Frage von Xello66, 90

Guten Tag, ich habe eine Frage zur Steuererklärung bzgl. Anlage N_AUS und DBA.?

Die Situation ist folgende: Polnisches Ehepaar, er arbeitet und wohnt in Deutschland/Bayern. Sie ist arbeitet bei einem polnischen Arbeitgeber. Seit Januar 2015 ist sie auch in Deutschland beim Ehemann. Arbeitet aber weiterhin beim polnischen AG über Home Office. War von Juni - August 2015 wieder in Polen beim Arbeiten (saisonbedingt). Von Sept - Dez 2015 war sie wieder in Deutschland beim Ehemann und arbeite wieder über Home Office. Das Einkommen wurde bereits von Polen besteuert und liegt unter dem Grundbetrag von 8400 Euro. Die Frage: Muss eine Anlage N-AUS oder/ und DBA ausgefüllt werden. Welche Besonderheiten (Werbunkskosten, Doppelte Haushaltsführung, ....) sind zu beachten? Im Voraus besten Dank für eine Antwort.

Antwort
von wfwbinder, 68

Du stellst die Frage über ein Jahr zu spät, dann wäre es einfacher gewesen.

Die Arbeit Deiner Frau ist nicht in Polen zu besteuern.

Sie hätte dem Arbeitgeber eine "Ansässigkeitsbescheinigung" von ihrem Wohnsitzfinanzamt vorlegen sollen, dann hätte sie dort keinen Steuerabzug gehabt.

Auf jeden Fall de Anlage "N-AUS" ausfüllen. Die Einkünfte werden dann hier nicht besteuert, unterliegen aber derm Progressionsvorbehalt.

In Polen wird sie besteuert wie unverheiratet und mangels Wohnsitz auch mit der beschränkten Steuerpflicht.

Kommentar von Xello66 ,

Danke für die rasche Antwort. In Polen besteht noch ein Wohnsitz / Wohnung, in dem die 26 jährige Tochter weiterhin wohnt.

Wie sieht es mit der DBA aus, muss die auch ausgefüllt werden oder reicht die Anlage N-AUS?

Kommentar von wfwbinder ,

Ist es ein Wohnsitz? Oder wohnt sie da nur die 2-3 Monate, wenn sie in Polen ist?

Die Anlage DBA finde ich bei mir nicht.

Kommentar von Xello66 ,

Ist eigene Wohnung in Polen und als Wohnsitz in polnischem Ausweis eingetragen.

Arbeite mit WISO und dort gibt es den Antrag auf Freistellung des Arbeitslohns nach DBA (Doppelbesteuerungsabkommen).

Kommentar von wfwbinder ,

Wenn Die Frau einen Wohnsitz in Polen hat, dann ist sie dort unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. Also volle Besteuerung des polnischen Arbeitlohnes (der in D steuerfrei ist). Dort aber natürlich nur Einzelveranlagung.

Hier kann dann mit dem Ehemann Zusammenveranlagung gewählt werden und Progressionsvorbehalt für die polnischen Einkünfte.

Kommentar von are2705 ,

Meines Erachtens sind die polnischen Arbeitstage in Polen (Deutschland Progressionsvorbehalt) und die deutschen Arbeitstage in Deutschland zu besteuern. Hier sehe ich nirgendwo ein Wahlrecht, so dass man die Besteuerung nach Polen verlagern könnte.

Kommentar von wfwbinder ,

Die Anstellung ist eine Anstellung und einheitlich zu behandeln. So wird es ja auch durch den Arbeitgeber gemacht.

Für Deine, aus meiner Sicht extravagante Auffassung, gibt es in Artikel 15 des DBA keinen Anhaltspunkt.

Kommentar von are2705 ,

"Die Anstellung ist eine Anstellung und einheitlich zu behandeln."

Das ist mir neu. Wo steht das?

Artikel 15 ist doch eindeutig: Für die Home-Office-Tage ist Deutschland Ansässigkeits- und Tätigkeitsstaat. Polen hat kein Besteuerungsrecht. Das Besteuerungsrecht für die polnischen Arbeitstage bleibt in Polen, weil es ein polnischer Arbeitgeber ist.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten