Frage von DerBauBaer, 54

Grundstück heute kaufen - in 5 Jahren erst bauen?

Hallo,

ich möchte in ca. 4-5 Jahren ein Haus bauen und spare derzeit darauf hin. Nun schaue ich immer mal nebenbei nach Grundstücken im näheren Umkreis und bin heute auf eines gestoßen mit ca. 800qm für 70.000€ (Zwangsversteigerung), was echt günstig ist, da umliegende Grundstücke in der Nähe ansonsten schon über 150.000€ angeboten werden und gerade mal halb so groß sind. Die Lage ist eigentlich super, sehr gute Verkehrsanbindung, ruhige Lage, keine Mülldeponie oder sowas in der Nähe.

Der "Haken" an der Sache ist, dass sich auf dem Grundstück bereits ein Haus befindet (BJ 1970, ca. 120qm, 1 Etage, unterkellert, wahrscheinlich stark renovierungsbedürftig). Ohne das Haus gesehen zu haben tendiere ich dazu, es abzureißen und neu zu bauen. Ich habe mal etwas nachgefortscht: das Abreißen eines Hauses in dieser Größenordnung würde so um die 10.000-15.000€ betragen. Liegt man damit richtig? Welche Kostenfallen könnten hier noch liegen? Asbest?

Die eigentliche Frage ist aber: ich möchte ja erst in ca. 5 Jahren anfangen mit dem Hausbau, da ich derzeit noch nicht finanziell so weit bin. Es würde ggf. schon für das Grundstück reichen (mit kleinem Kredit).

Ist das wirklich ein Schnäppchen oder könnte hier eine Kostenfalle auf mich lauern? Worauf müsste ich ggf. besonders achten, bei so einem niedrigem Preis? Ist das empfehlenswert, schon so früh (5 Jahre vor dem Bau) ein Grundstück zu kaufen?

Wir wissen auf jeden Fall, dass wir in dieser Umgebung wohnen bleiben möchten. Selbst, wenn wir dann doch kein Haus bauen, würde das Grundstück doch nicht an Wert verlieren sondern ggf. noch dazugewinnen, oder nicht? In meiner Umgebung haben sich die Grundstückspreise in den letzten 4 Jahren immerhin fast verdoppelt.

Ich wäre euch für einen Rat oder ein paar Tips sehr dankbar :) VG

Antwort
von Hugito, 26

Der Wert eines Baugrundstückes ist vor allem von der Lage abhängig. Man kann das ungefähr mit dem Bodenrichtwert ausrechnen (Baubehörde weiß den). Bei einer ZVG gibt es auch ein Gutachten, in dem der steht.

Aber Achtung, wenn das alte Haus wertmäßig hoch angesetzt wurde. Denn beim Abriss ist dieser Wert weg. Das verteuert den Preis für den Boden.

Abrisskosten: Die hängen stark davon ab, ob man den Abriss und die Trennung und Entsorgung des Materials selber machen kann. Wenn man eine Firma beauftragt, reichen bei einem Haus mit 120 m2, unterkellert, die angedachten 15.000 Euro nicht aus. Das kann auch locker 25.000 Euro kosten. Bei einem 70er Jahre Haus ist Asbest vielleicht im Dach oder der Wandverkleidung zu erwarten, aber das sieht man ja von außen.

Wenn das das richtige Grundstück ist, dann macht es auf jeden Fall Sinn, es ggf. auch früher zu kaufen. Der Markt in Deutschland sieht derzeit eher so aus , dass die Grundstückspreise weiter steigen.  

Bei einer Zwangsversteigerung sollte man sich vorher eine klare Grenze setzten, bis zu der man bietet. Sonst bereut man später, zu viel gezahlt zu haben. Im Moment sind die ZVG- Termine ziemlich voll. Viele wollen dort erwerben. Also bitte damit rechnen, dass sich andere weit hochsteigern.

Aber ansonsten. Warum nicht erwerben?

Ich wünsche viel Glück.

Antwort
von janfred1401, 21

Der Betrag von 70000€ ist nicht der VK Preis sondern das Mindestgebot. Er wird also noch um einiges höher sein bis zum Zuschlag.

Wenn du erst in 4-5 Jahren bauen möchtest, könntest du das Haus in der Zwischenzeit vermieten. Z.B. an Asylanten. Dafür solltest du aber vorher mit der zuständigen Gemeinde klären, ob sie eine Unterbringung von Asylanten in diesem Gebäude zustimmen würden.

Der von dir genannte Betrag für einen Abriss scheint mir eher recht niedrig zu sein,selbst wenn du den Keller stehen lassen würdest.

Kommentar von lesterb42 ,

Falsch. Die 70.000 € sind der gerichtlich festgestellte Verkehrswert. Mit dem "Mindestgebot" hat das unmittelbar nichts zu tun.

Antwort
von dietar, 20

Grundstücke sind kein Industrieprodukt, das man vermehren kann. Wenn man dir nicht das Fell über die Ohren zieht, kann man mit einer Wertsteigerung rechnen. Insbesonders bei der irrsinnigen Politik der EZB.
Das ist, wie ich es aus deiner Schilderung entnehme, die beste Anlage, die du zur Zeit machen kannst. Wenn du nach 5 Jahren nicht bauen willst, verkaufst du die Immobilie.

Antwort
von oppenriederhaus, 20

Die Falle wäre bereits, dass es nicht bei dem Kaufpreis 70.000€  bleibt. Bei einer Zwangsversteigerung können die Preise auch ganz schön hochgehen.

Ob die Grundstückspreise so bleiben oder steigen, kann man nicht vorhersagen - zumal Du nicht schreibst, in welcher Gegend sich das Haus befindet.

Ein Haus von 1970 muss nicht zwingend komplett saniert werden.

Übergangsweise vermieten wäre eine Möglichkeit - falls Du den Zuschlag erhältst.

Zu den Abrisspreisen kann ich nichts sagen - da wie gesagt, ich nicht wissen kann, wo sich das ganze befindet

Antwort
von lesterb42, 16

Schadstoffbelastete Bauteile können bei der Entsorgung teuer werden. Was sagt das Verkehrswertgutachten des Amtsgerichts?

Kommentar von janfred1401 ,

Wenn das Amtsgericht den Preis auf 70000€ angesetzt hat und es der erste Versteigerungstermin ist, kann man davon ausgehen, daß der gerichtlich festelegte Wert 100000€ beträgt. Es ist in ganz Deutschland üblich, dass Zwangsverteigerungen mit 70% des amtl. festgelegten Verkehrswertes angesetzt werden(beim 1. Termin).

Sollte es sich schon um einen 2.Termin handeln, dann könnte der amtlich festestellte Verkehrswert auch 140000€ sein.

Kommentar von lesterb42 ,

Netter Versuch. Leider Falsch. Bitte einmal §§ 74 a und 85 a ZVG lesen, verstehen und danach deinen Beitrag überprüfen.

Antwort
von pharao1961, 15

10-15.000 reichen nie im Leben für den Abriss.

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