Frage von geizhalz, 45

Haaranalyse (Gras) für MPU?

Hallo, Ich habe gleich mehrere Fragen bezüglich der haaranalyse.

Meine Situation sieht wie folgt aus: ich wurde von der Polizei kontrolliert nachdem ich ca. 20 Stunden vorher Gras zu mir genommen hatte. Urin und bluttest waren positiv und dementsprechend wurde mir mein Führerschein für 1 Monat entzogen. Die Polizei meinte, dass ich keinerlei Fahrfehler gemacht habe und ich deswegen nur diesen einen Monat Strafe bekomme+ die Geldstrafe.

Den Führerschein hatte ich dann wieder von der Polizei zurück bekommen und einen Monat später erhalte ich einen Brief vom Land Brandenburg, dass ich doch bitte innerhalb von 3 tagen erneut einen bluttest abgeben muss. Da ich wieder zurück zu meinen Eltern gezogen bin und diese im Urlaub waren inklusive briefkastenschlüssel hatte ich nur 1 Tag Zeit um überhaupt einen bluttest zu organisieren. Tja, dadurch konnte ich leider erst am 4. Tag den bluttest machen, was dann der ausschlaggebende Faktor für den erneuten Entzug meines Führerscheines war.

1) ist dies überhaupt rechtens?

Laut dem Amt muss ich nun nachweisen können 12 Monate clean zu sein, um meinen Führerschein zurück bekommen zu können.

Derzeit bin ich auf (Sucht-)Therapie und hier wurde mir nun von anderen mitpatienten erzählt, dass 2) die Zeit der Therapie (6 Monate) nicht in die 12 Monate des Nachweises hineinzählen. 3) ich die Haare für den entsprechenden Zeitraum wachsen lassen muss um überhaupt den ganzen Zeitraum abdecken zu können.

Ich wollte für diese Fragen lediglich eine Bestätigung, ob dies denn nun wirklich der Fall ist. Gut die 3. frage ergibt sich ja nun fast von selbst, aber bezüglich der 2. frage gibt es nun Komplikationen. Ich pausiere nämlich derzeit meine Ausbildung, die ich in Berlin angefangen habe, und wollte diese nach dem Ende der Therapie weiterführen. Jedoch ist Brandenburg nun einmal nicht sehr freundlich für Azubis ohne Autos, sodass es mir ohne Auto gar nicht möglich ist die Berufsschule überhaupt zu erreichen. So gesehen würde mir die Therapie also mehr schaden als nützen, da sich dadurch alles nochmal um ein halbes Jahr verschiebt und da ich gemerkt habe, dass der Wechsel des Umfeldes mir bereits ausreichend geholfen hat, um Gras auch dann abzulehnen selbst wenn es mir kostenlos angeboten wird, benötige ich die Therapie nicht so dringend wie manch anderer.

4) Gibt es also eine Möglichkeit auf "Gnade" zu plädieren, oder muss ich im Anschluss an die Therapie wirklich noch ein halbes Jahr rumsitzen um dann mittels MPU meinen Führerschein zurückzubekommen?

Bitte entschuldigt meine Schreibfehler. Ich schreibe vom Handy aus.

Danke für die vorraussichtlichen antworten!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von aXXLJ, 17

Du redest Dir Deinen Therapie-Abbruch schön. Es gibt auch andere Azubis, die ohne eigenes Auto ihren Arbeitsplatz erreichen. (Mitfahrgelegenheit mit Arbeitskollegen, Öffentliche Verkehrsmittel, (E-)Fahrrad).

Eine Therapie bis zum Ende durchzuziehen ist wirklich wichtiger als mit einem Führerschein-Entzug zu hadern, der erst einmal Gültigkeit hat.
Dass Haar-Analysen für MPU-Drogentests inzwischen stark in die Kritik geraten sind, hast Du vermutlich nicht mitbekommen. https://www.welt.de/wissenschaft/article147729770/Haaranalyse-kein-guter-Nachwei...

Wenn Du Hilfe benötigst, die allerdings nicht kostenfrei sein wird - kann ich empfehlen "BNF - Beratungs-Netzwerk-Fahreignung" zu googeln.

Kommentar von aXXLJ ,

Thx for * (1.242)

Antwort
von Spot1978, 22

1) ja klar ist rechtens

2) ich denke schon dass die Therapie-Zeit auch angerechnet wird. Du musst halt 1 Jahr Abstinenz nachweisen

3) Du kannst diese Abstinenz entweder durch 2 Haaruntersuchungen (2xmax. 6cm) nachweisen, eine Untersuchung von 12cm am Stück (für das ganze Jahr) ist NICHT mehr möglich. Oder du weist das mit Blutuntersuchungen nach (von einem akkreditierten Institut, Hausarzt geht nicht). Dies ist dir überlassen.

Ob Du für deine Ausbildung einen Führerschein benötigst oder nicht interessiert die Führerscheinstelle nicht. Es ist deine Sache wie du deine Ausbildungsstelle erreichst und in welcher Zeit du deinen Führerschein zurück erlangst. Aussagen wie "ich benötige die Therapie nicht so dringend wie andere" zeugen bei der MPU aber nicht von Einsicht und sind daher besser zu unterlassen.

4) Auf Gnade plädieren ist zwar möglich (es kann dich ja niemand hindern die FSST mit einem Bettelbrief anzuschreiben), wird dir aber nichts bringen. Wenn eine MPU angeordnet wurde gelten für ALLE die gleichen Spielregeln. Sonst könnte ja jeder kommen, rumjammern und ungestraft davonkommen. Es ist im Interesse aller anderen Verkehrsteilnehmer wenn Drogenkonsumenten nicht mehr am Verkehr teilnehmen bis sie nachgewiesen haben dauerhaft weg von dem Zeug zu sein.

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