Frage von Antistaat, 277

Haaranalyse nach positiv angedeuteter Alkohol-MPU?

Hallo, ich hatte letzte Woche eine Alkohol-MPU (meine 2. - die 1. positive war im Jahr 2007) da 3 Trunkenheitsfahren mit je ca. 1 pro mille . Die MPU verlief gut und wurde auch so nach dem persönlichen Gespräch mündl. bestätigt. - Jedoch bereits 1 Stunde nach der MPU rief die Ärztin an und verlangt noch eine Haaranalyse von mir und ich soll doch gleich 250,--€ mitbringen. (ich unterliege keiner Abstinenzpfilcht) Jetzt meine Frage, ist das so rechtens oder was passiert wenn ich keine Analyse machen lasse . Was ist wenn in der Haaranalyse ein Wert rauskommt (den ich nicht kenne) der für die MPU zu hoch ausfällt ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von nancycotten, Community-Experte für MPU, 169

Hallo Antistaat,

da bist du bei deiner Vorbereitung tatsächlich schlecht beraten worden. Es ist mittlerweile bei der MPU "gang und gäbe" das bei Alk.fragestellungen ohne Nachweis, eine Haaranalyse gefordert wird bzw. werden kann.

Erbringst du diesen Nachweis nicht, wird deine Begutachtung negativ beschieden.

Es kommt jetzt ganz darauf an welches Trinkverhalten (welche Mengen) du bei der MPU angegeben hast. Sollten diese sich nicht mit der Wahrheit decken und dein Konsum war weitaus höher, so ist die Gefahr eines neg. Gutachtens sehr hoch. Ebenso wenn die Werte einen "moderaten Konsum" überschreiten.

Über die Menge an EtG im Haar ist eine Aussage über das Ausmaß des Konsums möglich:

< 7 pg/mg Haare = Abstinenz, geringer Konsum

7-30 pg/mg Haare = moderater Konsum (10-40g/d)

> 30 pg/mg Haare = exzessiver Konsum (>60g/d)

Gruß Nancy

Kommentar von Antistaat ,

Hallo, das ist wenigstens mal eine aussagekräftige Antwort. Gehen wir mal davon aus das ich über 30 komme. Wie geht es dann weiter?

Kommentar von nancycotten ,

Wenn er tatsächlich über 30 pg/mg liegt, wird dein Gutachten negativ ausfallen. Dann beginnt das ganze Prozedere von vorn :-(

Aber auch bei weitaus niedrigeren Werten (Bsp. 20 pg/mg) kann es zu einem neg. Gutachten kommen, wenn dieser Wert nicht mit deinen Aussagen des Alk.konsums übereinstimmt.

Im Forum in dem ich tätig bin hatten wir einen User der bereits mit 17 pg/mg durchgefallen ist...

Sollte es zum neg. kommen, bedeutet das (am besten) ein weiteres halbes Jahr Vorbereitung auf die MPU und in dieser Zeit wirklich nur sehr moderaten Alk.konsum betreiben, damit es -im Falle einer weiteren Haaranalyse bei der nächsten MPU- nicht zu Unstimmigkeiten kommt.

Wichtig: Ein negatives Gutachten nicht bei der FSSt. abgeben, sondern dort evtl. um Fristverlängerung für das MPU-Gutachten bitten, oder -wenn du länger mit der zweiten MPU warten willst- den Antrag auf Neuerteilung erstmal zurückziehen und später erneut stellen (kostet dann allerdings wieder...)

Aber warte erstmal ab, vllt. waren deine EtG-Werte ja noch im Rahmen. :-)

Antwort
von Parhalia, 174

Es klingt etwas "unwahrscheinlich", NACH der MPU - Begutachtung noch eine Haaranalyse anzufordern. ABER eventuell ist die genaue Beurteilung  des Gutachtens ja auch noch solange nicht abgeschlossen, wie Du diese ( mögliche  ? ) Nachforderung noch nicht erfüllt hast.

Es mag zwar richtig sein, dass bei knapp über einem , aber unter 1,6 Promille noch kein Abstinenznachweis gefordert ist, aber Du wurdest laut eigener Aussage bereits 3 x mit Werten um ca. 1 Promille auffällig.

Da KÖNNTE es durchaus darum gehen, dass man Deine Angaben bezüglich des Umganges mit Alkohol nicht mehr so ohne weiteres Glauben schenken mag und ggf. langfristigen Missbrauch bzw. gar eine Graduierung einer gewissen Alkoholkrankheit / Abhängigkeit annehmen / argumentieren wollte.

Denn DAS ist DAS Problem der "Widerholungstäter". Je häufiger, umso schwieriger die eigene Argumentation bzgl. Glaubwürdigkeit mit dem Standpunkt des " kontrollierten Trinkens ". Denn es scheint ja mittlerweile 3 x damit nicht geklappt zu haben.

Das ist nur ein Versuch der Erklärung, warum nun eine solche Nachweisbringung nachgefordert wird.

Denn für mich deutet es ansonsten mal grob darauf hin, dass DIESE MPU schon stark auf der Kippe zum "Negativ" stehen wird. Und bringst Du die Analytik nicht bei, so wird es noch deutlich wahrscheinlicher dieses mal "negativ" ausfallen.😕

Kommentar von Antistaat ,

Hallo, klingt nachvollziehbar. Was allerdings mein Problem an der Sache ist, ist das kein Mensch in der MPU-Vorbereitung inkl. vielen Einzelgesprächen diese "Option" einer MPU Bearbeitung erwähnt hat um sich hierauf körperlich und finanziell vorbereiten zu können. Ich habe lediglich eine Frist von 3 Werktagen hierfür bekommen und bin leider berufstätig. Wofür habe ich hier 1500,--€ bezahlt . Auf Basis dieser unvollständigen Vorbereitung schwindet nun meine erarbeitete Chance den Führerschein wieder zu sehen.

Kommentar von Parhalia ,

"MPU - Vorbereitung" ist etwas vollkommen anderes als das Begutachtungsverfahren der MPU an sich bei der Begutachtungsstelle. Und auch in der reinen "Vorbereitung" gibt es gute Verkehrspsychologen und jenewelche, wo nur "Dein bestes" wollen. ( Dein Geld )

Aber mit einer Frist von 3 Werktagen würdest Du an sich keine Ergebnisse einer anerkennbaren Haaranalyse beibringen können, weil in der Regel schon das Auswertungsprozedere ( deutlich ) länger dauern würde.

Wende Dich daher erst einmal mit Bitte um Fristverlängerung umgehend an DIE Stelle, welche die / eine aktuelle Haaranalyse von Dir einfordert / wünscht.

Warst Du schon für die erste MPU bei einer / dieser Vorbereitungsstelle, oder nur akut für diesen Fall ? 

Hast Du dem Vorbereiter von vornherein "reinen Wein" bzgl. Deiner einschlägigen Vorgeschichte ( verkehrsrelevant )  eingeschenkt ?

Kommentar von Parhalia ,

Bitte nenne keine Namen der "MPU-Vorbereiter". 😉 

( ist allgemein nur zu bestgemeinter Empfehlung auf weitgehend öffentlich einsehbaren Plattformen wie u.A. hier )

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