Frage von sophiemnzr, 104

Gute Infoseite über Propheten Obadja?

Ich bräuchte ein paar Informationen für Religion über Obadja, kennt ihr vlt ein paar hilfreiche Seiten ?

Antwort
von Eselspur, 41

Ist zugegener maßen nicht gerade umfangreich: https://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/altes-testament/dodekapropheton-klei...

Antwort
von 1988Ritter, 24

Das dürfte für Dich auch noch hilfreich sein:

http://www.siebenpfeiffer-gymnasium.de/fileadmin/5_Fachbereiche/Religion_und_Eth...

Antwort
von Luchriven, 32

Du wirst über Obadja nicht viel finden, denn sein kurzes Buch und die Bibel insgesamt verraten nicht viel über ihn, bis auf seinen Namen. Das Buch Obadja ist das kürzeste Buch der Bibel, der Prophet Obadja lebte im 7. Jahrhundert v. u. Z., und er prophezeite gegen Edom. Sonst ist über Obadja als Person nichts bekannt.

Antwort
von casala, 45

wikipedia kennt ihn und viel mehr wirst du kaum über ihn herausfinden.

Kommentar von sophiemnzr ,

Auf Wikipedia steht nur was der Name auf Hebräisch heißt und ich glaube nicht, dass das die komplett einzige Information im Internet ist aber trotzdem danke

Kommentar von casala ,

da hast du aber nicht richtig/vollständig gelesen. da steht weitaus mehr. zb: kürzestes buch im AT und einer der zwölf kleineren propheten. usw.

Kommentar von sophiemnzr ,

Aber allgemein ist nicht sehr viel über ihn zu finden, ich habe bis jetzt nur an Infos: Name auf hibräisch, griechisch und in latein, dass sein Buch das kürzeste mit 21 Versen ist und dass man allgemein nicht viel außer seinem Namen weis ( das auch im Internet stand)

Kommentar von casala ,

das ist richtig, weil er ansonsten keine nennenswerte leistungen vollbrachte und sonst nichts erwähnenswertes aus senem leben bekannt ist.

Antwort
von kutzersalm, 19

Quelle: Watchtower CD 2014:

*** it-2 S. 476-477 Obadja (Buch) ***Das kürzeste prophetische Buch der Hebräischen Schriften. Es wurde von Obadja (von dem nichts weiter bekannt ist als sein Name) geschrieben und enthält einen Urteilsspruch Jehovas gegen Edom sowie den Grund für dieses Urteil und weist auf die Wiederherstellung des „Hauses Jakob“ hin. Der Untergang des Volkes der Edomiter und die Rückkehr der Israeliten in ihr Land beweisen, daß sich die Prophezeiung Obadjas genau erfüllte (Ob 17, 18; siehe EDOM, EDOMITER).Die Prophezeiung wurde ausgesprochen, weil die Edomiter an den „Söhnen Judas“ nicht brüderlich gehandelt hatten, als diese besiegt worden waren. Die Edomiter waren durch ihren Vorfahren Esau mit den Israeliten verwandt. Die Edomiter freuten sich über das Unglück Judas, beteiligten sich an der Plünderung der Juden, hinderten sie daran, aus dem Land zu fliehen, und übergaben sie sogar dem Feind (Ob 12-14). Wenn man die Prophezeiung Obadjas mit den Worten Jeremias (25:15-17, 21, 27-29; 49:7-22) und Hesekiels (25:12-14; 35:1-15) vergleicht, müssen die obenerwähnten Schlechtigkeiten in Verbindung mit der Zerstörung Jerusalems durch das babylonische Heer begangen worden sein; demnach wurde das Buch ungefähr im Jahre 607 v. u. Z. geschrieben.Da vieles, was Obadja prophezeite, auch im Buch Jeremia vorhergesagt wurde, konnte man sich doppelt sicher sein, daß sich die Worte Jehovas in bezug auf Edom erfüllen würden. (Vgl. 1Mo 41:32.)[Kasten auf Seite 477]HÖHEPUNKTE VON OBADJA Jehovas Gerichtsurteil über Edom und die Verheißung einer Wiederherstellung des Volkes Jehovas Geschrieben um 607 v. u. Z. — das Jahr, in dem die Babylonier Jerusalem verwüstetenEdoms Anteil an der Gewalttat, die an Jakobs Nachkommen verübt wurde Als Jerusalem erobert und seine Bevölkerung in Gefangenschaft geführt wurde, stand Edom abseits (V. 10, 11) Es hätte sich über das Unglück Judas nicht hämisch freuen, bei der Plünderung des Volkes Gottes nicht mitmachen und die Überlebenden nicht dem Feind ausliefern sollen (V. 12-14)Unheil wird über Edom hereinbrechen Jehova fordert die Nationen auf, zur Schlacht gegen Edom aufzustehen (V. 1) Obwohl Edom anscheinend in Sicherheit wohnt, wird es heruntergeholt werden (V. 2-4) Diebe und Erntende nehmen nur, soviel sie wollen, und lassen etwas zurück; wenn Edom erobert wird, wird es völlig geplündert werden; es wird von denen, mit denen es einen Bund geschlossen hat, betrogen werden, und seine Weisen und Starken werden vernichtet werden (V. 5-9) Das Haus Esau wird so behandelt werden, wie es Juda behandelt hat; das Haus Esau wird ausgelöscht werden (V. 15, 18)Das Haus Jakob wird wiederhergestellt werden Zion wird etwas Heiliges werden; das Haus Jakob wird das Feuer sein, das das Haus Esau wie Stoppeln verzehren wird (V. 17, 18) Jehovas wiederhergestelltes Volk wird „die Dinge in Besitz nehmen, die sie besitzen sollen“, auch „die Berggegend von Esau“ (V. 19, 20) Das Königtum wird Jehovas werden (V. 21)

Kommentar von kutzersalm ,

Oder der Online LINK zum Lexikon: http://wol.jw.org/de/wol/s/r10/lp-x?q=Obadja&p=par

Antwort
von chrisbyrd, 26

Hilfreich könnte die MacArthur-Studienbibel zum Buch Obadja sein, die sich hier kostenlos als PDF herunterladen lässt: http://www.sermon-online.de/de/search.pl-lang=de&id=9108&title=&bibl...

Kommentar von chrisbyrd ,

Viele Infos über Obadja finden sich auch hier: http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&structure\_id=35

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von tinimini, 24
Kommentar von tinimini ,

Der Prophet Obadja

Wir kommen nun zu dem kürzesten Buch des Alten Testaments. Es umfasst nur eineinziges Kapitel und doch war es Gott so wichtig, dass es in den Kanon aufgenommenwurde. Bruderkriege sind etwas vom Schlimmsten, was es in einem Volk gebenkann. Im Propheten Obadja geht es um die Endabrechnung in dem Zwist zwischenIsrael und Edom am Tag des HERRN. Das kürzeste Buch hat zugleich dielängste Vorgeschichte, denn der Konflikt begann bei Jakob und Esau. Doch daraufkommen wir noch.1. TitelDas Buch ist benannt nach dem Propheten, der in einer Vision Gottes Botschaftempfangen hat:hy "+d >b;[o) (obadjah) = Knecht JahwesDer Name Obadja kommt im AT zwanzig Mal vor und bezeichnet dreizehn verschiedenePersonen, doch der Name des Propheten Objad steht nur hier in Kap 1,1.2. VerfasserAls Verfasser wird Obadja genannt (1,1). Außer seinem Namen wissen wir nichtsvon ihm. Aufgrund der geographischen Angaben in seinem Buch könnte manschließen, dass er aus dem Südreich stammte. Auch die Datierung des Buches istschwierig. In den Versen 10-14 ist von einer Eroberung Jerusalems die Rede, beider die Edomiter eine Rolle spielten. Das war nur bei zwei Eroberungen der Fall: Die erste geschah um das Jahr 845 v.Chr. während der Regierungszeit Joramsin Juda, bei der Jerusalem von Philistern und Arabern geplündert wurde(2Chron 21,16-17). Dabei unterstützten sie die Edomiter, die zu der Zeitvon der Herrschaft Judas abgefallen waren (2Chron 21,8-10). Die Zerstörung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnezarim Jahr 586 v.Chr. Auch hier halfen die Edomiter den Feinden des VolkesGottes (Ps 137,7-9; Klagel 4,21).Da Obadja nicht von einer völligen Zerstörung der Stadt spricht, ist anzunehmen,dass das Buch wohl während der Regierungszeit des Königs Joram von Juda (ca.848-841 v.Chr.) verfasst wurde. Das bedeutet, dass Obadja ein Zeitgenosse Eliasund Elisas war und vermutlich in Jerusalem lebte.3. HintergründeUm den Propheten Obadja richtig verstehen zu können, muss man die Hintergründekennen. Obadja ist das kürzeste Buch des AT mit der längsten Vorgeschichte, dennes geht um den Dauerkonflikt zwischen Israel und Edom oder genauer gesagt zwischenJakob und Esau. Die Edomiter waren Nachkommen Esaus, des Zwillingsbrudersvon Jakob, dem Stammvater Israels. Zwischen diesen beiden Brüdern gab esvon Anfang an Probleme. Das Tragische dabei war, dass sich aus dem Familienkonfliktein Völkerkonflikt entwickelte.Hier einige Daten zu diesem Konflikt:

Die Geschichte begann mit einer ungewöhnlichen Geburt: Gott heilte Rebekkavon ihrer Unfruchtbarkeit. Sie gebar Zwillinge, die sich schon im Mutterleib stie-ßen (Gen 25,21-22). Gott gibt vor der Geburt eine klare Prophetie über die Berufung und Bedeutungder beiden Kinder: Es werden zwei Volksstämme entstehen, bei dem der einestärker sein wird als der andere und der Ältere dem Jüngeren dienen wird! (Gen25,23). Die Brüder entwickelten sich völlig unterschiedlich: Esau streifte in der Steppeumher und wurde Jäger. Jakob war ein ruhiger, überlegter Typ, der lieber zuhauseblieb. Die Katastrophe begann aber hauptsächlich damit, dass jeder seinLieblingskind hatte. Isaak bevorzugte Esau wegen seiner kulinarischen Vorliebefür Wildbret, Rebekka dagegen Jakob. Das konnte nicht gut gehen! Die Familientragödie nahm ihren Lauf: Esau bereitete seinen Eltern viel Kummer,indem er sich heidnische Frauen nahm (Gen 26,35; 28,6-9). Jakob erschlichsich auf zweifelhaftem Weg mit Hilfe seiner Mutter das Erstgeburtsrecht(Gen 27). Als Esau realisierte, welche Torheit er begangen hatte, wollte er seinenBruder töten (Gen 27,41). Jakob musste fliehen – die Familie war zerbrochen.Nach seiner Rückkehr gab es keine vollständige Versöhnung (Gen 33). Esau ließ sich im Gebirge Seir, einer zerklüfteten Bergregion südlich des TotenMeeres nieder (Gen 33,16; 36,8-9). Sie wurde Edom genannt. Zwischen Edomund Israel herrschte eine jahrhundertelange Feindschaft (Hes 35,5): Beim Auszug aus Ägypten verweigerten sie Israel die Durchreise (Nu20,14-21). Gott hatte Israel geboten, die Edomiter nicht zu hassen, dasie mit ihnen verwandt waren (Dt 2,4-8; 23,8). Fast alle Könige Israels hatten Probleme mit den Edomitern: Saul kämpftegegen sie (1Sam 14,47); David unterwarf sie sich durch eine militärischeSchlacht (2Sam 8,13-14). Salomos Widersacher war ein Edomitergegen den er in den Krieg zog (1Kön 11,14-16). Während der Regierungszeit von König Joram rebellierten sie gegen Judaund setzten einen eigenen König ein (2Kön 8,20-22). Etwa 100 Jahrespäter eroberte König Amazja ihre Hauptstadt Sela und sie wurden wiederJuda einverleibt (2Kön 14,7). Auch während der Regierungszeit vonKönig Ahas gab es Krieg zwischen Juda und Edom (2Chr 28,17). Bei der Eroberung Jerusalems durch die Babylonier stifteten sie die Babylonierzur Zerstörung Jerusalems an (Ps 137,7). Später stand Edom unter assyrischer und babylonischer Herrschaft undim 5. Jhdt.v.Chr. wurden sie von den Nabatäern gezwungen, ihr Gebietzu verlassen. 

Kommentar von tinimini ,

Sie zogen in den Süden Judäas und wurden als Idumäer bekannt. Im Jahr 120 v.Chr. wurden die dort lebenden Edomiter von einem Makkabäer namens Johannes Hyrcanus zur Beschneidung und zur Befolgung der jüdischen Gesetze gezwungen. Die Feindschaft gipfelte in dem Plan des Königs Herodes, einem Idumäer,Jesus zu töten. Die Idumäer beteiligten sich am Jerusalemer Aufstand gegen Rom   zusammen mit den Juden 70 n.Chr. von Titus besiegt. Seit diesem Zeitpunkt hat man nichts mehr von ihnen gehört.

Es ist erstaunlich, wie sich durch die Geschichte dieser Völker zwei Linien ziehen:Esau verkörpert die die widergöttliche, ungeistliche Linie (vgl. Hebr 12,16), Jakobhingegen die göttliche, geistliche Verheißungslinie. Es ist der alte Kampf zwischenFleisch und Geist! Dabei spielt auch das Geheimnis der Erwählung eine Rolle, dasdie persönliche Verantwortung nicht aufhebt (vgl. Röm 9,10-13). Entscheidend fürdas Gericht in Obadja sind die Haltung und das Verhalten Edoms gegenüber Israel!4. AufbauDas Buch Obadja besteht nur aus einem Kapitel und ist einfach zu unterteilen. Esbesteht aus zwei Abschnitten:

Im ersten Teil des Buches geht es um das Gericht über die Edomiter (V1-14). Zunächstbeschreibt er wofür und wie das selbstsichere Edom gerichtet wird (V1-9).Im zweiten Abschnitt nennt er konkrete Gründe für das Gericht (V10-14).Im zweiten Teil greift Obadja ein Thema auf, das wir schon beim Propheten Joelkennen gelernt haben: Es geht um die Befreiung Israels am Tag des HERRN (V15-21). Damit erhält die Prophetie Obadjas eine endzeitliche Perspektive. Hier geht esnicht nur um Edom, sondern um das Gericht über alle Nationen (V15-16) und dieWiederherstellung Israels (V17-21).

Gericht über Edom (V1-14)Das Buch beginnt mit einer Kriegserklärung, einem Aufruf an die Nationen, Edomvöllig zu zerstören (V1). Das Gericht war unvermeidlich. Obadja beschreibt im erstenTeil (V1-9) in eindrücklicher Sprache das Gericht über Edom und nennt im zweitenTeil (V10-14) einige Details.1. Die Beschreibung des Gerichts (V1-9)Für Edom gibt es keine Gnade mehr. Die besondere Tragik besteht darin, dass es jaein Brudervolk Israels war. Die Zerstörung des Stolzes (V2-4)Die Edomiter lebten im Gebirge Seir, das südlich vom Toten Meer (400m unterdem Meer) sich bis 800m über dem Meer erhebt. Durch Wind und Wetterhaben sich in die Felsen tiefe Schluchten mit Höhlen gebildet. In diesen uneinnehmbarenFelsklüften wohnten die Edomiter. Sie haben die natürlichenGegebenheiten ausgenützt und „ihren Sitz hoch gemacht“ wie das Nest einesAdlers (V3-4). Ihre Hauptstadt hieß Sela (hebr. Fels). Die griechische Bezeichnungist Petra (Fels), eine Stadt, die später durch die Architekten derNabatäer zu einer gewaltigen Felsenstadt ausgebaut wurde. Diese Felsenstadtist bis heute eine Hauptattraktion für alle Touristen, die nach Jordanien reisen.

Ihre äußere Sicherheit verführte sie zum Hochmut:Obd 3 Der Übermut deines Herzens hat dich betrogen, [dich,] der in den Schlupfwinkelnder Felsen wohnt, in der Höhe seinen Sitz hat und in seinem Herzen spricht: Wer wirdmich zur Erde hinabstürzen?Gott wird Edom von ihren inneren und äußeren Höhen herunterholen. Er wirdsie „hinabstürzen“ aus ihren Nestern, die sie sich gebaut haben (V3-4). Edomkann sich dem Gericht Gottes nicht entziehen. Die Zerstörung des Besitzes (V5-6)Edom war stolz auf seinen Reichtum, den sie in ihren Felsen versteckt hatten.Durch zwei Bilder macht Obadja die völlige Plünderung deutlich: Dieb undWeinleser. Der Dieb wird bei seinem Raub nicht alles mitnehmen und derWeinleser lässt eine Nachlese für die Armen übrig – aber im Gegensatz dazuwird Edom völlig ausgeplündert. Ihr Besitz geht vollständig verloren! Die Zerstörung ihrer Bündnisse (V7)Edom verließ sich auf seine Verbündeten. Gott kündigt an, dass aus ihrenBundesgenossen Feinde werden und sie durch einen hinterlisten Plan sobetrogen werden, dass selbst die Weisen Edoms es nicht merken. Der Ausdruck„die dein Brot aßen“ weist auf ein Gastmahl hin. Interessanterweisegab es im Zusammenhang mit der Vertreibung Edoms durch die Nabatäer im5. Jhdt. ein Gastmahl, bei dem die befreundeten Nabatäer nach ihrem Eintreffenplötzlich ein Gemetzel begannen. Die Ermordung der Bevölkerung (V8-9)Die Weisen und die Helden werden Edom nicht mehr helfen können. Das ganzeVolk wird ausgerottet werden durch Mord.Der Hochmut Edoms führt zu ihrer völligen Erniedrigung, denn Gott widersteht jedemmenschlichen Stolz. Gott schlägt ihnen alles aus der Hand. Nichts kann sieretten: Weder ihre geographische Lage, noch ihr Reichtum, noch ihre Freunde, nochihre Weisen und starken Krieger. Wer hochmütig auf sich selbst vertraut, wird irgendwanneinen Zusammenbruch erleben! 

Kommentar von tinimini ,

Das gilt nicht nur individuell, sondernauch für ganze Völker!2. Gründe für das Gericht (V10-14)Edoms Schuld bestand nicht nur in ihrer hochmütigen Haltung, sondern im aktivenWiderstand gegen Gottes Volk. In V10-14 zählt Obadja einige Einzelheiten auf: Gewalttaten gegen Israel (Brudermord): V10 Es schaute zu, als Jerusalem geplündert wurde: V11 Es freute sich über den Untergang Israels (Schadenfreude): V12-13 Es beteiligte sich an der Plünderung Jerusalems: V13 Es tötete Überlebende, die fliehen wollten: V14Zu welchem Zeitpunkt geschah das? Wenn wir die Zeit der Abfassung um 845v.Chr. ansetzen, hat Obadja die Plünderung Jerusalems durch die Philister und Araberzur Zeit Jorams vor Augen (2Kön 8,20-22). Aber gleichzeitig deutet Obadja einzukünftiges Ereignis an (vgl. V12-14), so dass sein Blick auch auf die kommende Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier gerichtet ist (586 v.Chr.). Und dort beteiligten sich die Edomiter genau in der Weise wie Obadja beschrieben hatte.

Gott wird deshalb Edom richten nach dem Prinzip von Saat und Ernte. ER wird Gerechtigkeitüben und Edom genau das zufügen, was sie Israel angetan haben. IhrTun wird „auf ihren Kopf zurückkehren“ (V15).Gal 6,7 Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht verspotten! Denn was ein Mensch sät, das wirder auch ernten.Die Edomiter haben genau das erlebt, was ihnen Gott als Gericht angekündigt hatte.Das Volk der Edomiter besteht als Volk nicht mehr, aber Israel ist unzerstörbarfür alle Zeiten. Auch bei den Edomitern sehen wir wieder einmal mehr, dass keinVolk ungestraft bleibt, das sich gegen Israel als auserwähltes Volk Gottes wendet.

Gericht über die Nationen (V15-16)Der Tag des HERRN ist, wenn Gott sichtbar in Seiner Gerechtigkeit in das Völkergescheheneingreift. Er ist einerseits zeitgeschichtlich zu verstehen, wenn Gott Gerichtübt an den Feinden Israels, aber auch endgeschichtlich, wenn die Nationen durchden wiederkommenden Christus gerichtet werden. Für die Nationen ist es ein Tagdes Gerichts, des Zusammenbruchs, des Sturzes – für Israel ist es ein Tag der Befreiung,der Wiederherstellung.In Vers 15 wird das Prinzip der Gerechtigkeit von Gottes Gericht deutlich:Obd 15 Denn nahe ist der Tag des HERRN über alle Nationen. Wie du getan hast, wird dirgetan werden. Dein Tun wird auf deinen Kopf zurückkehren.Edom ist dabei ein Muster für den Umgang mit allen Nationen, die ebenso mit GottesVolk verfahren sind. Dieses Prinzip ist nicht auf das Alte Testament beschränkt.Wir finden es auch in der Offenbarung wieder. Beim Einzug in Jerusalem nahm Edoman einer orgienähnlichen Feier teil und deshalb nimmt Obadja dieses Bild aufund kündigt Edom bzw. den Nationen an, dass sie den Kelch des Gerichtes Gottes austrinken müssen1. Befreiung Israels (V17-21)Während die Bergfestungen Edoms niedergerissen wurden, gibt es auf dem BergZion Rettung (V17) durch Jahwe, den Gott Israels. Während das Haus Esaus wieStroh verbrannt wird (V18), wird Israel seine ursprünglich verheißenen Gebietewieder in Besitz nehmen. Diese Verheißung, die noch nicht erfüllt ist, gilt für ganzIsrael: Das Haus Jakob steht für das Südreich Juda und das Haus Josef für dasNordreich Israel (V18). In V19-20 werden diese Gebiete näher gekennzeichnet. DerSchluss des Buches gewährt einen Ausblick auf die Zeit des Tausendjährigen Reiches:Obd 21 Und die Königsherrschaft wird dem HERRN gehören.Der HERR (Jahwe) wird auf dem heiligen Berg Zion d.h. in Jerusalem regieren. Hierist von Jesus Christus die Rede, der König Israels, der kommen wird am Tag desHERRN, um die Nationen zu richten und Israel als ganzes Volk wiederherzustellen.Obadja ist zwar ein kleines und kurzes Buch, aber enthält eine machtvolle Botschaft,die für alle Zeiten gilt: Wer sich gegen Gottes Gnade und Gottes Wort inHochmut auflehnt, wird eines Tages wie Edom vor einem Scherbenhaufen stehen,weil Gottes Zorn alles Hohe und Erhabene demütigen wird.

Hochmut kommt vor dem FallEs gibt Sprichwörter im Volksmund, die aus der Bibel stammen. Eines davon heißt„Hochmut kommt vor dem Fall“ und stammt aus den Sprüchen:Spr 16,18 Vor dem Verderben [kommt] Stolz, und Hochmut vor dem Fall.Einen tiefen Eindruck von der Wahrheit dieses Wortes bekommen wir durch denPropheten Obadja, wenn wir uns mit dem Schicksal Edoms beschäftigen, ja wirkönnen dieses Sprichwort als Überschrift über den Propheten Obadja setzen. Nunmag sich mancher mit den Edomitern nicht so recht identifizieren können und sichnicht so böse und antisemitisch einschätzen. Wenn das auch stimmen mag, so istdoch der Hochmut oder der Stolz ein sehr wichtiges Thema, das im NT an vielenStellen vorkommt und das sich durch die ganze Geschichte der Christenheit verfolgenlässt. Luther sagte einmal, dass der Stolz die schlimmste Sünde sei. Darumwollen wir uns noch kurz mit diesem Thema beschäftigen anhand unseres ProphetenObadja.

Kommentar von tinimini ,

Das Wesen des Hochmuts

Edom wird als hochmütiges Volk bezeichnet. Wie der Begriff schon sagt, geht es umeinen „Mut“ der hoch oben ist. In V3 ist von dem „Übermut ihres Herzens“ die Rede,der sie zu der Einstellung geführt hat, dass sie in „ihrem Herzen“ sprechen: Werkann mich zur Erde herabstürzen? Es geht also beim Hochmut um eine innere Haltung,eine Einstellung des Herzens. Wer hochmütig ist, überhebt sich über andereMenschen und damit auch über Gott. Denn wer sich besser und größer dünkt alssein Mitmensch, stellt sich damit bewusst oder unbewusst gegen Gott, vor dem alleMenschen gleich viel wert sind. Bei den Edomiter kam noch hinzu, dass sie Israelhassten, obwohl sie wussten, dass es Gottes Volk war. Wer sich gegen bzw. überIsrael erhebt, stellt sich automatisch gegen Gott. Die Haltung des Hochmuts istGott ein Greuel:Spr 8,13 Die Furcht des HERRN [bedeutet], Böses zu hassen. Hochmut und Stolz und bösenWandel und einen ränkevollen Mund, [das] hasse ich.Eine hochmütige Haltung kommt zwar häufig im Umgang mit anderen Menschenzum Ausdruck, aber Gott erkennt auch den verborgenen Stolz im Herzen, der vonMenschen nicht wahrgenommen wird:Ps 138,6 Ja, der HERR ist erhaben, doch er sieht den Niedrigen, und den Hochmütigen erkennter von fern.Gott weiß genau, wer eine hochmütige und wer eine demütige Haltung hat. Besonderstragisch und manchmal schwer zu erkennen ist der geistliche Hochmut.An vielen Stellen im AT wird deutlich, dass Gott den Hochmut der Menschen auf dieDauer nicht akzeptiert. Es kommt ein Tag, an dem alles Hochmütige erniedrigtwird:Jes 2,11 Die stolzen Augen des Menschen werden erniedrigt, und der Hochmut des Manneswird gebeugt werden. Aber der HERR wird hoch erhaben sein, er allein, an jenemTag.Jak 4,6 Deshalb spricht er: »Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibter Gnade.«Am Ende müssen sich alle Kniee beugen vor Jesus Christus, dem HERRN aller HERREN,denn Ihm hat der Vater alles unterworfen! (Phil 2,9-10).

2. Die Basis des HochmutsDie hochmütige Haltung der Edomiter basierte auf ihren uneinnehmbaren Wohnsitz.Sie fühlten sich absolut sicher vor dem Zugriff der Feinde und vor dem Zugriff Gottes.So hat der Hochmut des Menschen im allgemeinen immer eine Basis, auf die erseinen „Hochsitz“ stellt. Das sind in heutiger Zeit andere Dinge oder Werte, aberder Grundsatz ist derselbe. Beispiele: Intelligenz – herausragende Fähigkeiten Gutes Aussehen – schöner Körper – Gesundheit Materieller Besitz – tolles Auto – schönes Haus Stellung in der Gesellschaft – Macht – Ruhm – AnsehenSehr leicht kann diese Frage der Edomiter „Wer wird mich zur Erde hinabstürzend.h. auf den Boden der Tatsachen zurückbringen?“ sich auch in unserem Lebenbreit machen. Die Basis des Hochmuts ist letztlich der Egoismus, denn der Hochmü-tige hat nur sich selbst im Blickfeld und vergleicht sich ständig mit anderen. Dieschlimmste Form des Hochmuts ist der fromme Hochmut: Wenn man sich damitrühmt, was man von Gott aus Gnaden geschenkt bekommen hat!3. Der Betrug des HochmutsGott spricht vom Hochmut der Edomiter als einem „Betrug“. Der Hochmütige oderwie man im Volksmund auch sagt, der Eingebildete, unterliegt einem Selbstbetrug,einer Einbildung d.h. einer falschen Selbsteinschätzung. Warum? Selbst wenn esfaktisch stimmt, dass z.B. der eine intelligenter sein mag als der andere, so gilt eszweierlei zu beachten: Der andere Mensch hat seine Stärken auf einem anderen Gebiet. Gott gibtnicht einem Menschen alle Gaben, sondern gleicht das auf Seine Weise aus!Um bei dem Beispiel zu bleiben: Vielen intellektuellen Menschen fehlt es anemotionaler oder sozialer Kompetenz. Was nützen die höchsten Gedanken,wenn man sie nicht überzeugend vermitteln kann? Wie der Hochsitz Edoms ganz plötzlich von Gott zerstört wurde und er sie vonihrem Postament heruntergeholt hat, so kann der menschliche Hochmut ineinem Augenblick wie ein Kartenhaus zusammenfallen.Gottes Wille ist, dass wir die rechte Selbsteinschätzung gewinnen und das ist nurmöglich durch eine veränderte Sichtweise: Weg von mir selbst und hin zu Jesus undzum Nächsten! Wer seine eigene Natur von Gott her kennt, kann nicht hochmütigwerden. Das Gegenteil des Hochmuts ist die Demut. Der griechische Begriff im NTkann wörtlich mit „niedrig gesinnt sein“ übersetzt werden. Unser Herz soll sich alsonicht überheben, sondern beugen vor dem HERRN.Phil 2,3 ...nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht [tut], sondern daß in der Demut einerden anderen höher achtet als sich selbst;1Petr 5,6 Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur[rechten] Zeit,Spr 22,4 Die Folge der Demut [und] der Furcht des HERRN ist Reichtum und Ehre undLeben.Der Hochmut führt also genau ins Gegenteil von dem, was der Mensch eigentlichsucht: das Leben. Hochmut zerstört das Leben – der Demütige ist der wahre Gewinner!

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