Guten Tag, wenn ich bei meinem überschudetem Erbe mein Kind und Neffen 100%-tig sicher schützen will, ist es doch am besten, ich enterbe sie, oder?

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2 Antworten

Aus eigener Erfahrung (außer der Schuldengeschichte) mit der Erstellung eines Erbvertrags, dessen Auflösung nach dem Tod meiner Frau, der Auszahlung des Pflichtteils an die Kinder aus der ersten Ehe meiner Frau und Änderung des Grundbuchs zur Eigentumsübertragung an der Immobilie kann ich nur sagen, dass so gut wie alles, was im Netz mal erzählt wird, falsch ist. 

Auch die eigene Interpretation von Infos aus seriösen Quellen ist meistens nur oberflächlich und stimmt nicht mit dem Gesetz überein. 

Es gilt: Irgendwer erbt immer! Das Kind - ich nehme mal an, es geht hier um einen geschäftsfähigen Erwachsenen - bekommt auf jeden Fall einen Pflichtteil; den kann man nicht ausschließen. 

Ein Erbe kann das Erbe natürlich ausschlagen; wenn nicht, werden auch Schulden und andere Verpflichtungen übernommen. Das muss jeder selbst wissen - vielleicht lohnt es sich ja für den Erben trotzdem - und ich würde mir darüber nur Gedanken machen, falls das Kind bei Erbeintritt noch nicht geschäftsfähig wäre. Problem dabei: Du weißt nicht, wann genau der Erbfall eintritt. 

"Enterben" ist auch nicht so einfach, wie man es in Krimis sieht oder liest. Dazu muss jemand "erbunwürdig" sein, aber daran sind ziemlich strenge Bedingungen geknüpft. Unzuverlässigkeit ist da kein objektives Merkmal. 

Schlagen alle Erben das Erbe aus, geht es an den Staat. Der übernimmt aber keine Schulden, sonst würde sich jeder seinen Verpflichtungen einfach so entledigen. 

Deshalb gibt es nur einen vernünftigen Rat: Mach einen Termin beim Notar und leg ihm Deine Fragen vor. Er wird Dich beraten und auf Wunsch ein entsprechendes Testament machen. Das Original kann dann beim Amtsgericht in Verwahrung gegeben und nur durch Vorlage des Erbscheins ausgehändigt werden. 

Der Verdacht einer Fälschung oder einer nichtgewollten Änderung des Letzten Willens (wie es in Krimis auch immer wieder gerne gezeigt wird) ist damit praktisch ausgeschlossen. 

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Kommentar von luma41
19.03.2016, 08:21

mit viel Mühe geantwortet... aber er kann ja ruhig den Pflichteil bekommen/ bzw. das Recht darauf haben >> ist ja Nix von Nix..verpflichtet ist er nicht , dieses Nix zu nehmen.  Jedenfalls hat er weniger Sorgen als bei dem Ausschlagungsvorgang

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Einzelfallbezogene Rechtsberatung ist in diesem Forum nicht erlaubt - ich würde auch nicht auf die Laien hier hören, sondern eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen.

Es kann gut sein, dass der "Pflichtteil" bestehen bleibt und auf jeden Fall eine Erbausschlagung stattfinden muss.

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Kommentar von luma41
19.03.2016, 08:25

klar bleibt das Pflichtteil bei Enterbung, aber das ist NULL ..und das macht weniger Kummer als korrektes Ausschlagen

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