Frage von LIs1995, 18

Gynefix-fragen?

Guten Morgen! Ich möchte mich über diese Kupferkette etwas informieren, wäre sehr lieb wenn sich jemand dazu bereit erklärt :) (nicht wundern, ich habe auch schon so eine Frage gestellt in Bezug auf die Kupferspirale :) )

War das einsetzen schmerzhaft? (Kurz oder dauerhaft?)

Spürt man es die ersten Tage sehr stark bzw ist es unangenehm?

Ich habe gelesen, dieser "Faden" der unten rausbaumelt ist anfangs hart wird aber mit der Zeit weicher, aus welchem Material ist er? Stört er anfangs sehr?

Habt ihr irgendwelche positiven Veränderungen dadurch wahrgenommen? (Psychisch usw)

Expertenantwort
von HelpfulMasked, Community-Experte für Frauen & Verhuetung, 5

Guten Morgen LIs1995,

(nicht wundern, ich habe auch schon so eine Frage gestellt in Bezug auf die Kupferspirale :) )

Ich rate dir eher zur Kupferkette. Sie eignet sich eher für Frauen aller Art (jung, alt, mit/ohne vaginale Geburten etc...) denn sie ist quasi eine Weiterentwicklung der Spirale.

(sie ist zudem sicherer als die Kupferspirale)

Die Kupferkette GyneFix® ist ein Intrauterinpessar der neueren Generation, welches zur Schwangerschaftsverhütung in die Gebärmutter der Frau eingesetzt wird. Dort gibt die Kupferkette kontinuierlich Kupferionen ab, welche die verhütunde Wirkung bis zu ihrer Entfernung aufrecht erhalten (die maximale Tragedauer ist 5 Jahre).

Die Kupferkette ist eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Kupferspirale. In der Wirkungsweise ähneln sich die Kupferkette und die Kupferspirale sehr, ansonsten gibt es jedoch wenige Gemeinsamkeiten. So treten bei der Kupferkette GyneFix die von der Kupferspirale bekannten und beobachteten Nebenwirkungen gar nicht oder nur in geringerem Maße auf.


http://www.kupferkette.info/was-ist-die-kupferkette

War das einsetzen schmerzhaft? (Kurz oder dauerhaft?)

Ich hatte keine Schmerzen und entzünden wird sich da auch nichts sofern der Gyn richtig und sauber arbeitet. Und das wird er wenn er sein Handwerk beherrscht. Um das zu Überprüfen macht man sich ja zunächst ein Bild von ihm in einem vorherigen Beratungsgespräch.

Schmerz ist allerdings ein sehr subjektives Empfinden. Daher sind Fragen diesbezüglich eher sinnfrei.

Ich habe gelesen, dieser "Faden" der unten rausbaumelt ist anfangs hart
wird aber mit der Zeit weicher, aus welchem Material ist er? Stört er
anfangs sehr?

Aus den Muttermund, ja. Aus der Vagina, nein.

Der Faden kann durchaus ein Leiter für mögliche Bakterien sein. Mit der üblichen Hygiene und etwas Vorsicht ist hier aber kein erhöhtes Risiko vorhanden. Wasche deine Hände immer gründlich bevor du deine Finger einführst, dein Partner sollte selbiges vor dem Fingern tun! Ebenso solltest du und dein Partner niemals am Faden ziehen - aber ich denke das versteht sich von selbst.

Bis zu 10 Tagen nach der Einlage sollte man weder nach dem Faden tasten, noch Sex haben oder Tampons tragen. Alles weitere erfährst du aber auch beim Gyn.

Mein Partner spürt den Faden, aber das auch nur in manchen Stellungen. Schmerzen hat er dabei nicht. Es ist manchmal unangenehm sagt er, aber er stört ihn nun auch nicht weiter.

Du kannst den Faden zwar kürzen lassen davon würde ich allerdings abraten - das könnte spätestens beim Ziehen der Kette evtl. zum Problem werden, oder der Faden könnte pieksen. Der Faden wird ohnehin mit der Zeit etwas weicher.

Mich stört er nicht. Also weder im Alltag noch sonst irgendwann. Ich taste auch nicht mehr nach ihn. Das habe ich zu Anfang ab und zu getan um ein gutes, sicheres Gefühl zu bekommen. Jetzt ist mir der Faden aber recht egal, ich vergesse ihn komplett.

Habt ihr irgendwelche positiven Veränderungen dadurch wahrgenommen? (Psychisch usw)

Naja "psychisch" ist relativ. Immerhin ist die Kupferkette ein Hormonfreies Verhütungsmittel. Daher greift sie auch nicht in deinen Hormonhaushalt ein verändert die Libido o.ä...

Aber ich fühle mich seither tatsächlich freier und unbeschwerter. Ich nahm zuvor die Pille und hier wird man ja tagtäglich daran erinnert. Doch mit der Kupferkette erlebe ich ein ganz anderes Gefühl von Lebensqualität... Ich vergesse meist auch einfach wie ich verhüte - man wird schließlich nie daran erinnert. Das ist toll - finde ich.

Das einzige was sich noch verändert hat sind die stärkeren Blutungen. Da ich nun meist eine eher starke Periode und bin daher auf die in diesem Bezug nutzerfreundlicheren Menstruationstassen umgestiegen. Auch im Bezug auf den Faden und Bakterien sollte man hier eher zu den Menstruationstassen als zu Tampons raten. Die Kombi Kupferkette und Menstruationstasse klappt im Übrigen super. Dabei gibt es auch keine Probleme. Das bestätigen Hersteller der Kupferkette als auch der Tassen.

Falls du auch eine stärkere Blutung haben wirst, sofern du dich für die Kette entscheidest, oder dir alleine aufgrund des Fadens und der Infektionsgefahr eine andere Art der Monatshygiene suchen möchtest stelle ich sie dir einfach einmal vor.

Der klare Vorteil in der Tassen ist ja das große Fassungsvermögen!

Das Absorbiervermögen von Tampons wird in mg gemessen und das
Auffangvolumen der Menstruationstassen in ml.

1 ml Menstruationsblut entspricht ungefähr 1 mg, deshalb kann man Tampons und Menstassen direkt vergleichen.

Tampons:

  • Mini 6 g
  • Normal 6-9 g
  • Super 9-12 g
  • Super Plus 12-15 g
  • Ultra 15-18 g

Menstruationstassen:

  • MeLuna Shorty S: 15 ml
  • MeLuna Shorty M: 18 ml
  • Naturcup size 0: 20 ml
  • MeLuna Shorty L: 22 ml
  • MeLuna S: 23 ml
  • Lunette size 1: 25 ml
  • MeLuna Shorty XL: 27 ml
  • MeLuna M: 28 ml
  • Femmecup: 30 ml
  • Lunette size 2: 30 ml
  • MeLuna L: 34 ml
  • Naturcup size 1: 37 ml
  • Naturcup size 2: 40 ml
  • MeLuna XL: 42 ml

Damit ist das Fassungsvermögen der Menstruationstassen um Welten größer als das von Tampons. Von Binden natürlich mal ganz abgesehen.

Ich habe zu Anfang Binden benutzt und dann Tampons. In jungen Jahren habe ich leider noch nie etwas von den Tassen gehört - gut ist auch fraglich ob ich es als Mädchen schon ausprobiert hätte. Da macht man ja doch eher was alle tun und schwimmt mit dem Strom. So gings mir jedenfalls.

Als ich dann Anfang des Jahres auf die Menstruationstassen umgestiegen bin entdeckte ich ein völlig neues Körpergefühl und empfand meine Periode nicht mehr als lästige "Strafe" der Natur.

Die Tassen musst du i.d.R. nur morgens und abends leeren. Ich mache das jedenfalls so und ich habe - wie gesagt - auch eine starke Periode.

Weitere Vorteile der Menstruationstassen:

  • Anti-Austrocknung Die Schleimhaut in der Vagina wird anders als bei Tampons nicht ausgetrocknet und dadurch ist sie besser vor Irritationen oder Krankheitserregern wie Bakterien und Pilzen besser geschützt (s. TSS)
  • Allergiefreiheit Allergieauslösende Stoffe wie sie gelegentlich in Tampons oder Binden zu finden sind, gibt in Menstruationstassen nicht. Praktisch alle Modelle sind aus hochreinem medizinischem Silikon gefertigt. Dadurch lassen sie sich auch restlos und zu 100% hygienisch reinigen.
  • Stressfreiheit durch mehr Fassungsvermögen Je nach Größe fassen die Becher deutlich mehr Sekret als Tampons und du musst nicht ständig ans Wechseln denken.
  • Kostenersparnis Rechne mal hoch wie viel Geld du pro Jahr für Binden / Tampons ausgibst. Bei einigermaßen guter Pflege halten die Becher eine halbe Ewigkeit, das rentiert sich langfristig
  • Sicherheit unterwegs Es kann nerven, immer ausreichend Nachschub dabeizuhaben. Und in einigen Ländern der Welt ist die Versorgung mit Binden oder Tampons nach wie vor extrem eingeschränkt oder schon der nächste Zelturlaub in der Natur kann zum Problem werden - mit dem Becher ist man sicher.
  • Bessere Kontrolle über den eigenen Körper Klingt sinnlos, ist es aber nicht. Mit dem Becher weiß man genauer, wann die Blutung wie stark ist und kann damit besser planen.
  • Umweltfreundlichkeit - produziert keinen Müll!

Q: menstruationstasse.net

Falls das Thema allerdings nichts für dich ist, ist das völlig okay! Da du aber über eine derart starke Blutung klagst musste ich dir diese Methode der Monatshygiene einfach mal vorstellen.

Falls dich das Thema aber neugierig gemacht hat kannst du dich gerne im Netz darüber belesen. Ebenso stehe ich dir zur Verfügung falls Fragen offen stehen sollten.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen & wünsche dir alles Gute.

Lg

HelpfulMasked

Kommentar von LIs1995 ,

Danke!

Kommentar von LIs1995 ,

noch eine Frage, @Pangaea meinte die Kupferkette wäre nur empfehlenswert für Frauen mit abgeschlossener Familienplanung, heißt das dann doch dass eine hohe Gefahr besteht unfruchtbar zu werden? (nach Entfernung der kupferkette) ich habe nämlich auch gerade auf der Seite von Gynefix gelesen dass es eine der sichersten Methoden ist.

Kommentar von HelpfulMasked ,

Nein da wirst du nicht unfruchtbar.

Antwort
von Allyluna, 4

Hallo LIS1995,

ich habe nun auch seit einigen Jahren die Kupferkette und bin sehr zufrieden damit. Ich kann mich HelpfulMasked daher nur anschließen.

Ein bisschen zur Ergänzung, was ich anders gemacht habe... ich habe mir den Faden soweit kürzen lassen, dass ich damit "gar nichts an der Mütze habe". Mein Mann spürt ihn daher auch nicht und bei mir sitzt das Ding bombenfest (laut Gyn), so dass ich da auch keinerlei Bedenken habe.

Die Sorge, dass man diese Kette irgendwann aus der Gebärmutter nicht mehr herausholen kann (oder dies schwieriger wird) aufgrund des gekürzten Fadens halte ich für unberechtigt (sorry, HelpfulMasked ;-)), denn so groß ist die Gebärmutter wirklich nicht, als dass darin etwas "verloren" gehen könnte und die Instrumente des Gyn, die für das Einsetzen ausreichen - sie befestigen es ja hinten an der Gebärmutterwand - die reichen sicher auch, um das Kettchen später wieder "einzufangen" und zu entfernen.

Was jetzt kommt, ist "aus dem Bauch heraus", also nur meine eigene Einschätzung und letztendlich muss natürlich jede ihre eigene Entscheidungen treffen, aber da es hier in einer Antwort erwähnt wurde: Was eventuelle Vernarbungen oder so angeht - sorry, aber DA muss die Gebärmutter bei einer herkömmlichen Spirale sicher viel mehr mitmachen über die Jahre und selbstverständlich auch bei Schwangerschaften (und Geburten), als dass ein winziger Knoten da dauerhaften, nicht heilenden Schaden anrichten könnte und gar zur Unfruchtbarkeit führen könnte. Wäre die Gebärmutter ein derart empfindliches Organ, wäre sie für ihre originäre Aufgabe denkbar ungeeignet...

Ein weiterer Vorteil für Frauen mit späterem Kinderwunsch besteht für mich auch darin, dass nach dem Entfernen der Kupferkette quasi sofort losgelegt werden kann. Der Körper muss sich nicht erst z.B. von künstlichen Hormonen umstellen und seinen eigenen Zyklus wiederfinden - denn der Zyklus bleibt ja gleich und als Frau weiß man daher auch von Beginn der "aktiven" Kinderwunschphase an, wann es wohl am ehesten klappen könnte.

Alles Gute!

Kommentar von LIs1995 ,

Danke für deine Antwort, sie hat mir wirklich viel weitergeholfen. Es ist immer beruhigend so etwas zu lesen und dann auch noch von jemandem der nicht nur daher redet sondern auch Ahnung hat und es sogar selbst erlebt hat.

Kommentar von HelpfulMasked ,

Die Sorge, dass man diese Kette irgendwann aus der Gebärmutter nicht mehr herausholen kann (oder dies schwieriger wird) aufgrund des gekürzten Fadens halte ich für unberechtigt (sorry, HelpfulMasked ;-))

Kein Thema darfst mich doch immer berichtigen, ist doch nur gut für alle Beteiligten.

Das was ich schilderte war nur begründet auf Aussage zwei Ärzte und Forenbeiträge. Ob es letzendlich zu Problemen kommt ist denke ich individuell. Entfernen lassen kann man sie aber sicher so oder so. Das meinte ich ja auch nicht. Nur eben das es evtl. länger dauert bzw. Probleme bereiten kann selbstverständlich nicht muss. :-)

Kommentar von Allyluna ,

Ich werde in zwei Jahren berichten, wenn meine "fällig" ist. ;-)

Kommentar von HelpfulMasked ,

Ohja ich bitte darum! :-)

Antwort
von Pangaea, 6

Ichh habe mich gerade neulich mit mehreren Gynäkologinnen unterhalten, die inzwischen die Kupferkette nicht mehr legen.

Das Problem ist, dass sie öfter mal rausfällt, wenn sie nicht ganz sicher verankert ist - und wenn man sie sicher verankern will, kommt es eventuell zu einer Perforation der Gebärmutterwand. Das kommt auch drauf an, wie dick die Gebärmutterwand ist.

Überdies ist nicht geklärt, was passiert, wenn ein gut verankerter Knoten beim Entfernen wieder herausgerissen wird. Die Narbe entsteht ja genau an der Stelle, wo sich bei einer eventuellen Schwangerschaft die Placenta bilden soll.

Hinzu kommt das Infektionsrisiko, das @HelpfulMasked ja schon erwähnt hat.

Wenn man sie schon hat und gut damit zurechtkommt, ist das OK, aber ich würde sie nur bei Frauen mit abgeschlossener Familienplanung empfehlen, die die Hormonspirale nicht vertragen.

Antwort
von Kathy1601, 6

Hey das zieht kurz das war es und ich hab seit dem mehr Lust auf sex was etwas weh tut ist das weiten des mutermundes aber da es während der Periode eh geöffnet ist und du 6 Std davor ein Medikament nehmen musst geht das schon der faden den merkst du nicht der wird bei der nachkontrolle am 10 Tag meistens gekürzt

Antwort
von keulenman, 8

Ich finde hier wird es gut beschrieben -> http://www.verhueten-gynefix.de/gynefix

Kommentar von LIs1995 ,

Danke!

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