Frage von Gerlach, 72

Guten Tag, Vollsterckungsbescheid gültig oder nicht?

Guten Tag,

ein Brief vom 25.8.2016 von Inkasso Real solution, Hamburg mit Zahlungsaufforderung über 218,89 € (Ursprungssumme 34, 79 €). Ich bat um Zusendung der Vollstreckungsurkunde und bekam eine zusammen kopierte, unleserliche Kopie vom 30.7.2012. Wie ich jetzt erfuhr hat die Kfz-Versicherung „direct line“ es sehr schnell an Inkasso abgetreten: die Schulden stammen von Nov. 2010 verkauft wurde im Januar 2011 an Inkasso.

Bei Nachfrage Amtsgericht Hamburg stellte sich heute heraus, dass der gelbe Brief nicht persönlich mit Unterschrift übergeben wurde, sondern nur im Briefkasten gelandet ist. Vollstreckungsbescheid, ausgestellt am 20.7.2012, den ich jedoch nicht erhalten habe. Inzwischen hat Inkasso selbst mehr als 4 Jahre verschleppt.

Frage:
Was kann ich tun, wie mich verhalten? Falls ich alles zahlen muss...gibt es Möglichkeit Raten oder Vergleich?

Ich lebe ohne Hartz4 und Grundsicherung, doch genau am selben limit. Ich danke Ihnen für Ihre Antwort!

Antwort
von marcussummer, 53

Ein Vollstreckungsbescheid gilt als zugestellt (womit auch die Einspruchsfrist zu laufen beginnt), sobald er im Briefkasten des Empfängers eingeworfen wird bzw. der einwerfende Postbote dies bestätigt. Die persönliche Übergabe gegen Unterschrift ist bei der amtlichen Zustellung gar nicht vorgesehen. Insofern ist der Vollstreckungsbescheid inzwischen rechtskräftig, die Forderung (unabhängig von ihrer ursprünglichen Berechtigung) muss bezahlt werden.

Grundsätzlich ist die im Vollstreckungsbescheid angegebene Forderung mit Zinsen und Kosten zu zahlen. Die titulierte Forderung verjährt erst nach 30 Jahren. Die laufenden Zinsen verjähren allerdings separat, sodass ein (kleiner) Teil der Zinsen nach "mehr als 4 Jahren" nach Erhebung der Einrede der Verjährung nicht mehr beigetrieben werden kann. Häufig sind auch in den Forderungsaufstellungen der Inkassobüros noch allerlei eigene Gebühren drin, die nicht im Vollstreckungsbescheid aufgeführt sind. Phantasiegebühren wie "Kontoführungsgebühren" sind natürlich nicht erstattungsfähig, .

Ob und inwieweit das Inkassobüro Ratenzahlung oder einen Vergleich zulässt, kann nicht pauschal beantwortet werden. Eine Verpflichtung des Inkassobüros (oder des beauftragenden Gläubigers), dies zu akzeptieren, besteht NICHT. Allerdings wird bei den angedeuteten Vermögensverhältnissen auch eine Zwangsvollstreckung wenig bringen, weshalb spätestens bei erfolgloser Zwangsvollstreckung oder anderweitige Belegung der Zahlungsunfähigkeit eine Ratenzahlung in der Regel durch das Inkassobüro akzeptiert wird. Vergleiche werden meistens nur geschlossen, wenn dadurch kurzfristige hohe Prozentsätze der Forderung beigetrieben werden können.

Kommentar von mepeisen ,

Dem ist im Grunde nichts hinzu zu fügen.

Eine Mini-Ergänzung fällt mir dann aber doch ein: Die "Verschleppung" von 4 Jahren ist vollkommen unwichtig und unerheblich. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, einen Titel sofort vollstrecken zu lassen.

Antwort
von Topotec, 37

Die Frage ist, wurde seinerzeit ordnungsgemäß gemahnt, so dass auch die übliche Verjährung nicht greift?

Ansonsten, ja, in der Regel ist es kein Problem, die Summe in Raten abzuzahlen, einfach das Inkassobüro anrufen, sollte kein Problem sein.

Kommentar von franneck1989 ,

Die Frage ist, wurde seinerzeit ordnungsgemäß gemahnt, so dass auch die übliche Verjährung nicht greift?

Sobald ein Titel existiert interessiert diese Frage niemanden mehr

Ansonsten, ja, in der Regel ist es kein Problem, die Summe in Raten
abzuzahlen, einfach das Inkassobüro anrufen, sollte kein Problem sein. 

Wenn, dann sollte man das direkt über den Gerichtsvollzieher machen. Inkassos schlagen da nochmal saftige Gebühren drauf

Kommentar von marcussummer ,

Die Verjährung ist hier mit Ausnahme der Zinsen nicht relevant. Die hätte nur im Rahmen des Titulierungsverfahrens eingewendet werden können.

Antwort
von Gerlach, 20

an marcussummer. Vielen Dank! von Gerlach

Kommentar von Gerlach ,

Danke nochmall...und Gruss Gerlach

Antwort
von franneck1989, 39

Die Adresse auf der Zustellurkunde stimmt aber? Hast du damals auch tatsächlich dort gewohnt?

Falls ja, dann ist die Sache durch und der Titel muss bezahlt werden.

Falls nein, dann solltest du das schleunigst prüfen. Wenn an eine andere Adresse zugestellt wurde dann kann eine Wiedereinsetzung durchgeführt
werden. Dafür musst du aber die Frist von 14 Tagen beachten - wann hast du die Kopie des VB erhalten?



Kommentar von Gerlach ,

Gewohnt ja. Kopie VB erhalten am 7.9.2016 von uralt VB. Also hat Inkasso selbst mehr als 4 Jahre verschleppt.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Verschleppt eher nicht, ich tippe darauf das man aus kostengruenden auf die beitreibung verzichtet hat 

Antwort
von EXInkassoMA, 23

Andere Fragen : wie ist Dein score? Gibt es noch andere schulden? 

Pfändungsversuche wären bei Dir ja fruchtlos. 

Ratenzahlungsvereinbarung mit dem inkassoladen kann ich nicht empfehlen. Man würde versuchen Dir zusätzlich eine fette Gebühr aufs Auge zu drücken 

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