Hab eine Frage zum "Mooresches Gesetz"?

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6 Antworten

Hallo,

das Mooresches Gesetz ist kein Gesetz, sondern eine Weissagung. 
Ein Gesetz ist dagegen eine Grundregel, die bestimmte Vorgänge nachvollziehbar erklärt, z.B. das ohmsche Gesetz U = R x I.

Dass nach 7 nm Schluss sein soll, beunruhigt mich nicht, zumal die heutigen Größenordnungen bereits zu meiner Studienzeit unvorstellbar waren.  Aber auch mit "großen" Transistoren lässt es sich leben; keiner baucht wirklich ein Handy in der Größe eines Stecknadelkopfs. Und intelligente Implantate müssen auch noch handhabbar ein. 

Nicht alles, was machbar ist, ist auch wirklich praktikabel. Für alles gibt es eine sinnvolle Grenze.

LG Culles

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Das Mooresche Gesetz gilt schon nicht mehr. Das merkt man hauptsächlich an CPUs, da tut sich in letzter Zeit garnichts mehr.

Welche Technologien die Zukunft bietet kann man ohne Kristallkugel schlecht sagen ;)

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Entweder, jemand hat eine schlaue Idee, oder dann wird es einfach nicht mehr kleiner. Ich bin mir ziemlich sicher, dass irgendwann überall mal ein Quantencomputer drin ist, der dreht quasi die Fragestellung um, sodass dieselbe normale CPU schneller auf die Antwort kommt. Ist jetzt ein bisschen schwammig erklärt, aber auf YouTube gibts etliche Videos zu dem Thema.

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Entweder dann kommt eine neue Technik oder es ist ende :D

Aber wahrscheinlich ersteres.

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Wie hier zu lesen

http://www.nature.com/news/the-chips-are-down-for-moore-s-law-1.19338

ist die Näherungsformel nur bis zum Jahr 2015 gültig.

Übrigens interessiert sich kein Mathematiker oder Informatiker für die Anzahl der Transistoren, sondern für die Rechenleistung!

Schon der gute i7 Prozessor hatte trotz der 4 physikalischen Kerne mehr Rechenleistung als einer von AMD mit 8 Kernen, da neue Techniken wie 

https://de.wikipedia.org/wiki/Hyper-Threading

dem Betriebssystem die doppelte virtuelle Kernzahl zur Verfügung stellt.

(bei mir war es bei gleicher Taktfrequenz und 100% CPU-Last Faktor 3,5)

Dann  Boost-Taktung: kurzzeitig übertakten bringt recht viel.

Dann gibt es die AVX Befehle (nutze ich jetzt schon), die es erlauben, mehrere Teilbefehle parallel auszuführen, was 256 Bit entspricht!

Die teuersten CPUs können sogar AVX-512 Bit:

https://en.wikipedia.org/wiki/Advanced_Vector_Extensions

Dann kann man die Anzahl der Takte pro Maschinenbefehl senken: aktuell werden bis zu über 200 Takte bei komplizierten Befehlen benötigt...

Dann wird in Richtung https://de.wikipedia.org/wiki/Quantencomputer

geforscht:

"Im Dezember 2015 stellten NASA und Google den angeblich ersten funktionierenden Quantencomputer der Firma D-Wave Systems der Öffentlichkeit vor. Der Quantencomputer, der speziell für die Lösung von Optimierungsproblemen entwickelt wurde, soll eine ihm gestellte Aufgabe 100 Millionen mal schneller lösen können als ein herkömmlicher Computer. Dies erreicht er durch einen supraleitenden Prozessor mit mehr als 1.000 Qubits..."

Also nur 9 bis max 1000 Schaltelemente statt zig Mio!

ABER: die Vorbereitung dauert etwa 1 Woche und die eigentliche Rechnung darf nie 100 µs überschreiten, da die Q-Bits nicht länger leben :-)

Also mehr wie ein Compiler, wo man schon während des Compilierens das Ergebnis im Code hinterlegt -> und kein frei programmierbarer Rechner!

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Es kann noch was danach kommen, aber es muss nicht sein. Das Rad z.B. wurde vor Tausenden von Jahren erfunden. Was ist danach gekommen? Wurde es runder? Es ist zwar mit Kugellager und Luftbereifung ausgestattet worden, aber prinzipiell wird das Rad immer noch in der ursprünglichen Art verwendet.

Das Mooresche Gesetz ist eine eine statistische Ausage, die auf den Einzelfall nicht zutreffen muss. Es bezieht sich in erster Linie auf die heutige industrielle Entwicklung, die vom Machbaren und vom Bedarf ausgeht. Es gibt Entwicklungen, wo sich ständig neue verbesserte Perspektiven anbieten und ein lukrativer Bedarf vorhanden ist. Das wird ausgenutzt. Umgekehrt gibt es Bedarf, wo keine Lösung sich anbietet.

Beispiele: Strom in großer Menge wirtschaftlich zu speichern. Wenn das dann auch noch mobil möglich sein soll für Fahrzeuge, stößt man schnell auf Grenzen. Oder Strom durch Kernkraft zu gewinnen: Statt Fortschritt gibt es Rückschritt. Die Hürden kommen von einer ganz anderen Seite: Der Sicherheit.

Zurück zur ursprünglichen Frage: Trotz Moore gibt es für alle Entwicklungen ein Ende, wo es dann nur noch marginal weitergeht. Die Halbierung der Halbleiterschichten alle paar Jahre ist ein mehr von der Industrie beabsichtiges und gewolltes Interwall, weil man in kleinen Schritten besser Erfahrungen sammeln und sich erfolgreich an Grenzen herantasten kann als gleich alles auf einmal haben zu wollen und dann zu scheitern. Man muss ja auch immer was dazulernen, um eine neue Technologie zu beherrschen. Ein Entwicklungsstop hat praktisch auch keine große Bedeutung. Mit den heutigen Mitteln lassen sich unsere Kommunikationsbedürfnisse noch eine sehr lange Zeit zufriedenstellend lösen.

Die theoretischen Möglichkeiten für den Einsatz von Lichtwellen haben nur partiell Erfolg. Was man auf der einen Seite gewinnt, verliert man bei der Realisierung von Schnittstellen. Die Grundlagenforschung sieht das anders: Man weiß nicht im voraus, wozu sich etwas weiterentwickeln kann.

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