lancelot am 20.12.2007 um 19:47 Uhr
was ist eigentlich mit gutem rutsch ins neue jahr gemeint?

Die Redensart hat nichts mit etwaigem Glatteis beim Jahreswechsel zu tun, sondern sie kommt aus dem Jiddischen:Das hebräische Wort "rosch" mit der Bedeutung "Anfang, Kopf" ist einstmals, leicht verfremdet, ins Deutsche übernommen worden. Und als sich einst die Juden in Moisling am Neujahrsabend einen "guten Rosch" wünschten, wurde in der Hansestadt Lübeck ein "guter Rutsch" daraus.
http://de.wikipedia.org/wiki/Guten_Rutsch
Der Silvestergruß Guten Rutsch ist etymologisch möglicherweise eine Ableitung aus dem Jiddischen, bzw. Bibel-Hebräischen und leitet sich vom hebräischen ראש השנה טוב Rosch ha-Schana tov (= einen guten Anfang – wörtlich Kopf – des Jahres; also etwa: „Gutes Neujahr“) ab.
Ob dieser Ausdruck tatsächlich aus dem Jiddischen stammt, ist allerdings umstritten, da es weder im Hebräischen noch im Jiddischen eine Grußformel gibt, die dieses „Rosch“ beinhaltet (etwa „Guten Rosch ha-Schana“ o.ä.); die gängige Formel lautet: „Schana tova“ (=Hebr.) oder „a gut yor“ (=Jidd.).
Andere Auffassungen (Lutz Röhrich im Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten; Heinz Küpper im Wörterbuch der Alltagssprache) leiten den Silvestergruß vom Gebrauch des Wortes „Rutsch“ für „Reise“ ab.
lancelot am 20. Dezember 2007 19:55 auch respekt

Aus dem Netz: "Der „gute Rutsch“ zum Neuen Jahr kommt ebenfalls aus dem Jiddischen. Dieser Wunsch hat mit einem Rutschen auf Eis oder Schnee oder einem Hinübergleiten ins Neue Jahr gar nichts zu tun. "Rosh ha-Shana" ist der erste Jahrestag im jüdischen Kalender. Im Jiddischen und später im Deutschen verwandelte sich "Rosh" allmählich in den bekannten "Rutsch", was heute missverstanden wird. Mit dem jüdischen Neujahrsfest wird eine Zeit der Reue und Umkehr eingeleitet, die am Yom Kippur, dem Versöhnungstag, endet. Während die meisten jüdischen Feiertage ihren Ursprung in historischen Ereignissen haben, sind Rosh ha-Shana und Yom Kippur religiöse Feste.
Nach traditioneller Vorstellung wird am Rosh ha-Shana (wörtlich: „Beginn des Jahres“) das Buch des Lebens aufgeschlagen und ein Urteil über den Lebenswandel der Menschen geschrieben. Die folgenden zehn Tage dienen der tätigen Reue, Versöhnung und Umkehr. Streitigkeiten und Unfrieden sollen beseitigt, schlechte Gedanken sollen bereut werden. Am Yom Kippur, dem höchsten religiösen Fest des Judentums, wird das Urteil besiegelt und das Buch geschlossen. In den Synagogen, die in dieser Zeit in weißer Farbe gehalten sind, wird am Yom Kippur aus dem Buch Jona gelesen: Der Prophet Jona sprach vor den Bewohnern der Stadt Ninive vom göttlichen Strafgericht. Die Menschen bereuten ihre Sünden und wurden gerettet.
Wenn man also zu Silvester einen guten Rutsch wünscht, dann wünscht man nichts anderes als einen guten und reuevollen jüdischen Jahresbeginn."

Ich beantworte nicht die Frage, wozu auch, da so toll informiert wurde. Ich benütze die Gelegenheit einen Dank auszusprechen. Ihr seid wirklich supertoll...........jetzt weiss ich wieder was mehr! Mercie
du weißt sachen. DH
respekt wolfgang
Von der Lübecker Seite kopiert! Alles kann man nicht wissen aber man muss wissen wo es steht!