Frage von ixnxa, 42

Gutartiges Tumor knorpelgewebe?

Ich war beim Arzt weil ich wieder an meinen ellenbogen schmerzen verspürt habe. Nach drei jahren wurde dann endlich mal ein Ansatz gefunden. Bei den Ärzten gelte ich schon immer als kleines wunder weil ich meine arme nicht durch strecken kann (beide arme) jetzt wurde dann der verdacht auch chondromatose. Kann mir jemand dazu was erzählen das wäre mir sehr wichtig weil schon wenn ich nur tumor höre in mir schon alles eskaliert und wie kann es denn an beiden seiten sein. Ich wäre froh wenn mich jemand etwas über chondromatose aufklären kann. Danke im voraus😊

Antwort
von gschyd, 13

Viel wichtiger als das Wort "Tumor" ist das Wort "gutartig"  - und ein Chondrom ist ein gutartiger, knorpelbildender Tumor.

Ein gutartiger Tumor ist schlicht eine Wucherung, also eine Anhäufung von Zellen (an einem Ort wo diese Zellen nicht sein sollten :)

Ein gutartiger Tumor hat nichts mit Krebs zu tun (das sind immer bösartige Tumore!)

Es ist eine seltene Krankheit und ganz, ganz selten kommen bösartige Entartungen (Tumore) im Alter (50+) vor - Du brauchst Dir diesbezüglich also wirklich keine Sorgen zu machen :)

Kommentar von ixnxa ,

Das erleichtert mich wirklich sehr!😊 bei dem wort tumor bekomme ich nähmlich ganz schnell angst.

Kommentar von gschyd ,

Ich weiss :) - genauso wie viele Krebs sozusagen als "Todesurteil" erachten, was ebenfalls nicht der Fall ist.

In der Medizin ist heute sehr vieles möglich und besser also zB noch vor 20 Jahren (weniger belastende Vollnarkosen, kleinere Operationsnarben, minimal-invasive Technik) - ganzheitlichere Therapien (Komplementärmedizin) - und laufend neue Erkenntnisse durch die Forschung :)

Es ist sehr gut und wichtig, dass Du Dich umfassend informierst - Du darfst resp. solltest auch den Arzt solange fragen bis Du es verstehst (dieses Recht hast Du) - er hat die Pflicht, es Dir zu erklären :) - denn die Angst ist viel grösser solange es unbekannt resp. nicht verständlich ist.
(Du kannst mich jederzeit auch pers. anschreiben - bin ziemlich gut im verständlich erklären, wenn ich es selbst verstehe)

Dass die seltene Krankheit diagnostiziert spricht m.E. dafür, dass Du bereits in guten Händen bist - es ist wichtig, dass Du dem Arzt, den Ärzten die Dich behandeln vertrauen kannst  - vertrau auf Dein Gefühl und sprich es an, wenn für Dich etwas nicht stimmt.

Antwort
von Anni478, 18

Diese Erkrankung tritt relativ selten auf.

Ich versuche es mal verständlich zu erklären.

Ein Gelenk besteht in der Regel aus zwei Knochenenden, die beide mit Knorpel überzogen sind, der nicht über Schmerzrezeptoren verfügt, also nicht schmerzen kann und als eine Art "Schutzpuffer" fungiert. Um diese Knochenenden spannt sich eine Gelenkkapsel, deren Innenhaut Gelenkflüssigkeit in das Gelenk abgibt, die als "Gelenkschmiere" in ihrer Funktion eine flüssige Beweglichkeit des Gelenks gewährleistet.

Von Chrondromatose spricht man, wenn sich die Zellen dieser Gelenkschleimhaut umbauen in Knorpelzellen und diese in die Gelenkflüssigkeit des Gelenks abgegeben werden. Dort können sie nicht nur für eine Bewegungseinschränkung sondern auch für Schmerzen sorgen. Dadurch, dass sie dort eigentlich nicht hingehören können sie Reibungen am Gelenkknorpel verursachen, die zu einer Arthrose, also einem Gelenkknopelabrieb/-verschleiß führen können.

Wichtig ist also, zu vermeiden, dass es frühzeitig zu vermehrtem Knorpelabrieb kommt, weil damit dem Gelenk die Schutzfunktion genommen wird und bei komplett verschlissenem Knorpel die Indikation für einen Gelenkersatz gegeben ist. Deshalb sollten diese Knorpelknoten aus dem Gelenk entfernt werden.

Ich hoffe, dass dies einigermaßen verständlich ist :)

Kommentar von ixnxa ,

Sehr verständlich im Gegensatz zum Internet aber wie kann das sein das ich es schon seit geburt ab an verkürzte arme hab immer zwischen 10- 20 grad variiert und seit 4 jahren erst die zwischenzeitlichwn Schmerzen auftreten. Und kann man es nur operativ entfernen und wenn ja wäre das zwingend notwendig 😐

Kommentar von Anni478 ,

M.E. ist nach wie vor unbekannt, welche Faktoren zu dieser Erkrankung führen können.  Das tückische daran ist, sie "heilt" von selbst bzw. entscheidet selbst ob die krankhafte Veränderung der Gelenkhaut fortschreitet oder nicht. Sie kann jahrelang untentdeckt und beschwerdefrei ablaufen. In diesem Fall wird normalerweise auch keine OP angestrebt.

Bevor man natürlich darüber nachdenkt, welche Therapie die richtige ist, muss die Diagnose auf jeden Fall durch Röntgen/MRT gesichert sein.

Treten  anhaltende Beschwerden auf, erfolgt die Therapie notwendigerweise operativ (arthroskopisch). Je nach Stadium der Erkrankung kann es nun sein, dass nur die Knopelkörper entfernt werden. Das passiert dann, wenn keine fortschreitende Entartung der Gelenkhaut festzustellen ist, diese also sozusagen inaktiv  ist und keine neuen Knoten in den Gelenkraum "entlässt".

Findet jedoch weiterhin uund fortwährend ein Zellumbau und somit die Neubildung und Abgabe neuer Knorpelkörper statt, muss neben der Entfernung der Knorpelinseln auch eine Abtragung der erkrankten Gelenkhaut erfolgen, um die Bildung neuer Knoten zu verhindern.

Ich kenne leider den Zustand deiner Gelenke nicht, deshalb ist es schwierig, eine Prognose abzugeben. Ich bin kein Freund von OP's aber bei dieser Erkrankung macht nur eine OP wirklich Sinn.

Sprich mal in aller Ruhe mit deinem behandelnden Arzt darüber!

Wenn du weitere Frage hast, kannst du dich gern an mich wenden :)

Kommentar von Anni478 ,

Vorsichtshalber tausche ich das Wort "Entartung" lieber gegen Erkrankung oder Veränderung.

Es gibt Worte, die man gern mit Krebs in Verbindung setzt .....dazu zählen "Entartung" und "Tumor". Beides beschreibt allerdings nur eine Abweichung von der Norm. "Tumor" ist  nur der lateinische Begriff für Schwellung/Wucherung und sagt NICHTS darüber aus, ob ein Gewebe gut- oder bösartig ist, sollte somit auch nicht beunruhigen.

Antwort
von piadina, 18

Es handelt sich bei Deiner Erkrankung um eine gutartige Veränderung im Gelenk. Es bilden sich vermehrt Knorpelknoten, die frei im Gelenk herumwandern und die Gelenkhaut durch scheuern beschädigen.

So etwas sollte schnellstmöglich operiert werden, damit der Gelenkschaden nicht noch schlimmer wird.

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