Frage von Emymaus13, 16

Gymnasium, Realschule, Wechsel und dann Ausbildung?

Hallo. Ich befinde mich derzeit in der 10. Klasse eines Gymnasiums. Ich bin sehr ehrgeizig und mach(t)e immer mehr als nötig, weil ich denke, es wird so erwartet. Ich brauche schon immer auch für leichte Aufgaben sehr lang. Aber jetzt wo wir noch mehr Stress haben schaffe ich es zeitlich nicht mehr. Während andere aus der Klasse nur eine halbe Stunde am Tag brauchen, um ihren Schulkram zu erledigen, sitze ich den ganzen Tag meistens bis nachts (und da hab ich meistens noch nicht gelernt). Mir fällt es gerade jetzt in der 10. Klasse sehr sehr schwer. Meine Noten sind zwar nicht so schlecht, dass ich versetzungsgefährdet wäre, aber sie haben sich deutlich verschlechtert. Der ganze Druck geht mir langsam auf die Psyche, ich fühle mich sehr sehr erschöpft und ausgebrannt, was auch nach einem Wochenende, an dem ich keinerlei Motivation habe, etwas schönes zu machen, besser wird. Ich fühle mich dem einfach nicht mehr gewachsen und könnte am liebsten bei jeder Sekunde in der ich etwas lernen oder ausarbeiten muss heulen. Ich möchte schon, dass das alles klappt und wünschte ich würde mich da nicht so anstellen, aber es geht einfach nicht. Ich bin im Unterricht immer konzentriert, aber selbst das lässt nach. Ich bin sehr enttäuscht über viele Noten, weil ich denke, dass ich versagt habe. Ich weiß nicht genau, ob ich mein Abi schaffen könnte,wenn ich mich durch die 11. Und 12, aber ich weiß, dass die Zeit bis dahin furchtbar sein wird. Ich möchte aber gern eine duale Ausbildung zur Bankkauffrau machen und habe zunächst überlegt mich zu bewerben. Da mein Abschluss der 10. Klasse aber nicht so toll aussehen wird und ich im Moment nicht in der Lage bin sofort mit etwas anzufangen, habe ich überlegt die 10. Klasse zu beenden und noch ein Jahr auf der Realschule zu machen. Da ich den Stoff ja schon gehabt habe, kann ich mir vorstellen, dass es mir nicht so schwer fallen wird. Ich möchte mich vor allem darauf konzentrieren, auch mal Zeit für mich zu nehmen, Menschen kennenzulernen, Hobbys nachzugehen, aber natürlich auch zu lernen. Ich möchte gern einen guten Abschluss erreichen, mit dem ich im idealfall auch in einer Sparkasse/Bank angenommen werde. Nun ist meine Frage, wie es denn an der Realschule aussieht. Ich wohne in Thüringen, aber das wird sicher in anderen Bundesländern ähnlich sein. Hat man da weniger Hausaufgaben und Druck als am Gymnasium oder nimmt sich das nicht all zu viel? Was ich auch gern wissen würde ist, ob man den Realschulabschluss denn noch machen kann, wenn man einen anderen gleichwertigen Abschluss besitzt. Und ist mein Gedanke nächstes Jahr zu wechseln überhaupt sinnvoll? Ich möchte nicht etwas tun, was ich später bereuen werde, aber das ist im Moment meine Sicht darauf. Hat vielleicht auch jemand Erfahrungen, ob man sich denn dann sehr verbessert? Tut mir leid für den langen Text, aber ich hoffe dennoch, dass ich einige Antworten auf meine Fragen erhalten werde. Danke im Vorraus.

Expertenantwort
von RHWWW, Community-Experte für Ausbildung, 16

Hallo,

am besten beim Schulamt oder bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit zu den Schulabschlüssen und den schulischen Möglichkeiten beraten lassen. Ggf. nach der 10. Klasse auf die Höhere Handelsschule (2 Jahre) wechseln und dort das Fachabitur machen.

Dauerlernen hält kein Körper auf Dauer aus.

Beim Lernen und den Hausaufgaben sind die Pausen ein wesentlicher Bestandteil.  Nach 60 Minuten Lernen/Hausaufgaben mit einer kleinen Pause (5 - 10 Minuten) Erholung verschaffen. Wecker für das Pausenende stellen. Beim Lernen alle Störquellen ausschalten: Handy, Whatsap, Facebook, E-Mail ... komplett ausschalten. Ggf. Lerngemeinschaft bilden (mit gleichen Grundsätzen).

Nach guten Klassenarbeiten immer Belohnungen einbauen: z.B. Eisessen, Shoppen, Hobby ....

Bei Bewerbungen sind Zeugnisse wichtig. Wenn man aber zu Bewerbungsgesprächen ausgelaugt und ohne Ausstrahlung erscheint, hat man meist auch keine Chance.

Gruß

RHW

Kommentar von RHWWW ,

Am besten auch Banken in der Region anrufen und nachfragen, was von Azubibewerbern erwartet wird: Schulabschluss, Noten, Eigenschaften ...

Kommentar von Emymaus13 ,

Vielen lieben Dank für Ihre Antwort. Ja, ich werde auf jeden Fall mal Beratungsstellen für die Berufsorientierung aufsuchen, um mir darüber mehr im Klaren zu werden.Und ich werde auch probieren die Aufgaben in einem geregelteren Zeitplan zu erledigen. :)

Kommentar von RHWWW ,

Oft sind auch Ausbildungsmessen, auf denen man mit vielen Ausbildern und Azubis sprechen kann, eine große Hilfe (aber nur, wenn dadurch kein neuer zeitlicher Stress entsteht).

https://www.aubi-plus.de/messen/

Immer auch auf den eigenen Körper hören: wenn eine Erkältung im Anmarsch ist, lieber weniger lernen, aber dafür am Tag der Arbeit wieder topfit sein. Dann sind die Ergebnisse meist besser, als wenn man voll weiter lernt, aber am Tag der Arbeit kaum aufstehen kann.

 

Antwort
von hertajess, 6

Bei einem angestrebten Schulwechsel ist die ARGE auf gar keinen Fall zuständig sondern die obere Schulbehörde. Vor dieser steht zwingend das Gespräch mit dem Lehrkörper der Schule an welcher Du gerade bist. Wende Dich also eine Lehrkraft Deines Vertrauens und besprich zunächst mit ihr Deine Gedanken. Ob die Zustimmung des Lehrkörpers notwendig ist oder nicht steht im Landesschulrecht welches Du online lesen kannst. Ist die Zustimmung nicht zwingend erforderlich ist der nächste Schritt das Gespräch mit der über der Schule stehenden Behörde. Wie sie heißt und so fort ist auf der Seite des Landesschulrechts zu finden. 

Ansonsten:

Du lernst nicht. Was Du mit Dir machst ist respektlos, achtlos, unmenschlich. Du versuchst in Dein Gehirn zu zwingen ohne nach den Bedürfnissen des Gehirns zu fragen. Du gehst mit Dir um als seiest Du eine Maschine. Das bist Du aber nicht. Du bist eine heranwachsende Person die gerade den größten Umbau nach der Geburt erlebt. Selbstverständlich hat dieser Umbau, genannt Pubertät, seine eigenen Anforderungen. Mal ganz davon abgesehen dass Du nicht gelernt hast zu lernen. 

Zunächst zu richtigem Lernen:

Jeder Mensch ist anders. Deshalb gibt es verschiedene Lehr- und Lernmethoden. Nicht für jeden Menschen stimmt die Lehrmethode welche in der Schule angeboten wird. Da kann sich dann der Lernende auf den Kopf stellen und wird dennoch nie verstehen können. Das ist heute aber nicht mehr schlimm. Denn online sind viele verschiedene Lehrmethoden zu finden. KOSTENLOS. Du gibst also sowohl bei youtube als auch in die Suchmaske des Browsers Fach und Thema ein. Schaue Dir die Angebote in Ruhe an, wähle jene aus denen Du folgen kannst. Allerdings gehe ich davon aus dass Du Wissenslücken hast. Deshalb fange lieber von vorne an. Wenn ich mein Gehirn trainieren will fange ich immer mit dem Kleinen Einmaleins an. Übungen finde ich reichlich online. Davon mache ich reichlich in einer Stunde von Hand auf Papier. Auch wenn es seltsam erscheint 7 + 13 schriftlich auszurechnen hilft es dem Gehirn die Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen. Diese Tatsache ist nicht auf meinem Mist gewachsen sondern wissenschaftliche Erkenntnis. Gehe bei jedem Fach so vor. Du wirst so automatisch feststellen ab wo Du lernen kannst. Bis dahin aber hast Du Deine Erfolgserlebnisse die es ermöglichen neue Informationen aufnehmen zu können. 

Sinnvoll als Lernpausen sind Aufgaben des Wirtschaftsunternehmens Haushalt, ein kreatives Hobby, Musik, tanzen, eine Runde durch den Ort drehen zu Fuß oder mit dem Rad. Workout ist ein sehr umfassendes Thema welches Du auf youtube findest. Da kannst Du manche Übung finden und auswählen ob eine zu Dir passt. Andere Menschen machen Yoga oder Pilates. Auch davon gibt es auf youtube reichlich Videos. Wieder andere Menschen brauchen zwischendrin einen Kurzzeitschlaf. Dieser ist auf keinen Fall mit dem sogenannten normalen Schlaf zu verwechseln. Das Thema kannst Du auch online auf verschiedenste Art erklärt bekommen. 

Absolut wesentlich ist dass Du aufhörst Dich selbst dermaßen unter Druck zu setzen. Investiere jetzt lieber Zeit um eine Linkliste mit den für Dich besten Lehrseiten zur Hand zu haben. Investiere Zeit um die für Dich passenden Lernpausen auszuwählen. Um so schneller wirst Du danach Erfolg erzielen. 

Es ist ebenso falsch Lerngruppen aus Gleichen zusammen zu setzen. Auch hierzu gibt es wissenschaftliche Nachweise. Die beste Lerngruppe setzt sich aus guten und schlechten Schülern eines Fachs zusammen. Denn da profitieren dann Alle davon. 

Mir scheint, bis hierhin hast Du mehr als genug Aufgaben für dieses Wochenende. Es gibt sicherlich noch weitere Informationen die für Dich nützlich sind. Hast Du diese hier erst mal abgearbeitet schaue in meinen Antworten nach und werde für weitere Anregungen fündig. 

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