Frage von xmelixx, 70

Gute und rezeptfreie "Medikamente" gegen Angstzustände?

Hallooo, also ich war/bin seit 2012 depressiv, hab eine soziale Phobie und eine Angststörung. ich war 1 1/2 Jahre beim Psychiater und einem Therapeuth. Dann ging es mir besser und ich hörte auf zum Psychiater und zum Therapeuten zu gehen. Meine soziale Phonie und die angststörung habe ich zwar immernoch weil gegen das nichts geholfen hat. Nun wird das alles wieder schlimmer und ich hab keine zeit (Schulstress und so) dort anzurufen und einen Termin zu machen. Also meine frage an euch: kennt jemand Medikamente oder auch Tipps wie ich sowas wegbekomme bzw. es nicht mehr so schlimm ist? Wenn ich unter Menschen bin wird mir schwindlig und es kann sein (und ist auch schon vorgekommen) dass ich umkippe also sowas wie 'geh unter Menschen' oder so kann ich nicht brauchen.

Dankee :)

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Antwort
von Failea, 20

Also um ehrlich zu sein: Schulstress um nicht beim Arzt anrufen zu müssen, ist eine "Ausrede". Einen Termin auszumachen dauert 30 sekunden, und für den Termin kannst du dich Notfalls auch von der Schule befreien lassen. 

Bitte mach einen Termin! Nur der Arzt kann dir brauchbare Medikamente verschreiben, auch kennt er vielleicht einen Therapeuten, der sich auf deine momentanen Probleme spezialisiert hat. 

Medikamente: "richtige" Medikamente wirst du wie schon gesagt nur von einem Arzt bekommen. Auf eigene Faust könntest du es (ggf zusätzlich) mit Bachblüten probieren, z.b. die Notfalltropfen in oder vor "brenzligen" Situationen.

Angst ist ein Urinstinkt, der (normalerweise) lebensnotwendig ist. Erlebt man in irgendeiner Art ein Trauma, wird diese Situation mit Angst gekoppelt um einen zu schützen. Beispiel: Ein Urzeitmensch erlebt, wie sein Vater von einem Raubtier getötet wird. -> Trauma, er hat in Zukunft Angst vor dem Tier. Macht auch Sinn, denn er wird nun immer weglaufen wenn so ein Vieh aufkreuzt, was ihm womöglich das Leben retten kann.

Leider können Ängste auch "falsch" gekoppelt werden. So dass Dinge, die eigentlich gar nicht bedrohlich sind, durch irgendeine andere Art von Trauma zur Angst werden. Man bekommt Panikattacken in solchen Situationen und mit jeder Attacke wird die Angst größer, weil jedes mal mit der Situation ein schlechtes Ergebnis verbunden wird. Mann kann diese Kopplung "Situation -> Angst" wieder auflösen, aber nur, wenn du "erlebst" dass die Situation tatsächlich ungefährlich ist. Und um dass zu erleben, musst du lang genug in der Situation bleiben und sie aushalten und es "erfahren". Theorethisches Wissen darüber, dass die Situation ungefährlich ist (leider)  ziemlich irrelevant...  Ängste sind ein so zentrales Gefühl, die waren lange da bevor wir logisch denken konnten, deshalb werden die von Logik eher wenig beeindruckt. 

Also ist es meines Wissens schon wichtig, in Situationen "rein zu gehen", die einem Angst machen. Nur so kann das Unterbewusstsein lernen, dass die Situation eigentlich ungefährlich ist. Eine totale Vermeidungstaktik verschlimmert jede Angst nur.

Natürlich sollte man das nicht übertreiben, weil das ja wieder zu Panikattacken o.ä. und somit traumatischen Erlebnissen führen würde, ich würde also nicht grad in eine enge Disko gehen oder so...

Mein Vorschlag: such dir eine Situation aus, die grenzwertig für dich ist, aber meist "gerade noch" geht. (Zb einkaufen gehen oder so, kenn deinen genauen stand der Dinge nicht). Nimm einen guten Freund, oder jemanden aus der Familie mit, den du magst und dem du vertraust. Setz ihm von dem "Projekt" in Kenntnis. Geh dann mit fraglicher Person beispielsweise einkaufen - unterhaltet euch, versuch dich auf die eigentliche Tätigkeit (einkaufen) und deine Begleitperson zu konzentrieren. Diese soll sich mit dir (über positive Dinge) Unterhalten, um dich abzulenken und dir ein positives Gefühl von der Sache zu vermitteln.  

Wichtig:  ihr bleibt in diesem Supermarkt so lange wie möglich. Es wird einen Punkt geben, an dem dein angstgeplagter Körper realisiert, dass keine Gefahr besteht. Das kann echt eine Weile Dauern, aber irgendwann sollte die Angst weniger werden oder sogar ganz verschwinden. Erst dann, mit diesem Erfolgserlebnis, gehst du wieder aus dem Supermarkt. Gönn dir danach was. ;-)

Letztendlich wiederholst du die Situation im Supermarkt so oft, bist das Angstfrei funktioniert, vielleicht auch irgendwann ohne Partner. Und dann sucht ihr euch die nächste Situation aus, die etwas schwieriger ist usw.

Antwort
von Schwoaze, 21

Würdest Du Dir ein Bein brechen, hättest Du genug Zeit in die Ambulanz zu fahren. Wetten?

Macht Dir Deine Psyche weniger Probleme? Anscheinend nicht. Also nimm Dir die Zeit, die Du brauchst für Dich. Tu das, was Dir schon einmal geholfen hat.

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 15

Ich will nicht zu lehrerhaft klingen, doch eine Psychotherapie sollte nicht abgebrochen werden sobald es einem besser geht. Für grundlegende Veränderungen braucht es Zeit, Monate, wenn nicht Jahre.

Nun gut, fertig belehrt. Zu deiner Frage: Rezeptfreie hochwirksame Medikamente gegen Angstzustände gibt es nicht. Du kannst es z.B. mit Bachblüten versuchen. Dies wirkt beruhigend, jedoch wie bereits erwähnt nicht sehr wirksam. Hochwirksame Medikamente sind alle Rezeptpflichtig.

Gegen Angstzustände werden von allem Antidepressiva der SS(N)RI-Klasse verschrieben (http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/). Diese wirken gegen Ängste ironischerweise besser als gegen Depressionen. Das Problem dieser Medikamente ist einfach, dass man sie täglich nehmen muss und es 4-5 Wochen dauert bis sie wirken. Zudem hat man mit diversen Nebenwirkungen zu kämpfen.

Versuche es erst mit pflanzlichen Mitteln, wenns nicht geht dann gehe zum Arzt.

Antwort
von Leopatra, 21

Johanniskraut wäre mein Vorschlag. Das bekommst du in Drogerien und auch Supermärkten, aber auch in der Apotheke. Trotzdem solltest du auch weiterhin eine Therapie machen, um wieder zu lernen, dich angstfrei(er) unter Menschen begeben zu können.

Hilfreich ist bei deinen Ängsten eine Verhaltenstherapie, in der du im besten Fall auch praktische Übungen mit dem Therapeuten zusammen machst.

Gute Besserung und viel Erfolg!

Antwort
von GoodFella2306, 29

Der Faktor Zeit darf keine Rolle spielen, wenn es um deine seelische Gesundheit geht. Und niemand hat wirklich den Tag so vollgestopft, dass er keine Zeit hat zum Arzt zu gehen, also lass bitte diese Ausreden.

Entweder du möchtest etwas tun, dann geh zum Arzt und lass dich behandeln. Oder du möchtest nicht wirklich etwas dagegen tun, dann jammer nicht weiter rum.

Antwort
von Boring212, 21

Ich hatte sowas auch jahrelang.

Die soziale Phobie ist auch immernoch da jedoch sind die Depressionen und andere Zustände weg

Ich selbst war nie ein Psychiater sondern bloß ne Pädagogen weil ich nur neutrale Menschen zu reden gebraucht habe und für sowas MUSST du dir Zeit nehmen !!!!!

Gesundheit ist Nummer 1 und vorallem die psychische 

Bei mir gingen diese Symptome ganz von alleine weg - ich traf mich öfters mit Freunden habe immer versucht negative durch positive Gedanken zu ersetzen 

Ein Tipp noch: Geh raus !! Verbarrikadier dich nicht Zuhause irgendwann wird es dir schwer fallen aus dem Haus zu gehen und du wirst dich nur drin wohl fühlen .. geh raus auch alleine sprich mit Menschen- werde offener 

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