Sofaschalter am 25.10.2008 um 21:30 Uhr
Ein Nachbarsjunge in der 2. Klasse schreibt, wie er hört (z.B. aine statt eine, Röksaite statt Rückseite). Nun unsere Frage: wann darf die Mutter ihn eurer Meinung nach verbessern? Laut Lehrerin darf sie nicht verbessern oder sagen, wie es richtig geschrieben wird. Ist das allgemein so? Daß man den Kindern das Lesen- und Schreibenlernen nicht durch ständiges Korrigieren madig machen will, ist klar.

...alles gut soweit. Wenn die Kinder "lauttreu" schreiben (so nennt sich das), dann sind sie auf dem besten Wege. Sie hören, verarbeiten und geben das Gehörte schriftsprachlich wieder.
Das Erlernen und Einhalten von Regeln (sozusagen die Meta-Ebene der Sprache), das ist, was in einem nächsten Schritt folgt; in dem genannten Alter aber reflektieren Kinder Sprache noch nicht, so wie man sich das vielleicht wünschen würde und vorstellt...
Also: In Maßen verbessern, und ansonsten "machen lassen"!.

Hat sie auch gesagt wie er dann richtig schreiben lernt???
Loben ist ganz wichtig! Lernen muss Spaß machen. Wenn man das erreicht hat kann man auch verbessern.
Sofaschalter am 25. Oktober 2008 21:38 Genau das ist die Frage. Sind die Ergebnisse dann hier zu lesen (du weißt schon, was ich meine...)?
Qetan am 25. Oktober 2008 21:39 Ja, das kommt dabei raus.
regideur am 25. Oktober 2008 21:47 mhhh, ich weiß schon was Du meinst. Ich denke das es dafür aber noch viele andere Ursachen gibt. Überfüllte Klassen, ein völlig überfrachteter Stundenplan/Lehrplan und Eltern die Ihre Kinder lieber vor den Fernseher abschieben als mit ihnen zu üben zum Beispiel.

Mein Sohn (1. Schuljahr) lernt genau nach diesem System und die Lehrerin hat gesagt, dass wir unmittelbar verbessern sollen: "hör nochmal genau ... was hörst Du für Buchstaben... das sieht schon ganz toll aus, in Erwachsenen Schrift schreibt man das so..."!
Alles Gute Taraa
Sofaschalter am 25. Oktober 2008 21:40 Danke, hab mir schon gedacht, daß das unterschiedlich gehandhabt wird. Wie du das beschreibst, macht das Sinn.

in der 2. Klasse denke ich , kann er es schon vertragen, wenn man ihn verbessert. ist doch auch nichts Schlimmes. Besser als dumm sterben
Sofaschalter am 25. Oktober 2008 21:39 Find ich auch. Danke

Meine Tochter sollte auch unbedingt schreiben dürfen wie sie es wollte. Als sie sich dann plötzlich an Regeln halten sollte, kam sie völlig durcheinander.
Sofaschalter am 25. Oktober 2008 21:46 Aha! Und warum wird dieses Lernsystem beibehalten? Danke für deine Antwort.

Das ist an unserer Schule auch so.Wir sollten auch nie verbessern.Allerdings, wenn die Kinder es sich einmal falsch eingeprägt haben, ist es schwierig, dass wieder wegzukriegen.Lehrer an weiterführenden Schulen können ein Lied davon singen.
Sofaschalter am 25. Oktober 2008 21:48 Na, wieder ein Grund, dem deutschen Schulsystem auf die Schultern zu klopfen. Danke für deine Antwort.
das ist aber auch dieser ganze rechtschreibkrams da. Da werden die kinder so durcheinander gemacht, kein wunder .
mia68 am 25. Oktober 2008 21:43 ...??

Unsere Grundschullehrerin meint, das des besser ist die Kinder in ihrem Mitteilungsbeürfnis zu bestärken statt zu gängeln. Die Rechtschreibfehler merzen sie später aus!
Sofaschalter am 25. Oktober 2008 21:41 Um Gängeln geht es nicht, sondern um die Frage, ob es sinnvoll ist, keine Rechtschreibung zu lernen und wenn ja, wie lange. Danke für deine Antwort.

Eine Lehrerin hat ihrem Sohn immer Briefe an die Oma schreiben lassen. Sie hat dabei deutlich gesprochen und der Junge sollte es schreiben. Im Prinzip war es "nur" ein Diktat. Aber die Oma hat sich über den Brief gefreut und der Junge hat gemerkt, dass Schreiben wichtig ist. Und berichtigen würde ich schon. Aber die Eltern sollten auch klar und deutlich sprechen. Kinder lernen durch Nachahmung.
Sofaschalter am 25. Oktober 2008 21:42 Das mit dem deutlich Sprechen ist ein Problem, gell? Danke
Bin ich mir nicht sicher. Mein Sohn ist in der ersten Klasse und schreibt auch schon so. Wenn er einen groben Fehler hat, wird er natürlich Korrigiert.
Allerdings nehmen wir dann das Wort auseinander und sprechen Überdeutlich.
Beispiel: polizai "Bist Du sicher? Wie sprichst Du denn das Wort aus? P O L I Z E I?" Also EI, nicht AI....
Und nicht Übertreiben. Zuviel negative Kritik ist Gift für die Kleinen.
Sofaschalter am 25. Oktober 2008 21:44 Vielen Dank. Wir sehen das auch so.
Vielleicht sollte sie deutlicher sprechen ?!
( Rökseite ?!?)
Soll die Mutter deiner Meinung nach korrigieren oder nicht? Wann beginnt die "Meta-Ebene"?
...leider keine pauschale Antwort. Das muss man ein bisschen im Gespür haben.
Das Reflektieren ist im Ansatz auch in den Anfangs-Schuljahren schon vorhanden; aber baut sich natürlich erst mit der Zeit mehr und mehr auf. Hier z.B. steht bisschen mehr dazu: http://www.grundschulverband.de/standardsgrundldeu.html
...das nur noch: "in Maßen verbessern", weil bei einem "Zuviel" dessen natürlich die Freude am Schreiben -dem Lernprozess überhaupt- verloren gehen könnte. Und das wär´ dann wirklich schlimm...
Vielen Dank, wir geben die Infos weiter. Alles Gute