Frage von Toolknecht123, 249

Grunderwerbssteuer oder Schenkungssteuer bei Übertragung einer Immobilie ohne Ausgleichszahlung nach Trennung?

Habe mit meinem Ex vor 2,5 Jahren gemeinsam ein Haus erworben Anteile 50:50. Der Kredit wurde auch gemeinsam aufgenommen. Nach der Trennung möchte ich das Haus übernehmen, er wird dafür aus dem Kredit entlassen. Dies soll offiziell ohne Ausgleichszahlung erfolgen. Kaufpreis damals waren 215000€, Vom Kredit offen sind noch 180.000€. Wir waren nicht verheiratet. Nun meine Frage, die mir der Notar auch nicht wirklich beantworten konnte: Ist das grundsätzlich eine Schenkung? Wenn ja, auf welchen Betrag würde Schenkungssteuer fällig werden? Notar meinte ggf. Kaufpreis-offenes Darlehen/2 (da ich die Verpflichtungen vom Ex übernehme, könnte nur der Differenzbetrag als Schenkung angesehen werden)- bei 20.000€ Freibetrag wäre ich damit gut bedient. Oder ist es ein Erwerb...da nicht verheiratet, würde dann vermutlich Grunderwerbssteuer mindestens auf die Hälfte des offenen Darlehens, wenn nicht sogar des Verkehrswertes auf mich zukommen...es gibt im GrEStG ein paar definierte Ausnahmen, die mir aber nur teilweise einleuchten so beispielsweise §5GrEStG. Hat jemand Erfahrung? Liegt das jetzt im Ermessen des Finanzbeamten oder hat jemand eine Argumentation parat, wie ich meinen finanziellen Aufwand so gering wie möglich halten kann? Vielen Dank schonmal im Voraus

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Erbrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von lesterb42, 210

§ 5 GrEStG kommt nicht in Frage, weil hier kein Gesamthandseigentum entsteht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gesamthandseigentum

§ 3 Nr. 5 GrEStG wäre gegangen, wenn ihr verheiratet gewesen wärt.

Hier wird wohl die Übernahme des Kredits i. H. v. 90.000 € als Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer herangezogen werden.

Antwort
von wfwbinder, 193

Du kaufst seine Hälfte, gegen übernehme der Schulden. 

Das fällt unter das Grunderwerbsteuergesetz. 

Nun die Frage, ist das Haus mehr wert als die 180.000,- Restschuld, oder seine Hälfte mehr, als 90.000,-.

Argumente:

1. Wenn es mehr Wert wäre, würde er die differenz verlangen

2. Es hat sich ein Renovierungsstau aufgebaut.

Gegenargumente:

1. Er wurde mit anderen Sachen aus dem gemeinsamen Haushalt abgefunden

2. Es ist Geld privat in Bar geflossen

Im schlimmsten Fall wird es das Finanzamt als gemischte Schenkung ansehen und es geht dann aber wohl mit den 20.000,- Freibetrag auf.

Antwort
von VerriOA, 157

Mir geht es ganz genauso wie dir und keiner kann mir so wirklich helfen. Hast du bereits eine hilfteiche Antwort von einem Anwalt erhalten?

Antwort
von ollikanns, 166

Für ein Objekt, das du bereits erworben hast, kannst du nicht zweimal Grunderwerbssteuer zahlen. Es ist also weder eine Schenkung noch ein Kauf. 

Kommentar von wfwbinder ,

Es geht um seine Hälfte und die hatte sie nicht erworben. Also Grunderwerbsteuer.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community