Frage von Sunnysonja1990, 34

Grundbucheintrag = Schuldenübertrag?

Wir sind noch nicht verheiratet und mein Freund möchte eine Eigentumswohnung kaufen, in der wir ab der Hochzeit gemeinsam leben werden. Den Kredit wird auch er selbst aufnehmen und es wird dazu nur seine Unterschrift vorhanden sein. Wenn wir mich im Grundbucheintrag mit einem prozentualen Anteil am Eigentum auch mit aufnehmen, hafte ich somit irgendwie an den Schulden? Angenommen mein Zukünftiger ist irgendwann nicht mehr in der Lage das Darlehen abzubezahlen, übertragen sich die Schulden dann automatisch auf mich, weil ich im Grundbuch stehe?

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Antwort
von schleudermaxe, 16

Kein Geldgeber hat etwas zu verschenken und wenn es andere/weitere Eigentümer geben soll, haften die natürlich "gesamtschuldnerisch" oder es gibt eben keine Zustimmung von denen, so jedenfalls lese ich die Spielregeln.

Antwort
von schelm1, 27

Mit dem Eintrag ins Grundbuch unterwerfen Sie sich automatisch allen auf dem Grundstück lastenden Verpflichtung in dinglicher Hinsicht.

Würde z.B. aus einem eingetragenen Grundpfandrecht die Zwangsversteigerung betrieben, dann haften Sie auch mit Ihrem Anteil am Grundstück - nicht darüber hinaus, da Sie weder bei der Grundschuldbestelleung über das paralele selbständige Schuldversprechen, noch über die Mitverpflichtung aus der persönlichen Schuld (Darlehensvertrag) mitverpflichtet wären.


Antwort
von ichweisnix, 13

Klares Jain.

Der Grundbucheintrag ist ein dingliches Recht, welches an das Grundstückgebunden gegenüber jeden gilt. Der Grundbucheintrag selbst erlaubt die Vollstreckung in das Grundstück und nicht gegen das sonstige Vermögen des Eigentümers.

Bei den in Deutschland üblichen Krediten ist es üblich, das der Kreditnehmer aus den Kredit heraus unbeschränkt haftet. Dies ergibt sich aus den Kreditvertrag und nicht aus den Grundbucheintrag.

Angenommen mein Zukünftiger ist irgendwann nicht mehr in der Lage das
Darlehen abzubezahlen, übertragen sich die Schulden dann automatisch auf mich, weil ich im Grundbuch stehe?

Wenn das Darlehnen nicht bedient wird, müssen die die Versteigerung des Grundstücks dulden. Beim am Ende Geld übrig, bekommen sie dieses entsprechend ihres Anteils. Bleibt nix übrig, müssen sie aber nicht nachzahlen.


Antwort
von chriskmuc, 28

Im Grundbuch seit Ihr Bruchteilseigentümer und haftet somit gegenseitig. Allerdings m.E. nur für die Beträge die zum Zeitpunkt der Eigentumsumschreibung zukünftig anfallen. Z.B. Grundsteuer, Hausgeldzahlungen, Sonderumlagen. Du haftest wohl nicht für die Schulden bei der Bank - wenn das Darlehen nur Dein zukünftiger aufnimmt. Auch ist eine Zwangsversteigerung wohl ohne Deine Zustimmung auch nicht möglich. Du solltest Dich wohl in jedem Fall von einem Notar der auch Rechtsanwalt ist beraten lassen. Auf der anderen Seite, wenn Du zu einem Teil Miteigentümer der Wohnung bist, ohne das Du dafür Geld einbringen musst und dann auch "kostenlos" darin wohnen kannst, sollte das evt. "Risiko" für Dich relativ klein sein. Das Risiko besteht wohl nur darin, dass die Wohnung versteigert wird. Reicht der Erlös zur Tilgung des Darlehens nicht aus, dann hängt es ggf. davon ab, ob Ihr einen Ehevertrag habt, bzw. in welchem gesetzlichen Güterstand Ihr dann lebt. Entscheidend ist wohl dann auch das Datum des Darlehensvertrags - ob vor oder nach der Hochzeit.

Kommentar von schelm1 ,

Selbstverständlich ist die Fragestellerin der dinglichen Haftung automatisch mit dem Eintrag in das Gundbuch unterworfen; lediglich eine persönliche schuldrechtliche Haftung scheidet aus!

Einer Zwangsversteigerung und damit dem Verlust des Eigentums am Grundbesitz steht folglich nichts im Wege, wenn der Ehegatte finanziell schludert!

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