Frage von tsakalakos23, 54

Gütergemeinschaft und Gütertrennung?

Was ist da genau der Unterschied und haben diese Begriffe etwas mit dem Ehevertrag zu tun? Ist der Güterstand ein Oberbegriff in dieser Sache?

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Antwort
von Grinzz, 23

Hallo!

Im Detail kann ich es dir nicht beantworten, da ich heute Abend noch etwas vor habe :-P
Daher nur ein grober Überblick:

1. Zugewinngemeinschaft (gesetzlicher Regelfall)

Mann und Frau haben bei Beginn der Ehe jeweils ein eigenes Vermögen. Das Vermögen wird durch die Ehe nicht zusammengeworfen, sondern bleibt getrennt.
Bei der Beendigung des Güterstandes wird festgestellt, was Mann und Frau während der Ehezeit hinzugewonnen haben, inwieweit sich das jeweilige (getrennte) Vermögen also vermehrt hat.
Aus diesem möglichen Zugewinn ist dann eine Ausgleichszahlung zu leisten.

2. Gütergemeinschaft

Mann und Frau haben vor der Ehe getrenntes Vermögen. Durch einen Ehevertrag können sie für ihre Ehe die Gütergemeinschaft vereinbaren.
Vieles (nicht alles!) was der Mann kauft, gehört folglich künftig auch zur Hälfte der Frau; umgekehrt ist es genauso.
Zum Ende der Ehe hin, muss sich diese Gemeinschaft dann auseinandersetzen. Die gemeinsame Vermögensmasse wird also wieder aufgeteilt - im Zweifel muss alles liquidiert und die Geldsumme geteilt werden.

3. Gütertrennung

Mann und Frau hatten vor der Ehe, während der Ehe und haben nach der Ehe jeweils getrennte Vermögensmassen.

Weiteres verrät dir das BGB in den Vorschriften 1363 - 1519 ;-)

Antwort
von dandy100, 41

Die Gütergemeinschaft ist der gemeinsame Besitz der Güter, die Gütertrennung eben nicht - wie der Name schon sagt.

Gütertrennung muss man in einem Ehevertrag festlegen, ansonst gilt die von Gesetzgeber vorgeschriebene Zugewinngemeinschaft, d.h. alles, was während der Ehe erwirtschaftet wird, gehört beiden Ehepartnern zu gleichen Teilen

https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCtertrennung

Kommentar von tsakalakos23 ,

Und wenn es zur Scheidung kommt wird dann automatisch die Gütergemeinschaft aufgelöst und dann kommt es darauf an ob es einen Ehevertrag gibt oder nicht?

Kommentar von Anna1230 ,

Es wird aufgelöst ja, aber wie wird entweder im Guten von den Ehepartnern fest gelegt oder wenn sich diese nicht einig werden über einen Anwalt.

Kommentar von dandy100 ,

Ja, natürlich wird die Gütergemeinschaft bei einer Scheidungaufgelöst aufgelöst  - wie sollte man denn sonst getrennt voneinander exisitieren.

Dazu braucht man auch keinen speziellen Ehevertrag - die Ehe selbst ist ein Vertrag, der gesetzliche Bestimmungen enthält, z.B das Aufteilen des Besitzes zu gleichen Teilen.

Nur wenn man das nicht will und Häuser, Grundstücke oder das Geld, das man mit in die Ehe gebracht hat, alleine behalten will, muss man einen privaten Ehevetrag über Gütertrennung machen, sonst wird alles zu gleichen Teilen geteilt.

Was dem einen gehört, gehört in einer Ehe auch automatisch dem anderen - so ist es vom Gesetzgeber her, ausser man macht einen Ehevertrag.

Kommentar von Grinzz ,

(...) die Ehe selbst ist ein Vertrag, der gesetzliche Bestimmungen enthält, z.B das Aufteilen des Besitzes zu gleichen Teilen.

Ähm... Die Ehe allein begründet aber noch keine Gütergemeinschaft. Die Ehe allein begründet einen Güterstand.

Wenn man sich nicht anderweitig für einen Güterstand einigt, dann gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft (vgl. § 1363 BGB).

Durch einen Ehevertrag, der vor einem Notar abzuschließen ist (siehe §§ 1408, 1410 BGB), können sie den Güterstand ändern. Als Alternativen stehen die Gütertrennung und die Gütergemeinschaft (siehe §§ 1414, 1415 ff. BGB) zur Verfügung.

Was dem einen gehört, gehört in einer Ehe auch automatisch dem anderen - so ist es vom Gesetzgeber her, ausser man macht einen Ehevertrag.

Genau das ist in einer Ehe ohne Ehevertrag eben nicht so ;-) Du sprichst von der Gütergemeinschaft, der gesetzliche Regelfall ist jedoch die Zugewinngemeinschaft.

Kommentar von dandy100 ,

Stimmt  -  in der Zugewinngemeinschaft bleibt das Vermögen beider Partner getrennt, bei einer Scheidung wird nur der während der Ehe erwirtschaftete Zugewinn geteilt -  was im Endeffekt aber natürlich auch bedeutet, dass man durch die Wertsteigerung einen erheblichen Anteil am Vermögen des anderen hat, vor dem nur die komplette Gütertrennung schützt

Dennoch war meine Antwort nicht korrekt, da habe ich mich doch glatt vertan....sorry

Kommentar von Grinzz ,

Dennoch war meine Antwort nicht korrekt, da habe ich mich doch glatt vertan....sorry

Es erfordert große Stärke zuzugeben, dass man einen Fehler gemacht hat. Und große Stärke trifft man im anonymen Internet nicht sehr oft an.

Daumen hoch!

Antwort
von Anna1230, 29

Gütertrennung wird vereinbart damit der Besitz der während einer Ehe angeschafft wird getrennt bleibt. Ohne Gütertrennung muss im Falle einer Scheidung alles aufgeteilt werden, das wäre dann eine Gütergemeinschaft bzw. Zugewinngemeinschaft. In dem Falle würde zum Beispiel bei Schulden die während der Ehe gemacht werden auch dies geteilt und wenn ein Ehepartner nicht zahlen kann, bleibt alles an dem anderen hängen. Und alles was an Möbeln, Grundbesitz usw. angeschafft wurde muss ebenfalls geteilt werden.

Kommentar von Grinzz ,

Ohne Gütertrennung muss im Falle einer Scheidung alles aufgeteilt werden, das wäre dann eine Gütergemeinschaft bzw. Zugewinngemeinschaft.

Die Rechtsfolgen einer Zugewinngemeinschaft unterscheiden sich aber von denen einer Gütergemeinschaft. Es ist ein bisschen was anderes als ein "alles aufteilen" - und ein bisschen komplizierter ist das auch ;-)

Kommentar von Anna1230 ,

Das ist mir schon klar, hatte ich bei meiner Scheidung auch. Nur wollte ich nun keinen Roman schreiben sondern nur mal die grundsätzlichen Unterschiede anführen

Antwort
von dielauraweber, 6

gütergemeinschaft ist alles was ab ehe erwirtschaftet wurde an guthaben und schulden.

gütertrennung, es gehört jedem seines und nichts ist gemeinsam.

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