamation weggegeben.Außerdem hatte das Leder so Starke Abnutzungsspuren, obwohl ich sehr pingelig damit umgegangen bin. und das darf doch nicht bei einem Sattel sein der über 3000 euro gekostet hat. Jetzt hätte ich gerne den vollen Kaufpreis zurück. Habe ich ein Recht drauf?

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 111

Ähnlich ging es mir vor einem Jahr.

Das der Sattel nur mit einem besonderen Gurt halbwegs passend gemacht wurde, ist schon mal eine sehr schlechte Note für deine Sattlerin. Ein Sattel der nicht passt passt nicht und sollte nicht mit Pads und Gurten ans Pferd gezogen werden, damit es passend aussieht.

Bei mir war es ähnlich - der Probesattel passte wunderbar - bestellt und nach meinem Pferd hergestellt. Ewig lange Wartezeit, dann kam der nun unpassende Sattel.

Ein aufsteigen vom Boden aus war absolut unmöglich, weil einem der Sattel entgegen kam. Fester gurten brachte mir nur den unwillen meiner Stute ein.

Sattlerin nahm den Sattel zur Änderung wieder mit und brachte ihn 6 Wochen später. Nun schien es besser zu sein. Nach nur 4 mal reiten hatte meine Stute Rückenschmerzen und ich auch - das geht ja nun gar nicht - also Sattel zurück und 6 Wochen später gleicher Sattel eine Nr. größer.

Das schien zu passen. Nach 3 Wochen Testzeit ging ich und meine Stute Kreuzlahm und die Stute hatte zum ersten mal in ihrem Leben einen Gurtenzwang entwickelt.

Nun hatte ich die Nase voll und wollte das Teil auf Kulanz wieder zurückgeben, wie es vereinbart war (Sattelwert war 2650 Euro) - nach Rückgabe habe ich noch knapp über 2000 Euro zurückbekommen.

Sattel sei ja nun nicht mehr neu zu nennen, hätte Gebrauchsspuren usw. usw. und da behilte sie 650 Euro zurück.

Für 15 mal Sattel auf dem Pferd habe ich also 650 Euro bezahlt. Nie wieder werde ich einen Sattel vom Sattler kaufen.

Ich weis mittlerweile, das ich einen Anspruch auf vollkommenen Ersatz gehabt hätte.

Die Chancen sind allerdings recht niedrig, das du alles wieder bekommst, es sei den du hast eine gute Rechtschutzversicherung, die das für dich klärt.

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 102

Ein Sattel muss sitzen. Und ein Sattel, der von einem Spezialgurt in Position gehalten werden muss, sitzt nicht. Das ist ein grober Mangel und ist nicht hinnehmbar - weder für Dich noch für die Gesundheit Deines Pferdes.

Du hast mehrere Möglichkeiten.

1. Du sprichst mit der Sattlerin, darüber dass Du mit dem Sattel sehr unzufrieden bist und Du das so nicht länger akzeptieren möchtest und fragst, was sie Dir anbietet, bevor Du einen Sachverständigen hinzuziehst. An dieser Stelle wirst Du unter Umständen staunen, was sich da in Bewegung setzt. denn die Sattlerin wird wissen, dass sie Dir einen falschen Sattel angedreht hat und ein Sachverständiger genau das beweisen wird.

2. Du teilst der Sattlerin schriftlich mit, dass Du mit dem Sattel nicht einverstanden bist und die Zeit des Gebrauchs deutlich gemacht hat, dass er sowohl für Dich als auch für die Gesundheit des Pferdes schlecht ist und räumst ihr eine Frist von 2 Wochen ein, innerhalb derer sie den Sattel so nachbessern kann, dass sowohl Du als auch Dein Pferd zufrieden seid. Anderenfalls wärest Du leider gezwungen rechtliche Schritte einzuleiten.

3. Du wendest Dich direkt an einen Anwalt und lässt ihn Deine Interessen vertreten. Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast, entstehen Dir dann sogar kaum Kosten. Und ein Schreiben von einem Anwalt setzt meist auch schon eine ganze Menge "Kulanz" in Bewegung.

Doch schließlich und endlich bist Du nicht auf Kulanz angewiesen. denn es geht hier nicht darum, dass sie dir entgegen kommen, sondern, dass Du das bekommst, wofür Du bezahlt hast - einen Sattel, der sitzt.

Kommentar von Michel2015 ,

Das klingt definitiv korrekt.

Antwort
von Lycaa, 88

Nach der gesetzlichen Gewährleistung, musst Du ihr erst einmal die Möglichkeit zur Nachbesserung geben. Erst wenn die nicht erfolgreich ist, kannst Du vom Kauf zurücktreten.

Ist der Sattel älter als ein halbes Jahr, musst Du allerdings nachweisen können, dass der Mangel von Anfang an bestand.

Soweit die graue Theorie.

Ich weiß allerdings nicht, welche Möglichkeiten die Sattlerin hat, Dir das Leben schwer zu machen. Zum Beispiel kann sie argumentieren und belegen, dass der Sattel in exakt den Maßen geliefert wurde, wie beim Aufmessen ermittelt und bestellt wurde? Kannst Du belegen, dass es anders ist?

Das Gleiche mit den Gebrauchspuren.

Wenn sie sich also quer stellt, kann das echt schwierig werden und würde vermutlich, wenn man alle Register zieht auch auf einen Vergleich hinauslaufen.

Aber probieren kannst Du es mal, vielleicht hast Du ja Glück.

Kommentar von friesennarr ,

Oder die Sattlerin sagt, sie nimmt den auf Kulanz wieder zurück (wie bei mir) und behält dann einfach 600 Euro - und man kann nichts machen.

Kommentar von Lycaa ,

So in etwa.

Ich habe mir mal die AGB vom Sattler ums Eck angeschaut.

Bei Maßanfertigungen hat der sich echt gut abgesichert. Eine Reklamation ist tatsächlich quasi nur möglich, wenn die Maße des fertigen Stückes nicht mit denen im Auftrag übereinstimmen oder grobe Verarbeitungsfehler vorliegen. Alle Korrekturmaßnahmen bis der Sattel passt, sind reine Kulanz.

Antwort
von beglo1705, 108

Das wirst du mit der Sattlerin ausmachen müssen. Soweit ich weiß, kann man individuell angefertigte Waren (was dein Sattel ja auch ist) nicht zurück geben.

Hat deine Sattlerin den Sattel evtl. mit einem anderen versehentlich vertauscht?

Kommentar von friesennarr ,

Aber da ein Sattel angepasst werden muß, und er Sattler ja diesen Anspruch für sich selbst eingehen müsste, gilt hier:

Wenn er den Sattel nicht passend hin bekommt muß er den Sattel wieder zurück nehmen und den Kaufpreis erstatten.

Das habe ich aber erst herausgefunden, nachdem ich mein Strafgeld beim Sattler liegen lassen durfte.

Sollte ich nochmal so eine Dummheit begehen und tatsächlich nochmal einen Sattler bemühen, dann würde ich von vorneherein nur dann einen Sattel bei diesem kaufen wenn ich ein garantiertes Recht darauf hätte, das der Passen muß oder Geld zurück (100%).

Kommentar von beglo1705 ,

Ist mir ehrlich gesagt noch nicht passiert, hab Gott sei dank nen guten Sattler. 

Hast du dein Geld dann komplett zurück bekommen?

Kommentar von friesennarr ,

Nein. habe nur 2000 Euro zurück bekommen von den 2650 plus 80 Euro  Steigbügelriemen.

Mein neuer Sattel jetzt (der ohne Sattler oder Sattleranprobe perfekt passt) hat nur 890 Euro gekostet.

Ich hätte mir also fast 2 Sättel leisten können für das Lehrgeld das ich beim Sattler gelassen habe.

Ich habe spanische Lederbaumsättel von Ludomar und hatte meinen Letzten 20 Jahre auf allen meinen Pferden und nicht ein mal war da ein Sattler dran.

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