Frage von jason808, 25

Günstige Kamera für gezielte Nahaufnahmen, welche Features werden benötigt?

Suche eine Kamera (<130€) mit der man sehr nahe Aufnahmen und Details an z.b Stahlteilen hin bekommt.

Was muss eine Kamera dafür können oder nicht damit man nahe ran kann ohne unscharf zu werden?

Danke!!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Skinman, 9

Wenn deine Stahlteile nicht kleiner als etwa eine Cent-Münze sind, kommst du mit so einer super billigen Digi rein von der Optik gut hin, weil du aufgrund der kleinen Sensoren keine extrem großen Abbildungsmaßstäbe benötigst.

Eine kurze Nahgrenze allein reicht nicht, kann sogar schädlich sein. Es
fotografiert sich meist einfacher mit etwas Abstand, dann hat man auch
weniger Gefummel mit der Beleuchtung.

Probleme werden sich vielmehr in anderen Bereichen ergeben, allen voran die Fokussierbarkeit. Digiknipsen haben keine echten manuellen Fokus, so mit Ring am Objektiv. Das kann im Makrobereich große Probleme bereiten.

Viele Digis fahren im Makro- oder Supermakro-Modus
fest auf eine ganz bestimmte Brennweite ("Zoomstellung"), wo der Abbildungsmaßstab maximal wird. Man stellt die Schärfe dann allein durch Variieren des Abstands zum Motiv ein. Das ist eine gute Möglichkeit, das Problem mit der Fokussierung zu umgehen, ganz besonders in Verbindung mit einem Stativ und Makroschlitten, und so was gibt es heute ja auch schon unter 20 Euro (http://geizhals.de/fotomate-lp-01-makro-einstellschlitten-a1451962.html?hloc=at&...) wenngleich ich nicht beurteilen kann, wie viel der taugt.

Und es kann allerdings dann natürlich sein, dass sich ein anderes Problem einstellt, nämlich dass man nicht alles "drauf" kriegt.

Dummerweise kann man auf den Abbildungsmaßstab weder auf Geizhals.de noch beim dpreview.com Camera Feature Search filtern. Außerdem ist er bei Digitalkameras auch etwas problematisch, weil dort viele verschiedene Sensorgrößen im Gebrauch sind.

Ich kann daher nur dazu raten, sich etwas ins Thema einzulesen und im Übrigen ein Qualitätsprodukt eines bekannten Markenherstellers zu wählen, wo man die Anleitung mit allen relevanten technischen Daten vorher runterladen kann. Canon, Nikon, Ricoh/Pentax, Fujifilm, Olympus, Panasonic, Sony. Zur Not noch Samsung und Casio.

Ein Klappdisplay kann den Bedienkomfort deutlich steigern, und im Schnitt bringen größere Sensoren mit geringerer Pixeldichte eine höhere Bildqualität. Ebenso ein kleinerer Zoombereich beim Objektiv.

Weiterhin bedenke, dass noch weitere Anschaffungen das Leben wesentlich vereinfachen werden. Man wird mindestens eine oder mehrere Lichtquellen brauchen, wenn man das mehr als nur gelegentlich machen will. Und seien es ein paar billige LED-Leuchten auf Schwanenhälsen vom Ikea. Dazu ist es natürlich vorteilhaft, wenn man den Neutralabgleich m,öglichst individuell einstellen kann.

Und natürlich ein Stativ. Je besser der Kopf, desto einfacher das Leben. Der Idealfall wäre ein Getriebeneiger mit zusätzlichem Getriebe-Kreuzschlitten, und das kostet allein bereits so grob das Dreifache deines ganzen Kamera-Budgets. Billige Köpfe kann man nicht mal arretieren, ohne dass sich der Bildausschnitt ändert, und das macht einen bei engen Makros natürlich wahnsinnig.

Hier ein ganz ordentlicher Grundlagen-Artikel:

http://www.pc-magazin.de/ratgeber/optische-gesetze-nahaufnahmen-372112.html

Auch gibt es da diesen online-Rechner:

http://www.vision-doctor.de/optik-berechnungen/abbildungsmassstab.html

Etwas runterscrollen zu "Berechnung des Abbildungsmaßstabs mit Hilfe von Brennweite und Objektgröße".

Du musst nur darauf achten, die tatsächliche Brennweite des Objektivs einzugeben. Bei Digitalkameras ist es vielfach üblich, die Brennweiten-Angaben auf das alte Kleinbildformat umzurechnen, damit die User sich darunter den entsprechenden Bildwinkel vorstellen können, aber solche Angaben sind hier nutzlos. 

Antwort
von Achwasweissich, 12

Die Kamera braucht eine Makrofunktion oder sogar ein Super Makro.

Bei meiner Kamera geht Makro z.B. von etwa 50-10 cm Abstand und mit Super Makro geht es bis rund 1cm ohne unscharf zu werden. Das ist dann allerdings extrem schwer freihändig, ein Stativ oder eine feste Unterlage helfen wirklich.

Alternativ bleibst du etwas weiter weg (normales makro) und machst große Bilder mit einer feinen Auflösung, die kannst du dann noch sehr weit zoomen bevor es pixelig wird.

Antwort
von Teddy42, 16

Sie sollte eine gute Makro Funktion haben --- am besten im Laden testen

Kommentar von Brandenburg ,

Grundsätzlich alles richtig! Nachfolgende Zusatzinfos seien mir erlaubt - hoffentlich ohne belehrend zu wirken. 

- die Kamera sollte den Objektivwechsel erlauben, also keine fest verbauten Objektive. 

- das Objektiv mit Makrofunktion selbst sollte 1:1 abbilden können. Je näher die sog. Nahgrenze ist desto besser. Hier die techn. Daten des jeweiligen Objektives genau durchlesen. 

- Möglichst Objektive mit Festbrennweiten und keine Zoomobjektive nehmen. Festbrennweiten haben fast immer bessere Bildqualität. 

- Je höher die Objektiv-Lichtempfindlichkeit desto besser. Gute Lichtempfindlichkeitswerte wären z.B. 2:0 oder geringer. 

- Auch sog. Balgengeräte in Betracht ziehen. Diese bieten je nach Qualität beeindruckende Nahaufnahmen. 

Leider ein Pferdefuß zum Abschluß: 

GUTE Makroobjektive mit GUTEN Lichtwerten haben leider ihren Preis: Dieser kann ohne weiteres 400Euro oder noch mehr betragen. Kurz gesagt rangieren gute Objektive fast immer in der Preisstufe S...wie Sau-Teuer! 

Kommentar von Skinman ,

Falsch. Man kann für 130 Euro keine akzeptable Systemkamera mit Makro-Objektiv bekommen, aber sehr problemlos eine Digi, mit der man sogar wesentlich höhere Abbildungsmaßstäbe in guter Qualität erreicht.

Kommentar von Brandenburg ,

 ..problemlos eine Dig mit höheren Abbildungsmasstäben...

Das Ganze aber NUR wie bereits DEUTLICH erwähnt mit Makroobjektiven bzw. Balgengeräten. Diese laufen i.d.R. als extra zu kaufendes Zubehör. 

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