Mein Sohn geht in die 4. Klasse und hat gute bis sehr gute Noten und eben die Leistung fuers Gymnasium. Nun ist er aber eher ein Einzegaenger, kann sich nicht gut in die Gruppe einfuegen. Beim Arbeiten ist langsamer, als andere Schueler und meckert oft ueber Hausaufgaben.
Ich hoffe zwar, dass sich das mit dem Thempo noch aendert, aber habe trotzdem Bedenken, dass er das Gymnasium nicht schafft.
Welche Erfahrung habt ihr mit euren Kindern gemacht und was wuerdet ihr mir raten.

Ich bin gerade in der selben Lage. Die Klassenlehrerin meinte, Realschule schafft er auf jeden Fall, wenn sich die Noten nicht verschlechtern. Gymnasium könnte er auch schaffen. Wir sollen es probieren. Wenn es wirklich nicht funktioniert, können wir ihn immer noch in die Realschule schicken. Vorher weiß das so wie so keiner, wie sich das Kind entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab. Was will dein Sohn? Frag ihn mal.

Von der Realschule kann er später immer noch aufs Gymnasium wechseln. Laß ihm Zeit, sich zu entwickeln.
vivaldi1969 am 19. November 2008 13:06 Ich sehe es eher anders herum.
sanne172 am 19. November 2008 13:15 ich auch

also ich würde ihn lieber erstmal auf die realschule gehen lassen.sollte er dann nach der 10. den abschluss haben kann er doch immernoch das abi machen....bis dahin siehste ob er dann immernoch gute bis sehr gute noten hat.
vivaldi1969 am 19. November 2008 13:06 Dauert bloß ein bißchen länger.

Ein konkreter Rat mit den wenigen Infos ist schwierig. Ich weiß nicht wie ausgeprägt das "langsamer" bei ihm ist, aber am Gymnasium wird schon von Anfang an viel mehr von ihm verlangt als jetzt. Auch die Hausaufgaben und die Nacharbeit des Unterrichtsstoffes sind nicht zu vergleichen. Meine Schulzeit liegt zwar einige Zeit zurück, ich habe aber einige Klassenkameraden gesehen, die durch die Vorstellungen ihrer Eltern eindeutig überfordert waren. Manche davon haben später über die Realschule und ihren weiteren Ausbildungsweg hervorragende Abschlüsse gemacht und sind heute gutverdienende und gefragte Leute in ihrem Job.
Im Zweifelsfall würde ich mich immer für die "niedrigere" Schulformm entscheiden. Ein späterer Wechsel von der Realschule auf das Gymnasium ist leicht - umgekehrt landen die Kinder häufig auf der Hauptschule, da die Real-und Gesamtschulen keine Aufnahmekapazität mehr haben.
vivaldi1969 am 19. November 2008 13:07 In welchem Bundesland ist das so?
Hier bei uns in NRW ist das auf jeden Fall so. Mir sind einige dieser Fälle persönlich bekannt.
vivaldi1969 am 19. November 2008 13:13 Das ist schade. Ich wohne in Bayern. Hoffentlich entscheide ich mich richtig.
Frag doch einfach mal bei den Real- und Gesamtschulen nach, wie groß die Chance, für einen gescheiterten Gymnasiasten ist, aufgenommen zu werden.
vivaldi1969 am 19. November 2008 13:16 Danke für den Tipp.
Kirsche69 am 19. November 2008 14:25 Die Aufnahmekapazität der Schule ist grundsätzlich sicher nicht das Kriterium, warum ein Kind vom Gymnasium abgelehnt wird, auch nicht in NRW. Es hängt auch von der Klasse ab, die das Kind besucht und von den Zensuren. Bislang (Abitur nach 13 Jahren) war es so, dass Kinder bis zur 8. Klasse auf jeden Fall auf die RS wechseln konnten. Es kann zwar sein, dass die Wunsch-RS "voll" ist, aber dann besteht Anspruch auf die Aufnahme in einer anderen RS. Im Einzelfall, wenn nämlich die Zensuren zu schlecht sind, wird vielleicht dazu geraten, dass Kind direkt an der Hauptschule anzumelden. Aber letztendlich entscheidet das immer noch die RS selbst. Der Tipp mit dem Gespräch einer evtl. künftigen RS ist gut.

Unser Sohn hatte nicht wirklich gute Noten und wir wollten ihn schon auf die Realschule geben, aber eine Lehrerin riet uns davon ab. Grade weil er auch eher still und zurückhaltend war, meinte sie ,ginge er in der Realschule unter. Dazu muß ich sagen, dass bei uns die Realschule überfüllt, laut und chaotisch ist,das Gymnasium ist ein wesentlich geschützterer Raum. Nächstes Jahr macht unser Sohn Abitur, er ist immer gut mitgekommen (obwohl er täglich die Hausaufgaben verflucht hat und es heute noch tut) Allerdings ist er nicht von G8 betroffen, wieweit das nochmal einen Unterschied macht, kann ich leider nicht beurteilen.
vivaldi1969 am 19. November 2008 13:20 Es gibt wirklich ganz viele verschiedene Meinungen zu diesem Thema. Und je mehr man fragt, um so verworrener wird es. Man muß leider selbst die Erfahrung machen. Das bleibt keinem erspart. Ob G8 oder G9, da gehen auch die Meinungen weit auseinander. Manche finden es zu streßig, andere meinen, es ist eh 1 Jahr Gymnasium für die "Katz".
neomatt am 19. November 2008 13:28 Ich muss euch beiden recht geben. Ob man da die richtige Entscheidung für sein Kind getroffen hat wird man im voraus nicht sagen können. Die Unterschiede in den Ländern und einzelnen Schulen sind auch sehr groß. Die Realschule sind im Vergleich zu den Gymnasien sicher laut und chaotisch, dafür ist der Leistungsdruck dort bestimmt nicht geringer geworden.
Du solltest es, wenn du im Zweifel bist, es erst mal mit der Realschule versuchen. Schafft das Kind nämlich das Gymnasium nicht, ist die "Rückstufung" in die Realschule eher ein "sozialer Abstieg" und nagt zumindest am Selbstvertrauen deines Kindes. Auch nach der Realschule sind doch nicht alle "höhere" (Schul)Wege und Karieren verbaut. Nach einem guten Realschulabschluss kann der in Aussicht gestellte Übertritt in ein Gymnasium auch ein Anreiz (Motivation) sein, der den Ehrgeiz im "Kind" wecken kann. Informier dich aber mal auch über das berufsbildende Schulwesen. Auch da gibt es mannigfache Möglichkeiten, das Abitur zu machen: z.B. Fachoberschule, Wirtschafts- oder Technisches Gymnasium, Höhere Berufsfachschule usw. usw.
Bitte vertrauen Sie Ihrem Gefühl. Niemand kennt Ihr Kind besser! Hilfreich kann auch eine Empfehlung der Grundschule sein. Der oder die dortige Kalssenlehrer(in) kennt Ihr Kind immerhin 4 Jahre. Jeden anderen Tippp in diesem Forum halte ich nicht für hilfreich!