Frage von BerntDerBrot, 44

Guten Morgen Community. Eine Frage: Unter welcher Lichtmikroskop-Vergrößerung sieht man die Strukturdichte/Mineralstoffe in Wasser?

Antwort
von Wunnewuwu, 27

Da du fast atomare Dinge auflösen willst und ein handelsübliches Lichtmikroskop maximal um die 200 nm auflösen kann, wird dir das so nicht gelingen. Dabei spielt nicht die Vergrößerung die Hauptrolle, sondern die Wellenlänge des verwendeten Lichts (hier minimal ~ 400 nm).

Wenn du Kleineres gut auflösen willst, musst du also zu anderen Wellenlängen greifen, oder andere Bild-gebende Techniken benutzen. Je kleiner die Wellenlänge, desto höher die Energie der Strahlung. Theoretisch könnte man mit Elektronenstrahlen die geeignete Wellenlänge einstellen; die daraus folgende Strahlung wäre aber so intensiv, dass alle zerstört wird...

LG

Kommentar von BerntDerBrot ,

Danke, also auf gut Deutsch: ist nicht machbar?

Denn irgendwas muss doch in Wasser mit dem Lichtmikroskop nachweisbar sein.  Bis jetzt habe ich PH-Wert und Bakterienbestand. Vorschläge?

Kommentar von Wunnewuwu ,

Es ist nicht machbar mit dem Lichtmikroskop - ja.

Wenn du dir Wasser im Lichtmikroskop anschaust, wirst du nichts sehen, außer einen weißen Hintergrund... Bakterien lassen sich auflösen. In der Regel misst man aber eher die optische Dichte, um den Bestand zu quantifizieren. Den pH-Wert kann man nicht mit einem Mikroskop messen! Wie soll das gehen? Der pH-Wert ist antiproportional zur Protonenkonzentration. Diese misst man einfach mit einem pH-Meter.

LG

Kommentar von BerntDerBrot ,

Den PH-Wert habe ich schon mit Indikatoren gemessen, keine Sorge :)) Nur meine Aufgabe ist gleich mit meinem Bio-Lehrer irgendetwas im Wasser unter dem Lichtmikroskop zu finden. Strukturdichte okay aber sonst nichts? Ich verzweifle noch an meiner Facharbeit ^^

LG

Kommentar von Wunnewuwu ,

Lichtmikroskope eignen sich hervorragend um Zellen zu beobachten, also Objekte größer als 200 nm (die besten Ergebnisse erzielt man mit Objekten im µm-Bereich). Das schließt auch die meisten Bakterien mit ein. Damit man Dinge besser sieht nutzt man meist Färbetechniken (z.B. Gramfärbungen bei Bakterien). Gib mal z.B. DAPI-Färbung bei Google ein. Damit kann man Zellkerne anfärben und gut darstellen.

Möchtest du genauere Dinge sehen, eignet sich eher das Fluoreszenzmikroskop (zählt auch zur Lichtmikroskopie). Dabei nutzt man die Eigenschaft fluoreszierender Moleküle aus und kann so ziemlich genau z.B. Proteine in Zellen darstellen.

LG

Kommentar von BerntDerBrot ,

Vielen Dank für die fachlichen Antworten. Ich rede mal mit meinem Bio-Lehrer über deinen Vorschlag.

LG

Kommentar von PWolff ,

Mit einem sogenannten Ultramikroskop kann man auch Teilchen sichtbar machen, die deutlich kleiner als die Wellenlänge (bzw. Wellenlänge / (2 π) ) sind.

Dies beruht auf der Lichtstreuung; außerdem sieht man nur, dass da überhaupt was ist und kann abschätzen, welchen Durchmesser es hat, Einzelheiten kann man natürlich auch hierbei nicht sehen.

Bei Lösungen sieht man auch mit einem Ultramikroskop nichts, nur bei Kolloiden und Suspensionen und ähnlichem. (Und natürlich auch Schlieren bei nicht vollständig durchmischten Flüssigkeiten verschiedener optischer Dichte.)

Antwort
von BerntDerBrot, 32

Und wer das liest: Bitte auch die Vergrößerung für Schwermetalle, Nitrit, Nitrat, danke im Voraus!

Kommentar von BigLittle ,

Wenn Du dann noch das Higgs-Teilchen findest, kannst Du es behalten. Aber sag uns dann Bescheid. Du wärst der Erste, der das was Du suchst mit einem Lichtmikroskop finden und sehen kannst.

Kommentar von BerntDerBrot ,

Entschuldigen Sie, aber ich bin eine Laie 

Kommentar von PWolff ,

Die einzige wirkliche Schwierigkeit hierbei wäre, eine Linse für das notwendige extrem harte UV-Licht zu bauen.

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