Grundschullehrer werden mit Ende 20?

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3 Antworten

Hi!

Grundsätzlich kannst du immer Lehrer werden, dafür gibt es keine Altersgrenze, auch fürs Studium nicht.

Was die Belastungen im Job angeht, kann ich leider nicht aus erster Hand berichten, aber ich habe einige Lehrer im Freundeskreis, auch Grundschullehrer.

An einer Grundschule zu unterrichten ist fachlich nicht ganz so anspruchsvoll, wie an Realschule oder Gymnasium, dafür aber pädagogisch und didaktisch aufwändiger.

Das heißt, dass gerade am Anfang, wenn du noch nicht viel Material hast, sehr viel Zeit in die Vorbereitung des Unterrichts geht. Du musst davon ausgehen, dass du, bei einer vollen Stelle, mit ca. 50 - 60 Arbeitsstunden in der Woche belastet sein wirst.

Die Arbeit mit den Kindern selbst ist natürlich auch nicht schwarz oder weiß. Die Kleinen sind in der Regel etwas folgsamer und anhänglicher als ihre pubertierenden Kollegen auf den weiterführenden Schulen, dafür herrscht aber auch schnell Unruhe wegen der geringeren Aufmerksamkeitsspanne - und das kann schon mal ziemlich laut werden. Außerdem bist du noch ein ganzes Stück stärker in die Erziehung mit eingebunden und bekommst natürlich die volle soziale Breitseite ab, vor allem bei nicht so schönen Fällen. Ach, und es gibt ja auch noch die Eltern, die es auch von supernett bis klagewütig gibt...

Es gibt aber für Lehrer inzwischen eine Menge begleitender Fortbildungsangebote zur Arbeitsgesundheit, sozialen Härtefällen und und und. Man ist als Lehrer mit seinen beruflichen Schwierigeiten heute also nicht mehr so allein, wie das vielleicht vor einigen Jahrzenten noch der Fall.

Am allerwichtigsten ist aber, dass man sich keine Illusionen macht: Du wirst nicht alle Kinder erreichen, nicht jede Stunde wird ein Feuerwerk der Didaktik und du wirst auch mal was falsch machen. Was zum Burn Out führt (gerade bei Lehrern) ist der eigene zu hohe Anspruch und eine "Überidentifikation" mit der Lehrerrolle. Das führt zu permanentem Stress, von dem man sich in den ersten Jahren des Berufslebens lösen sollte.

Kurzum: Wenn du das machen willst, dann spricht altersmäßig nichts dagegen. Und natürlich gibt es schwarz und weiß in dem Beruf, aber ich kenne tatsächlich keinen, der etwas anderes machen wollen würde.

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Finde ich gut, ein Beruf der dich nicht ausfuellt ist genug Grund, etwas Neues und ggf. auch Spannendes zu finden. Dein Alter ist kein Problem, im Gegenteil: du wirst einigen Studenten / -innen voraus sein, dich reifer fuehlen. Wichtigste Frage ist: Warum in der Grundschule mit kleinen Kindern arbeiten? Welche Motive hast du? Ich kenne viele Menschen, die in diesem Beruf gleichsam aufgehen / also sehr zufrieden sind und die richtige Wahl fuer sich getroffen haben. Meine Erfahrung: Mit jungen Menschen jeden Tag zu arbeiten und immer wieder Neues zu erfahren und auszuprobieren: Das ist schlicht und einfach formuliert: ein richtig guter Beruf. Und die Bezahlung stimmt auch. Ich habe sehr gern mit meinen Kollegen / innen zusammen gearbeitet  und konnte insgesamt sogar 13 Jahre im Ausland arbeiten.

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Ja, es ist so schlimm wie berichtet wird.

Eigentlich sogar schlimmer.

Lass es lieber.

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