Frage von Boxerfrau, 192

Gute Hufschuhe?

Hallo, Mein Pferd ist Barhufer und soll es auch bleiben. Bin in einen neuen Stall gezogen und jetzt haben wir sehr viele grobe Schotterwege. Womit er nicht so gut zurecht kommt. Deshalb bin ich jetzt auf der suche nach guten Schuhen. Ich weiß das die Renegades ganz gut sind. Die hatte ich mal bei einer Rb. Ich wollte mir so wieso jemanden kommen lassen, allerdings hätte ich gerne ein paar Meinungen gehört. Mein Pferd wir überwiegend im Gelände geritten, wir haben Schotter, Sand und Feldwege, zudem Bergig, es geht auch mal durchs Wasser. Deshalb sollten sie nicht Rutschig sein.. hab leider schon die Erfahrung gemacht das manche bei gewissen Bodengegebenheiten zu Skiern werden.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 113

Ich habe erst heute einen "Artikel" über die Hufschuhe meines Pferdes geschrieben. Der Text ist kopiert, nimms mir nicht übel aber nochmal schreibe ich das nicht ;) 

"Unsere Hufschuhe....

Nachdem wir schon so oft drauf angesprochen wurden und die Schuhe wirklich, wirklich super sind schreibe ich einen eigenen Post über sie :)

Was? Easyboots GlueOn (identisch mit den Schalen der Easyboot Gloves) + TK Horseshoe Overlays (Verschlusssystem)

Preis? 4 Hufschuhe mit Anpassen und Anfahrt 370€

Wer? Angepasst von unserer Hufschuhspezialistin Stefanie Wegmann dank deren großartigen Arbeit gefühlte 50% aller Schuhpferde mit der TK-Easyboot-Kombi herumlaufen :D Habe schon sehr viele Leute mit dieser Schuhkombi getroffen, mit sämtlichen Rassen, Größen und Farben (letztere 2 natürlich auf die Schuhe bezogen ;) ) und es sind alle top zufrieden!

Welche Optionen? 
Easyboot GlueOns:
- Kleinste Größe 96x109mm, Größte Größe 150x161mm 
- Farbe Schwarz oder Rot 
- Originalkaufpreis: 40-45€ pro GlueOn Schale

TK Horseshoes Overlays:
- 4 verschiedene Größen 
- 6 Farben (schwarz, rot, gelb, pink, blau, grün) oder individuelle 
- sehr langlebig, überleben i.d.R. mehrere Schalen 
- Gehen schwer kaputt, Ersatzteile sind aber auch einzeln erhältlich
- Originalkaufpreis: 51,99€ pro Overlay
Anfertigungen 
- Material: Biothane + Neopren

Stollen? 
Ja, möglich. Entweder mit den original Easyboot Quick Stud Stollen (2,90€ pro Stück, 6-8 Stollen pro Schuh) oder Schraubspikes aus dem Motorradhandel (100 Stück für 60€) Letztere laufen sich zwar schneller ab als die Originalstollen, sind aber auch kleiner und verringern somit das Risiko des Durchdrückens

Einlagen/Pads? 
Können problemlos eingelegt werden. Der Schuh hält trotz der Erhöhung des Hufes im Schuh

Warum diese Kombi? 
- Durch das 3-Punkte-System der TK Overlays an den Schalen ist ein rausschlüpfen aus den Schuhen unmöglich. Die Overlays greifen hinten an zwei Stellen an und vorne in der Mitte. Durch die "Schnürung" über die Fessel können sie nicht abgetreten werden, außer sie sind zu locker geschnallt. - Kein Verlieren der Schuhe!
- Die Gaiter der Easyboots werden per Klett über die Fessel oben geschnallt, wodurch die Strecksehne beeinträchtigt wird. Dies ist bei den TK Overlays nicht der Fall - bessere Bewegungsfreiheit des Pferdes 
- Durch das Verschlusssystem passen sie auch Pferden mit nicht optimaler Hufform. Bei Chilli stehen die Wände der Schalen teilweise komplett ab, der Schuh passt und sitzt aber trotzdem.

Scheuert das nicht? 
Bei uns nicht, und Chilli ist da sehr, sehr empfindlich (sogar bei gepolsterten Halftern brechen früher oder später die Haare ab... .-.) Der Verschluss wird so eng geschnallt, dass kein Schmutz/Sand drunter kommt und reibt, die Schale sitzt nur am Huf und berührt das Fell nicht. Sollte das Pferd trotz allem Scheuerstellen davontragen kann man ihm wohl eine Feinstrumpfhose über die Verschlussstelle ziehen, sodass die Reibung verhindert wird.

Wie zieht man die an? 
1. Die Hufzehe in die Schale schieben und durch Rütteln und Drücken den Schuh auf den Huf setzen (ggf nochmal mit der flachen Hand auf die Sohle hauen - hilft super!) (PS: Das lange Stück des Verschlusses muss im angezogenen Zustand nach außen zeigen) 
2. Den Huf abstellen und das Pferd drauf stehen lassen (der Huf schlüpft dadurch komplett in die Schale)
3. Den Huf mit Schuh aufheben und die Spitze 2-3x sachte auf den Boden klopfen, sodass die Luft vorne rauskommt und der Huf sicher im Schuh steckt (alternativ mit einem Gummihammer sanft draufklopfen)
4. Den Huf abstellen, das lange Stück des Overlays durch die Schlaufe ziehen, mittig durch die Metallschnalle ziehen und an der Schnalle festziehen. Der Verschluss sollte eng am Pferdebein anliegen aber die Durchblutung nicht stören
- Fertig!

Wie lange brauche ich fürs Anziehen? 
Das erste Mal dauert oftmals ewig weil man alles falsch macht. Mittlerweile brauche ich ca 5 Minuten für alle 4 Hufschuhe. In der Zeit haben andere Gamaschen und Glocken angezogen, worauf wir getrost verzichten können. Wir hängen also nicht in der Zeit nach

Pflege:
Bei Bedarf mit Wasser abspülen oder abbürsten. Die Schnallen und Schrauben rosten z.T. mit der Zeit, was die Nutzung aber nicht beeinträchtigt.

Und hält das auch? 
Ja, und zwar in allen Lebenslagen! 
Harter Boden: Kein Problem, der Gummischuh dämpft zusätzlich den Aufprall ab
Matsch: Absolut zuverlässig, immer dran. Auch bei knöcheltiefem Schlamm bleiben sie dran, das Pferd verliert nicht an Griffigkeit und Gefühl darin
Sand: Wir haben am Platz recht tiefen Sand. Wenn die Hufe nicht optimal sind bringt man u.U. ein bisschen Spielplatz mit zum Putzplatz zurück, mehr aber auch nicht. Auch wenn der Sand nass ist gibt es keine Probleme
Asphalt/Teer: Kein Rutschen o.ä., der Schuh dämpft und das Pferd kann barhufähnlich ohne Schlittern drüberlaufen
Schotter/Kies: Kein Problem, das Pferd fühlt zwar noch etwas, geht aber auch bei blödestem Schotter nicht fühlig. Wir galoppieren über feinere Schotterwege, no problem.
Wurzeln: Kein Unterschied zum barhufen, das Pferd hat Gefühl und Gripp in den Schuhen, Chilli geht in jeder Gangart auch über blödeste Wurzelstellen 
Wasser: Bisher sind wir damit nur durch größere, tiefere Pfützen gewatet (Sprunggelenk tief), aber da sind sie - wie erwartet - dran geblieben
Geschwindigkeit: Ich weiß nicht genau, wie schnell Chilli galoppiert, aber sie hat sicherlich an die 50km/h drauf wenn sie wirklich Gas gibt. Sie schaufelt auch, aber die Schuhe bleiben dran. 
Stechtrab? Hält. Kann Mäuschen super (ebenso wie Schrab oder Tralopp) aber egal wie sehr sie die Beine wirft, die Schuhe bleiben dran.

Vllt habe ich eine Untergrundart vergessen, fragt einfach :) Aber wir haben jetzt in gut 3 Monaten (ich hab das Pferd ja erst seit 4 Monaten) noch nie verloren. Längere Ritte gehen super, einen 30km O-Ritt haben sie schon durchgehalten und künftig werde ich hoffentlich auch von Wanderritten berichten können ;) 
Und ich schaue schon gar nicht mehr ob die Schuhe noch dran sind. Anfangs war ich da echt schizophren und hab alle 5min auf die Hufe geglotzt, mittlerweile gucke ich nicht mehr sondern höre auf Asphalt nur noch mal kurz nach.

Negatives? 
Etwas wirklich negatives gibt es eig nicht. Trotzdem fallen mir 3 Punkte ein:
- Wer auf Schotter/Kies trabt oder galoppiert sollte immer mal überprüfen ob ein Steinchen hinten in den Ballensteg des Verschlusses gefallen ist. Das ist uns einmal passiert und Chilli hatte eine kleine Wunde, der Verschluss ein Loch im Neopren. Den Ballensteg konnte ich aber für 10,50€ nachbestellen und selbst ersetzen
- Wenn die Hufe etwas sehr lang geworden sind kann es u.U. sein, dass der Huf nicht mehr richtig in die Schale passt. Dann hilft evtl nur noch nachfeilen (je nach Wachstum trifft das aber erst nach ü8-10 Wochen ein)
- Wenn die Hufe schon etwas länger geworden sind, aber noch reinpassen, kann es sein, dass es manchmal quietscht. Das hört sich dann entweder nach Badeente oder nach verschwitzen Füßen in Gummistiefeln an :P In meinen Augen aber erträglich, da das nach der nächsten Bearbeitung wieder aufhört

Fazit: Wir sind mehr als zufrieden. Pferd und ich. Chilli läuft einwandfrei mit den Schuhen, es ist kein Unterschied zum barhuf zu spüren. Sie zieht die Schuhe gerne an bzw ist kooperativ, auch an das Klopfen hat sie sich gewöhnt. Durch die Schuhe können wir auch auf harten Böden traben und galoppieren und so oft raus, wie wir wollen. Tatsächlich trägt sie die Schuhe nur 1-2x die Woche um den Abrieb im Griff zu halten und geht sonst barhuf. Als was kaputt war konnten wir es problemlos ersetzen. Ich bin froh, dass das Anziehen so leicht geht und wir keinen Schuh verlieren. Nie, gar nicht. Ich kann diese Schuhkombi nur empfehlen!

Und danke an dieser Stelle nochmal an Steffi, dass sie uns so toll beraten hat und zu diesem Schuh gebracht hat :)"

PS: Die Schuhe sind optisch nicht allzu auffällig und auch nicht so klobig (das mag ich nämlich nicht). Wenn man die Overlays in neonfarben wählt ist es natürlich ei Hingucker, schwarz ist schlicht. Auf Bildern erkennt man sie oft erst auf den 2. oder 3. Blick ;) 

Kommentar von Boxerfrau ,

Danke für den guten Beitrag.. Und ein Wunderhübsches Hotti. sieht meiner ehemaligen RB sehr ähnlich 😍

Kommentar von MissDeathMetal ,

danke für den Stern ;) Hat die auch immer so leidtragend geguckt? Wenn man mein Pferd manchmal so sieht denkt man auch ich sperr die in den Keller... 

Kommentar von Baroque ,

Scheuern wäre nicht meine Sorge bei der Konstruktion. Blöder ist, dass viele Pferde aufgrund längerer Inbalancen im Huf Verknöcherungen aufweisen, auf die die Riemen drücken. Das führt langfristig in aller Regel zu Entzündungen, die die Verknöcherungen verschlimmern.

Deshalb lieber richtige Gloves oder ein anderes Modell - je nach Passform - wählen.

Entsprechend ist es mir auch ein Rätsel, warum von vielen Hufschuhexperten, die ja hoffentlich von der Hufphysiologie auch was verstehen, diese Floating Boots so sehr empfohlen werden - wegen der hohen Gewinnspanne möglicherweise?

Kommentar von MissDeathMetal ,

Also bisher sind in diese Richtung keine Probleme bekannt mit der Konstruktion. die "richtigen" Gloves mit den Originalgaitern werden schneller abgetreten und der Verschluss behindert die Strecksehne, mit den TK Overlays laufen viele Pferde besser. Meine läuft damit super, bisher kann ich keine Veränderung des Gangbildes sehen. Und die Hufschuhspezi hatte bisher nie Probleme mit Pferden, die diese Schuhkombi tragen, sie bearbeitet den Großteil der Pferde auch selbst und würde das sicherlich merken. Und sie macht wirklich sehr gute Arbeit. Die Floating Boots kenne ich bisher nur von Bildern

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 51

Wichtig ist, dass man sich die Hufform genau ansieht und auch mit einbezieht, wie der Huf sich möglicherweise verändern wird. DAS kann nur der eigene kompetente Hufbearbeiter, weshalb ich auf die Empfehlungen von meiner Huforthopädin setze.

Steile Hufe, flache Hufe, viel Trachten, wenig Trachten, runde Hufe, ovale Hufe, Fehler in der Regelmäßigkeit, z.B. durch Fehlbelastung durch das Pferd, ... da spielt sehr vieles mit hinein. Es gibt Schuhe, die müssen sitzen, sind dann aber absolut top, es gibt aber auch welche, die Toleranz haben für nicht ganz so ideale Hufe oder welche, die sich noch verändern werden.

So top wie der Barhuf an sich haftet kein Schuh auf den diversen Untergründen, aber immer noch besser als jeglicher Beschlag. Der Barhuf hält natürlich auch nur so top, wenn er wirklich gut bearbeitet ist. Es gibt durchaus Pferde, die barhuf auch ihre Haftungsprobleme haben. Auch bei den Schuhen gibt es solche und solche. Hier überzeugen mich seit Jahren die Easybootmodelle, deren Sohlenmaterial weder zu weich noch zu hart ist.

Alternative ist natürlich auch, die Untergründe so ausführlich zu trainieren, dass man die Pferde barhuf drauf reiten kann - ein Aspekt, den viele Paddock Trails berücksichtigen: sollen die Pferde Hufe für Schotter ausbilden, weil man viel Schotter reiten will, so hilft es, wenn sie in ihrem Stallalltag auch Schotter haben.

Kommentar von Boxerfrau ,

Wir haben einen Offenstall in dem die Pferde im Winter verschiedene Untergründe haben. Im Sommer stehen sie allerdings 24 Stunden auf der Koppel. Im Winter ist das mit den Schotterwegen auch weniger das Problem, auch jetzt wo es viel geregnet hat. Aber jetzt wo die Wege trocken und Fest werden, autscht er. Er war noch nie Beschlagen. Er wird ich auch erst seit diesem Jahr regelmäßig geritten. Dennoch hat er die selben Probleme im letzten Jahr auch gehabt. Wenn ich mit ihm Spazieren war. Aber unter dem Reitergewicht merkt man es schon deutlicher. Ich möchte eben ungerne Eisen. Er hat auch sehr gute Hufe. Es bricht nie was aus. Das Problem ist aber auch das wir sehr viele Grobe Schotterwege haben..

Kommentar von Baroque ,

Ja, das kenn ich.

Wir haben im Aktivstall keine Schotterflächen und unsere Pferde sind einfach nicht dran gewöhnt. Das Winterhalbjahr von etwa Anfang Oktober bis Mai / Juni gehe ich selbstverständlich ohne Schuhe. Aber bei meinem Wallach merke ich, dass ihm schief auftreten, wenn sich die Steine nicht weg drücken lassen, im Fesselgelenk Schwierigkeiten macht. Nur mit Reitergewicht. Aber da er in Easyboot Glove passt, weil er im Rahmen der huforthopädischen Bearbeitung sehr regelmäßige Vorderhufe entwickelt hat, ist das auch überhaupt kein Thema. Gloves drauf stecken ist ein Handgriff für drauf stecken, einer für Gaiter schließen und schon hat er eine Sohle, die zum Hufmechanismus noch zusätzlich was beisteuert. Und das Pferd läuft mit den Gloves exakt so wie ohne alles.

Beschlagen werde ich in meinem Leben kein Pferd mehr. Ich habe schon alleine die Lust verloren, jemals wieder ein beschlagenes Pferd zu reiten, weil sich die einfach härter anfühlen und ich nicht zum Gesundheitsnachteil beitragen möchte.

Antwort
von Unwissend123321, 68

Diverse an verschiedenen Pferden getesten, ausprobiert usw...aber ehrlich gesagt, die, die nicht sofort abfielen, machten auf Dauer Scheuerstellen, wo der Sand zwischenkam, gingen kaputt usw...da würde ich eher zu "Klebeisen" aus Silikon tendieren...ist zwar dann nicht mehr direkt barhuf, aber Hufschuhen konnte ich nix abgewinnen.

Antwort
von HihihiMeee, 64

Frag da lieber nicht hier da niemand weis wie genau der Huf deines Pferdes ist. Ich wprde mich an deiner Stelle gaaanz genau beraten lassen und die 3 die dir am besten gefalleb haben genauer recherchieren ubd dich dann entscheiden. Wobei hier für mich an deiner Stelle zählen würde, dass wir als Reiter unsere Pferde am Besten kennen und von daher da auch drauf achten sollen wie sich das Pferd damit verhält.

Kommentar von Boxerfrau ,

Hallo, ja hab ja geschrieben das ich mir jemanden kommen lass. mir ging es jetzt ehr um Erfahrung. Da man die Schuhe ja nicht ewig testen kann und auch nicht in allen Situationen. Zudem ist es bei manchen Modellen ja so eine Sache mit dem an und ausziehen.

Kommentar von Baroque ,

Eigentlich sollte man sie in den wichtigsten Situationen testen: Ich bin mit einem Tester starke Steigungen und Gefälle sowie alle Gangarten auf verschiedensten Untergründen vom Plombenzieher-Matsch bis hin zum Schotterweg geritten.

Kommentar von Boxerfrau ,

hab ja auch schon einiges an Erfahrung.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community