Frage von VulpesInculta1, 40

Guten Abend. Wie kann ich mich besser organisieren?

Ich suche einen Weg mich allgemein besser zu organisieren, da dies sozusagen schon immer meine grösste Schwäche war. Paradoxerweise habe ich ein sehr gutes Gedächnis (Kurzzeit sowie Langzeit), krieg aber trotzdem relativ wenig auf die Reihe. Ich habs halt irgendwie immer geschafft mich auf die eine oder andere Weise so durch zu schmuggeln aber wirklich effizient ist das Ganze halt nicht. Ich denke mein Problem liegt in erster Linie darin, dass ich stehts enorm abschweife mit den Gedanken. Ich leide sozusagen stets unter einer Art Reizüberflutung und mach alle Dinge nur so halb oder vergiss/verdräng sie gleich ganz. Ich habs halt auch nie richtig gelernt, da ich überall (Schule, Arbeit usw.) mit anderen Talenten kompensieren konnte. Aber diese stetige innere Unruhe ist sehr anstrengend. Ich verliere auch häufig Dinge egal wie sehr ich mir Mühe gebe. Ich erhoffe mir einerseits vielleicht psychotherapeutische Tipps sowie auch Empfehlungen für technische Hilfsmittel. Zum Beispiel eine gute App fürs Smartphone oder etwas in der Richtung.

Antwort
von Sirias, 22

Ich kenne das ;) Ich vermute, dass keine Notwendigkeit zur Organisation besteht eben weil du so ein gutes KZG und LZG hast. Da hilft nur Disziplin, dass du es willst und dass es dir evtl. auch etwas nutzt. Ich schaffe dies wirklich nur dann gut organisiert zu sein, wenn eine Notwendigkeit besteht, z.B. im Job, wo auch Zeit eine Rolle spielt. Privat bin ich dann eher schludrig, eben weil ich nicht komplett durchorganisert sein möchte.


Kommentar von VulpesInculta1 ,

Ja ich kriegs halt wenns wirklich nötig ist so halbwegs auf die Reihe. Aber es ist für mich innerlich sehr unbefriedigend. Manchmal hab ich das Gefühl ich hab sogar bisschen Angst davor organisiert zu sein weil ich auch schon Phasen hatte, wo ich ich schon fast ins komplette Gegenteil abgerutscht bin. Also wirklich so perfektionistisch und schon fast bisschen manisch.

Kommentar von Sirias ,

ja, das kenne ich auch hierbei extrem zu werden, sodass sich mancher fragt: was soll das? Wenn ich mich organisiere, kann dies aber eben auch durchaus Spaß bereiten, weil man sich eben Gedanken macht, wie man sich am besten organisiert und wie man sein System noch optimieren kann. Ich befürchte, dass einem nichts anderes übrig bleibt sich hier selbst zu erziehen sowohl wenn man in das eine Extrem gleitet als auch in das andere Extrem. Dazu bedarf es einiger Disziplin (die fehlt mir zum Beispiel). Niemand anderes wird dies für einen übernehmen....

Antwort
von Lichtpflicht, 14

Ich rate dir vor allem, erst mal zu akzeptieren, dass du eben so bist und aufgrund deiner Art eben nicht so viel schaffst. Daher solltest du dir auch nur Dinge vornehmen, die für dich auch schaffbar sind. Vlt ist es weniger als du am liebsten hättest.

Schreib dir 3 Bereiche auf, in denen du organisierter sein willst. Und dann spezifiziere: Welche Einzelheiten meinst du damit?

ZB Gesundheit: 2mal die Woche Sport machen. Und dann überlege dir, wie du dein Ziel mit dem wenigsten Aufwand oder der größtmöglichen Sicherheit erreichen kannst, zB einmal die Woche zum Betriebssport (du bist ja eh da und es ist besser als arbeiten) und einmal die Woche Fussball im Verein oder Joggen mit dem übermotivierten Kumpel (er treibt dich an).

Schreibe dir Ziele und einfache bzw. Sichere Wege dahin auf, nicht zu viel und nur Dinge, die auch realistisch für dich sind. Mach feste Termine. Und dann stell den Wecker.

Vermeide zudem jede Art von Reizüberflutung. Mach zuhause keinen Fernseher, kein Radio als Hintergrundrauschen an. Beschäftige dich immer nur mit einem Medium. Schalte am Handy oft den Flugzeugmodus ein. Schalte das Internet ab. Stell die Klingel aus. Lerne öfter, Ruhe und Langeweile auch mal länger auszuhalten. Es kann wirklich helfen, das Gehirn wieder aufnahmebereit zu bekommen.

Kommentar von VulpesInculta1 ,

Vielen Dank. Ich werde versuchen mir diese Tipps zu herzen zu nehmen und sie auch umzusetzen. Theoretisch wüsst ich es ja... Ich war als Kind häufig in Therapie wegen ADHS, leider hat dies damals wenig gefruchtet. Ich denke heute wär ich aber deutlich offener für Veränderung. Ich hab diese Tipps auch schon häufig umgesetzt und die bringen auch wirklich was. Das Problem ist aber dass ich öfters ziemlich stark depressive Phasen durchlaufe wo ich dann alles wieder über den Haufen werfe. Ich denke diese Reizüberflutungen tragen auch viel zur Depression bei. Es dauert immer einige Monate bis ich wieder das Gefühl hab ich bin total ausgebrannt und verfalle dann teils schon in echt lethargische Zustände. Das komplette Gegenteil halt von dem was ich als meinen wirklichen Charakter,welcher eigentlich sehr motiviert und ehrgeizig ist, ansehen würde. 
Anhand von Ihrem Profil geh ich mal davon aus Sie studieren Psychologie und frage mich ob Sie vielleicht noch weitere Tipps hätten wie man zu einer Art inneren Ruhe finden kann?

Antwort
von Benjaminbluem84, 11

Vielleicht hilft dir ja ein Tages- bzw. Aufgabenplan. Den kannst du ganz normal auf einem Blatt Papier schreiben.

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