Frage von lindgren, 97

Grundsicherung für eine 80-jährige Witwe, worauf muss ich achten?

Hallo an euch alle! Mein Schwiegervater ist vor 4 Wochen plötzlich verstorben und nun machen wir uns alle Gedanken, wie es mit der Schwiegermutter weitergehen soll. Sie erhält jetzt nur noch für diesen Monat und dem nächsten Monat die volle Rente, ab dann die Witwenrente. 60 % sind es. Das wären für meine Schwiegermutter knapp 730 Euro im Monat. Davon gehen 350 Euro Miete ab und die Nebenkosten.

Sie wird Grundsicherung beantragen müssen. Aber wie ist es mit der Wohnung? Die Wohnung ist ziemlich groß über 2 Etagen. Sprich, es sind fast 100 m2. Zu groß für eine alte Dame.

Muss sie dann umziehen? Wie läuft es denn ab? Wir wägen noch ab, ob nicht Wohngeld besser ist oder aber dass sie eben zu ihrem Sohn ziehen soll? Danke sehr für jeden Rat.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, 47

Bekommt sie selber denn keine Rente gezahlt ?

Wie hoch liegt die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) insgesamt ?

100 qm für eine Person ist sicher nicht mehr angemessen,im Endeffekt würde es dann ggf.auf die komplette KDU - ankommen,also was an Warmmiete gezahlt werden muss und wenn diese in der Angemessenheit liegen würde,dann gibt es auch keine Probleme.

Außerdem könnte sie bei unangemessener KDU - einen Teil der Wohnung vermieten,was aber ältere Menschen nicht so gerne haben.

Bei 730 € Rente wird sie sicher etwas bekommen,vorrangig würde hier das Wohngeld sein,wenn sie mit ihrer Rente + Wohngeld dann ihren Bedarf nach dem SGB - Xll - ( Sozialamt ) decken könnte.

Der liegt dann derzeit bei min. 404 € Regelsatz + die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),dass ergibt dann ihren Bedarf und für das Wohngeld bräuchte sie min. 80 % davon.

Es gibt im Internet kostenlose Rechner für das Wohngeld,da könntest du mal nachsehen und den evtl.Anspruch berechnen lassen.

Wenn ich mal von 404 € Regelsatz und 500 € KDU - ausgehe,dann sollte der Bedarf bei min. 904 € liegen und min. 80 % ergeben dann hochgerechnet 730 €,es könnte dann mit Wohngeld schon eng werden.

Zumal dann auch eine Nachzahlung aus einer Jahresendabrechnung die den KDU - zugeordnet werden kann,aus eigenen Mitteln gezahlt werden müsste.

Bei der Grundsicherung würde diese auf formlosen Antrag mit Kopie der Abrechnung übernommen,auch müsste sie keine Gebühren für den Beitragsservice zahlen,da würde sie eine Befreiung bekommen.

Sollte die KDU - unangemessen sein,dann muss das Sozialamt die tatsächlichen Kosten in der Regel für min.weitere 6 Monate übernehmen,sie würde dann ggf.eine schriftliche Aufforderung zur Kostensenkung bekommen.

Im schlimmsten Fall müsste sie dann nach dieser Übergangszeit die Differenz von angemessenen zu unangemessenen KDU - selber zuzahlen,ausziehen müsste sie nicht.

Aber bei der Grundsicherung darf sie nur ein Vermögen von 2600 € haben,alles was darüber liegt und verwertet werden kann,müsste für den Grundbedarf verwendet werden.

Beim Wohngeld darf der Antragsteller 60 000 € besitzen,sollte sie also mehr als 2600 € haben,dann könnte evtl. doch Wohngeld bezogen werden,wenn sie ihren restlichen Lebensunterhalt aus dem Vermögen bestreiten kann,sollte das Einkommen nicht ausreichen um das Mindesteinkommen zu erreichen.

Aber mal von dem ganzen abgesehen,würde es nicht besser sein wenn sie dann doch zum Sohn ziehen würde,denn mit 80 Jahren eine so große Wohnung in Ordnung zu halten,stelle ich mich sehr schwer vor.

Kommentar von lindgren ,

Danke sehr! Sie erhält keine Rente. Wir haben nächste Woche einen Beratungstermin. Sie möchte nicht gerne zum Sohn ziehen, aber wenn es nicht anders geht, müssen wir darüber nachdenken.

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von DFgen, 49

Bei einem "Einkommen" von 730 Euro könnte ggf. noch Anspruch auf einen geringen Zuschuss in Form von Grundsicherung bestehen.

Umziehen müsste sie nicht unbedingt..., da ja die Möglichkeit besteht, den die "angemessenen" Wohnkosten übersteigenden Betrag aus eigenen Mitteln aufzubringen (z.B. durch Unterstützung der Kinder o.ä....).

(Die Wohnung ist mit 120 qm sicher von der Fläche her nicht angemessen, aber wenn die Nebenkosten nicht sehr hoch sind, vermutlich günstiger als eine kleinere laut geltendem Mietspiegel...)

(http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232620/publica...

Kommentar von steffenOREO ,

Gerade bei einer großen Fläche übersteigen die Nebenkosten oft die Bemessungsgrenze.

Antwort
von steffenOREO, 39

leicht ergooglebar!

quelle: http://www.brutto-netto-rechner.info/grundsicherung.php

Von den Grundsicherungsleistungen sind die die eigenen Einkünfte wie z.B Wohngeld abzuziehen. Übersteigen die eigenen Einkünfte den grundsicherungsrechtlichen Bedarf, dann entfällt der Anspruch auf Grundsicherung. Sind die Einkünfte niedriger als der Bedarf aus den Grundsicherungsleistungen, dann wird der Unterschiedsbetrag ausgezahlt.

Auch Vermögen das bestimmte Freibeträge übersteigt, ist für den Lebensunterhalt heranzuziehen. Wenn das entsprechende Vermögen verbraucht ist, kann erneut ein Antrag auf Grundsicherung gestellt werden.

Kommentar von lindgren ,

Ich habe schon hin und her gegoogelt. Sie bekommt noch kein Wohngeld. Wir überlegen ja, was besser wäre. Wohngeld oder Grundsicherung oder aber am besten zum Sohn ziehen. Ich weiß nicht, ob die Schwiemu im Falle einer Grundsicherung überhaupt in der Wohnung bleiben darf. Wir haben nächste Woche einen Termin zur Beratung.

Kommentar von isomatte ,

Wenn man Wohngeld bekommen würde,dann hätte man gar keinen Anspruch auf Grundsicherung,außerdem stellt Wohngeld kein Einkommen dar !

Kommentar von steffenOREO ,

Das ist leider falsch. Lies meinen Text oben, der ist original aus dem Grundsicherungsrechner.

Kommentar von isomatte ,

Das habe ich gelesen und was mit dem Wohngeld gemeint ist kann ich mir nicht erklären !

Fakt ist aber,dass keinen Anspruch auf Wohngeld derjenige hat,der eine andere staatliche Sozialleistung wie Grundsicherung im Alter bekommt oder ALG - 2.

Denn mit dieser Grundsicherung ist der Grundbedarf nach dem SGB - Xll bzw. SGB - ll  abgedeckt und somit auch die Kosten für das Wohnen,deshalb auch kein Anspruch auf Wohngeld.

Such dir mal etwas anderes und nicht diesen Rechner,musst nur mal im Internet eingeben ,, Anspruch auf Wohngeld bei Grundsicherung ".

Da wirst du sehen das man das nicht gleichzeitig beziehen kann.

Kommentar von TreudoofeTomate ,

@steffenOREO

Sorry, hab aus versehen DH gedrückt. War keine Absicht, weil die Antwort in Bezug auf Wohngeld definitiv falsch ist. Der von dir benutzten Grundsicherungsrechner gehört in die Tonne. Schon seit Anbeginn des SGB XII schließt der Bezug von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung vom Wohngeld aus.

Lediglich zu BSHG-Zeiten, als es für die Grundsicherung noch ein extra Gesetz - das GSiG - gab, hätte deine Aussage gestimmt. Das ist allerdings schon mehr als 10 Jahre her.

Antwort
von ollikanns, 41

Mit so viel Rente bekommt sie keine Grundsicherung mehr. Sie wird sich wohnungsmäßig deutlich verkleinern müssen.Für so eine große Wohnung gibt es auch kein Wohngeld. Die Grundsicherung liegt bei knapp 374 Euro für eine Einzelperson plus Wohngeld. Da ist sie mit 730 Euro schon drüber.

Kommentar von lindgren ,

Ich weiß nicht, woher du diesen Rat hergenommen hast, aber die ist schlichtweg falsch! Hier ein Auszug aus der Deutschen Rentenversicherung: Bitte beachten Sie:

Als Faustregel gilt: Wenn Ihr gesamtes monatliches Einkommen
durchschnittlich unter 773 Euro liegt, sollten Sie prüfen lassen, ob Sie
Anspruch auf Grundsicherung haben. Die Grundsicherung wird unabhängig
davon gezahlt, ob Sie bereits eine Altersrente oder eine Rente wegen
voller Erwerbsminderung bekommen. Ob Sie dauerhaft voll erwerbsgemindert
sind, prüft die Deutsche Rentenversicherung im Auftrag des
Sozialhilfeträgers.

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