Frage von ati57, 91

Grunderwerbssteuer umgehen?

Hallo alle zusammen,

was kann man alles von der Grunderwerbssteuer absetzen? Oder anders gefragt, was genau kann man vom Kaufpreis abziehen (Einbauküche etc.) bzw. diese im Kaufvertrag gesondert auflisten, damit das Hausinventar (Einbauküche etc.) nicht steuerpflichtig ist. Kann man beispielsweise jegliche Art von Möbel als Hausinventar angeben und damit den steuerpflichtigen Betrag senken?

Wo ist hierbei die Grenze? Konkretes Beispiel: Ich kaufe ein Haus für 100.000,- Euro und gebe davon 90.000,- Euro gesondert als Hausinventar an, womit ich quasi das Haus für 10.000,- gekauft habe. Diese 10.000,- Euro wären denn steuerpflichtig. Der Verkäufer hat ja keinen Nachteil dadurch, da er den vollen Kaufpreis ja bekommt. Ihm ist es sicherlich egal, was in welchem Posten angegeben wird. Von daher profitieren beide Seiten davon (zumindest hat der Verkäufer keinen Nachteil). Das Finanzamt ist dann wahrscheinlich nicht so amused. Ich denke mal, dass dies plausibel begründet werden muss, da ansonsten das Finanzamt wahrscheinlich auf dem Nacken sitzt, oder? Über Tipps und Tricks würde ich mich sehr freuen.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 63

Entschuldige bitte, aber das ist eine absurde Idee.

Schon der Notar wird Euch (Dich und den Verkäufer) auf den Tatbestand einer mittelbaren Falschbeurkundung hinweisen (nicht nur die falsche Angabe eines Kaufpreises würde den Tatbestand erfüllen, sondern auch, wenn der Vertragsinhalt, bei richtigem Kaufpreis, fehlerhaft angegeben wird).

Vom Finanzamt droht nicht nur eine empfindliche Überprüfung wegen des Verdachts der versuchten Steuerverkürzung, sondern möglicher Weise noch eine Anzeige wegen eines versuchten Tötungsdelikts, denn die Idee ist so daneben, das die dortigen Mitarbeiter sich totlachen könnten, wenn der Fall auf den Tisch kommt.

bei Einem Kaufpreis von 100.000,- ist schon die Angabe von 10.000,- für Küche und Möbel etwas gewagt, mag aber durchgehen. Alles darüber ist absoluter Unfug (ausser mit glaubhaftem Gutachten).

Antwort
von Petz1900, 46

Ebenso wie die Küche kommt evtl noch eine Markise in Betracht, sofern vorhanden.
Sollte sich bei einer Eigentümergemeinschaft Geld auf dem Rücklagenkonto befinden, kann der dort auf diesen Eigentümer entfallene Betracht auch abgezogen werden. Dasollte die Hausverwaltung bestätigen und im Kaufvertrag vermerkt werden.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 25

Du bist ja besessen in einem Sparwahn gefangen. Relation Einsparmöglichkeiten und Auswirkungen zur Investitionssumme.

Wie oft wirst Du wohl eine Immobilie kaufen? Eine oder zwei? Vermutlich eine der teuersten und folgenschwersten Entscheidungen, die Du in Deinem Leben triffst.

Aber die Idee, dass man da vielleicht an der richtigen Stelle sparen sollte Kommst Du nicht. Oder? Nein, es geht nicht um den angemessenen Kaufpreis aus. Das setze ich voraus, dass man da auch Vergleichsobjekte hat.

Auch das ein Bausachverständiger mal das Fundament prüft, den Erhaltungszustand von Wänden und Dachstuhl usw. Vielleicht bist Du auch so weit vom Fach. Dann ist das ja in Ordnung.

Wieso fragst Du nicht nach Haftung? Wenn da mal eine Ölheizung war? Wenn die Gemeinde einen neuen Spielplatz errichtet, ist der schon bezahlt? Oder kommen neue Anliegerbeiträge? Wann ist die Straße vor der dem Grundstück neu zu machen?

Es gibt durchaus einiges was man hier sinnvoll prüfen kann. Was auch ganz direkt mit dem Kaufpreis zu tun hat. Wer nämlich solche Dinge ordentlich vorbereitet, der kommt automatisch auf die angemessene Höhe und die Aufteilung eines Kaufpreises.

Wünsche Dir viel Glück, denn das wirst Du brauchen!

Kleine Geschichte aus der Praxis. Familie kauft älteres Haus aus einer Zeit, wo der Keller keine Heizung hatte. Die Umzugshelfer stellen das Umzugsgut in den Keller. Als man nach und nach die Leute in den Wohnbereich holt: In der Zwischenzeit hat der Schimmel angefangen.

Ich bin kein Sachverständiger, ob der Schimmel vorher nur versteckt war oder ob der tatsächlich durch die mangelhafte Lüftung kam. Doch da ist ein Schaden entstanden. Aber überlege mal weiter, wie hoch die Küche einbezogen werden kann.

Dabei will ich Dich gar nicht persönlich kritisieren. Meine Kritik richtet sich gegen eine vollkommen bescheuerte Sichtweise auf Dinge. Danach kann man nämlich alles selber und auch die speziellen Entscheidungen werden selber gefunden.

Von mir wird das immer als Do-It-Yourself-Mentalität beschrieben. Gauckeln doch die Baumärkte einem täglich vor: Kann man alles selber. Kann man auch, wenn man die Folgen nicht sieht.

Nochmals viel Glück.

Antwort
von Bakaroo1976, 33

Geile Idee - da ist ja noch niemand vorher drauf gekommen. Und beim Finanzamt sind die ja auch alle mit dem Klammerbeutel gepudert. Notare sind übrigens auch alle blind und unwissend. Viel Spaß - Du Spaßvogel!

Antwort
von lesterb42, 35

Der Deutsche neigt zu Übertreibungen. Gegen eine 5 Jahre alte Küche für 2.000 € wird sicher niemand etwas sagen, aber bei 1.000 € Bemessungsgrundlage mit Gewalt 50 € sparen zu wollen ist schon etwas lächerlich.

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