Gute Größe für Buchdruck?

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4 Antworten

Buchherstellung in mehreren Schritten:

Der Satz:

Courier ist für den Buchdruck eine gängige Schriftart, was mit der einheitlichen Laufweite für alle Buchstaben zu tun hat. Es kommt beim Blocksatz zu keinen unschönen Dehnungen wie  e t w a  b e i   A r i a l.

Schriftgröße 11 pt. mit einem Durchschusss von 3 pt. ist durchaus groß genug im Buch. Größere Schrift wäre für Kinderbücher oder wo Senioren die Zielgrppe sind.

    Früher hat man oft die ersten Zeilen der Absätze mit Geviert eingerückt, davon geht man heut immer mehr weg. Wenn es nicht gerade ein Roman mit Ritterromantik oder Sword and Sorcery ist, dann sind schnörkelige Initiale am Kapitelanfang auch überflüssiger Schnickschack. 

Auf jeder Seite steht immer die gleiche Anzahl von Zeilen innerhalb eines "Satzspiegels". Leerzeilen sollten daher immer die Pointzahl von Schriftgröße plus Durchschuss haben (11+3=14). So kann es nicht pasdieren, dass die Zeilen der Rückseite beim Lesen durchscheinen.

Es ist auch wichtig, das auf vorherigen/folgenden Seiten keine
"Schusterjungen" oder "Hurenkinder" stehen. Die nennt man auch "Witwen"
und "Waisen". Das wirkt unprofessionell.

Die Formate von Büchern sind sehr variabel. Es haben sich aber ein Anzahl von Standardmaßen herausgebildet. Books on Demand in Norderstedt hat dazu eine sehr übersichtliche Liste auf seiner Site

Um aus Text ein Buch zu machen, gibt es nun eine ganze Reihe von Dingen im Vorwerge zu bedenken, weil sie alle voneinander abhängig sind.

Von der Seitenzahl des Buches, der Dicke der einzelnen Druckbögen und
der Art der Bindung (Fadenheftung, Klebebindung, Spiralbindung...) hängt
ab, wie breit der "Bundsteg" (Rand auf der Bundseite der Seiten) sein
muss. Bei einem 500 Seiten Wälzer können das schon mal 3,5 Zentimeter
sein und bei hundert reicht gewöhnlich Außenrand + 8 mm. Profis haben
dafür sogar Formeln und Tabgellen. Auch die Breite des Buchrückens
berechnet man so.

Druck:

Wahl der Papierart: Hier kommt es nicht nur darauf an, was es kostet, sondern wie die Optik und Haptik des Buches sein soll. Ein Sachbuch mag auf strahlend weißem Papier gut ausssehen, weil so evtuelle Abbildungen, Zeichnungen etc. auch schön kontrastreich sind. Einen Roman liest man angenehmer von "lichtgrauem" Papier das so ein bisschen rohweiß ist.

Ein Buch mit 100 Seiten auf Bibeldruckpapier (Superhauchdünn dennoch extrem reißfest) würde mickerig wirken. Hier würde man auf Taschenbuch-Papier zugreifen, von dem es verschiedene Arten gibt. Es ist mit 60g/m" leichter als Schreibmaschinenpapier, damit man ein Taschenbuch nicht mit einem Ziegelstein verwechselt. Es gibt darunter extra dickeres Papiersorten, die dennoch leicht sind, weil sie so zu sagen flockig ist. So machen 2oo Seiten noch was her, sind aber nicht schwer.

Um einen gedruckten Text zu einem Buch binden zu können, müssen die Seiten in einer bestimmten Anordnung auf den Bogen gedruckt werden. Es muss ja die Seite 2 auf der Rückseite der Seite 1 landen usf. Die Anordnung ist jeweils unterschiedlich bei Faden- und Klammerheftung, bzw. Klebe- und Spralbindung etc.

Die Bindung:

Für die gute alte Fadenbindung entsteht aus den beidseitig bedruckten Bögen dann je ein so genanntes "Heft" mit 32 bedruckten Seiten (1-32, 33-64...) Jeder Bogen wird dazu vier mal jeweils in der Mitte gefaltet, und alles mit Faden im zuletzt gemachten Falz zum auch so genannten "Heft" vernäht. Die beiden Fadenenden stehen nach hinten aus dem Heft heraus.

Früher haben reisende Händler solche einzelnen Hefte aus Romanen für kleines Geld an die Landbevölkerung verkauft. Wer wollte konnte seine komplette Serie dann von einem Buchbinder nachträglich binden lassen. Traditionell und natürlich auch aus rationellen Gründen, haben daher die so genannten Groschenromane auch heute noch eine exakte Seitenzahl von 64. Es sind eigentlich zwei ineinander gelegte Hefte, heutzutage meist mit Klammerheftung.

Danach werden die einzelnen 32-Seiten-Hefte in ihrer richtigen Reihenfolge zwischen Blöcke geklemmt, ihre Rücken und Heftfäden gründlich mit Lumbekleim versehen (eventuell noch Lesezeichenbänder befestigt) und dann alles mit einem Streifen aus Gase zum "Buchblock" verklebt. Zuletzt werden erst an der Vorderkante, dann oben, unten  die zum Teil geschlossenen Falze abgeschnitten.

Die entstehenden Kanten nennen sich daher "Schnitt". Früher hat man diesen häufig passend zur Farbe des Buchdeckels auch eingefärbt und bei kostbaren Büchern sogar vergoldet, also einen "Goldschnitt" hergestellt.

Die ersten 6 Seiten des Buchblocks bilden die so genannte Titelatur: 1 leeres Schmutzblatt, 2 Impressum, 3 Widmung, 4 Leerseite, 5 Titelsseite, 6 Leerseite und erst auf Seite 7 beginnt das este Kapittel etc.

Dann wird ein spezielles, stabiles Papier als Mantelbogen auf dem Buchblock aufgebracht, mit dem der Block dann im Cover aus Leinen, Pappe etc. fest verbunden wird. So enteht zwischen dem Mantelbogen am Rücken des Buchblocks und dem Rücken des Buchdeckels der bekannte Hohlraum, der das umblättern der Seiten erst möglich macht.

Bindefäden und Gaze sind vom Mantelbogen verdeckt, können sich bei sachgemäßem Gebrauch also nicht lösen. Manche Mantelbögen haben speziell im Rückenteil oben und oben eine Textilkante, die ein Buch edler wirken lassen.

Für Klebe- und Spiralbindung wird der bedruckte Bogenstapel für ein Buch in Seiten geschnitten und die Häufchen in bestimmter Weise zum Buchblock gestapelt. So kommen immer die korrekten Päckchen als fortlaufende Buchseiten aufeinander. Den Vorgang nennt man auch "Zusammentragen".

Auf einer Rüttelbank werden die Seiten der Buchblöcke dann so ausgerichtet, dass sie exakt aufeinander liegen, ein einheitlich glatter Rücken entstehen kann. Auch diese Blöcke werden eingespannt und der Rücken erst zur einen Seite geboten um den Rücken "aufzufächern". Der dabei aufgetragene Lumbekleim wird also nicht nur auf die Außenkanten der Seiten aufgetragen, sondern es gelangt auch ein wenig zwischen den Seiten in den Bundsteg hinein. Wie es weiter geht richtet sich danach, ob es ein Paperback oder Hardcover-Buch werden soll.

Für ein Paperback wird einfach der vorgefalzte Bucheinband entsprechend auf den Buchblock gelegt und angepresst. Bei einem Hardcover wird ein spezielles, stabiles Papier als Mantelbogen auf dem Buchblock aufgebracht, mit dem der Block dann im Cover aus Leinen, Pappe etc. fest verbunden wird. So enteht zwischen  dem Mantelbogen am Rücken des Buchblocks und dem Rücken des Hardcovers der von der Fadenbindung bekannte Hohlraum.

Willst du den Aufwand für ein einziges Buch wirklich leisten? Erkundige dich mal bei Druckerein und Bindereien, was da für Kosten entstehen. Die schmeißen für ein einzelnes Buch keine Maschine an.

Genial wäre natürlich, wenn du deinen Buchinhalt perfekt fertig und als Datei auf einem Datenträger hast, und dann eine Druckerei, am besten einen Familienbetrieb findest, der auch Buchdruck im Angebot hat. Da bewirbst du dich um ein Praktikum und fragst mal nach, ob du dein Werk da im Zuge deines Praktikums komplett herstellen darfst. Eventuell ist jemand von deiner Idee so begeistert, dass du gegen Zahlung der Materialkosten ans Werk gehen darfst.

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Sorry, wenn ich das so sage, aber wenn du nicht einen guten Buchbinder oder einen guten Grafiker zur Hand hast, dann überlege dir einen Service wie Amazon's Book on Demand CreateSpace.

Zum Buchdruck gehört mehr, als nur eine Schriftart und eine Schriftgröße (bei Garamond wird üblicherweise zu 10 pt oder 11 pt gegriffen und einem Durchschuss von 2-3 pt gegriffen) auszuwählen.

Bücher setzen ist nicht etwas, das man einfach so machen sollte – schließlich will man ja auch, dass im Endergebniss alles leserlich ist und man nicht ständig mit dem Daumen die Schrift verdeckt oder das Buch aufgerben muss, um etwas nahe der Mitte lesen zu können.

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Kommentar von Lavalampe2016
13.06.2016, 20:13

Ich weiß, dass Buchsetzen sehr kompliziert ist. Aber es muss nicht besonders professionell sein, weil es nur eine einzige Bindung für mich wird.
Ich werde es mal mit mit deinen Tipps probieren. Dankeschön.

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Bei Garamond ist 12pt eine schön lesbare Größe.


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Kommentar von lillian92
13.06.2016, 19:28

12 pt ist gedruckt viel zu massiv…

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Garamond ist in 11 Punkt sehr gut lesbar.

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